SPP-Direktor Lucian Pahonțu bestreitet Rolle bei Revolution 1989 und Mineriade 1990
Der Direktor des rumänischen Schutz- und Wachdienstes (SPP), Lucian Pahonțu, hat am 31. August Vorwürfe zu seinem Vorgehen während der Revolution 1989 und der Mineriade 1990 bestritten, woraufhin das investigative Medium Recorder widersprechende Archivunterlagen veröffentlichte.
Pahonțu bestreitet Handlungen der politischen Polizei
General Lucian Pahonțu, Direktor des rumänischen Schutz- und Wachdienstes (SPP), gab am 31. August 2026 eine ausführliche öffentliche Erklärung ab, in der er Vorwürfe bestritt, er habe an der Niederschlagung von Demonstranten während der Revolution im Dezember 1989 und der Mineriade im Juni 1990 teilgenommen. Die Vorwürfe folgten auf investigative Berichte der Medien Recorder und Snoop. Pahonțu erklärte, seine berufliche Laufbahn sei stets transparent und Gegenstand institutioneller Überprüfungen gewesen, auch vor seiner Ernennung zum SPP-Direktor. Er verwies Anfragen an den Nationalrat für das Studium der Securitate-Archive (CNSAS) und stellte fest, dass die Institution über alle rechtlichen Mechanismen verfüge, um seine Angaben zu überprüfen.
Ich habe niemals Aktivitäten durchgeführt, die darauf abzielten, Grundrechte und -freiheiten zu verletzen oder einzuschränken und die als Handlungen der politischen Polizei eingestuft werden könnten.
Verteidigung zur Revolution 1989
Pahonțu erläuterte, dass er im Dezember 1989 25 Jahre alt war und als Oberleutnant und Fernmeldezugführer in einer Kampfunterstützungs- und Transportkompanie der Militäreinheit UM 0305 diente, die zu den Sicherheitstruppen des Innenministeriums gehörte. Er absolvierte die aktive Offiziersschule in Sibiu mit einer Spezialisierung auf Fernmeldetechnik. Seinen Angaben zufolge hatte seine Untereinheit ausschließlich Fernmeldeaufgaben und war weder an Gewalt beteiligt noch trat sie in direkten Kontakt mit Demonstranten.
- Kompanie erhält Befehl, zur Casa Scânteii auszurücken.
- Einheit wird angewiesen, zur Esplanade vor dem Restaurant Cina zu verlegen.
- Zug bezieht Sperrposition in der 13. Decembrie-Straße.
- Einheit zieht sich zu Transportfahrzeugen zurück, um bis zum Morgen zu ruhen.
- Truppen ermöglichen Demonstranten Zugang zur Piața Republicii und verbrüdern sich.
Laut Pahonțus Bewegungsprotokoll erhielt seine Kompanie am 21. Dezember 1989 gegen 20:00 Uhr den Befehl, zur Casa Scânteii auszurücken, bevor sie gegen 21:00 Uhr zur Esplanade vor dem Restaurant Cina verlegt wurde. Gegen 22:00 Uhr wurde die Einheit angewiesen, einen Sperrriegel in der 13. Decembrie-Straße (heute Ion-Câmpineanu-Straße) zu bilden. Pahonțu erklärte, sein Zug sei ohne Munition in dieser Position geblieben, bis sie am 22. Dezember um 02:00 Uhr zu den Transportfahrzeugen zurückkehrten, um sich auszuruhen. Er behauptete, am Morgen des 22. Dezember hätten die Soldaten den Demonstranten den Zugang zur Piața Republicii (heute Piața Revoluției) ermöglicht und sich mit der Menge verbrüdert. Er erklärte, weder er noch seine Untergebenen seien an der Barrikade nahe dem Intercontinental Hotel oder auf dem Nicolae-Bălcescu-Boulevard gewesen.
Positionen zur Mineriade 1990 und zu den Ermittlungsakten
Zu den Ereignissen vom 13.–14. Juni 1990 auf dem Universitätsplatz erklärte Pahonțu, er und seine unterstellten Soldaten seien in ihren Kasernen geblieben, und berief sich dabei auf Aufzeichnungen in den Archiven der rumänischen Gendarmerie. Er verwies auch auf Aussagen des ehemaligen Militärstaatsanwalts Cătălin Ranco Pițu, der an der Akte zur Revolution mitgearbeitet hatte und erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass Pahonțu an repressiven Operationen beteiligt gewesen sei. Quellenberichte merkten an, dass Pahonțu nicht auf Behauptungen von Recorder einging, wonach er der Neffe des ehemaligen kommunistischen Verteidigungsministers Vasile Milea sei.
Recorder veröffentlicht Gegenbeweise
Nach Pahonțus Stellungnahme am Montagabend veröffentlichte Recorder ein Video mit dem Titel „General Pahonțu: die erste Reaktion, die ersten Lügen“, das seine Darstellung bestritt. Recorder berichtete, dass Pahonțu es 18 Jahre lang vermieden habe, eine gesetzlich vorgeschriebene eidesstattliche Erklärung darüber abzugeben, ob er für die Securitate gearbeitet oder mit ihr zusammengearbeitet habe, und sein erstes Dementi erst nach Veröffentlichung der journalistischen Untersuchung erfolgte.
Das investigative Medium zitierte Zeugenaussagen aus dem Jahr 1990 in der gerichtlichen Akte zur Revolution von ehemaligen Kameraden aus Pahonțus Einheit. Eine handschriftliche Erklärung von Major Gheorghe Rădulescu platzierte Pahonțus Zug an der Kreuzung von Ion-Câmpineanu-Straße und Bălcescu-Boulevard, direkt in der Barrikadenzone. Recorder wies zudem darauf hin, dass mehrere Aussagen von Soldaten seines Zuges in der Akte zur Mineriade seine Anwesenheit während der Ereignisse im Juni 1990 in Bukarest bestätigen.


