
Polnische Staatsanwaltschaft prüft private Darlehen in Höhe von 5,8 Millionen Zloty an das Olympische Komitee
Die Regionalstaatsanwaltschaft in Danzig prüft über 5,8 Millionen Zloty an privaten Schuldenverträgen, dem Polnischen Olympischen Komitee im April 2024 gewährt wurden, darunter Gelder von der Ehefrau von Präsident Radosław Piesiewicz.
Private Liquiditätshilfe vor den Olympischen Spielen in Paris
Die Regionalstaatsanwaltschaft in Danzig untersucht drei Finanzierungsvereinbarungen, die das Polnische Olympische Komitee (PKOl) im April 2024 unterzeichnete, um über 5,8 Millionen Zlot von privaten Parteien zu sichern. Der erste Vertrag vom 16. April 2024 betraf Agnieszka Piesiewicz, die Ehefrau des PKOl-Präsidenten Radosław Piesiewicz. Danach erwarb sie Rechte an Forderungen, die PKOl gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee in Höhe von 535.000 Dollar hatte, was zum damaligen Kurs knapp 2,2 Millionen Zloty entsprach. Am 24. April und 26. April 2024 schloss PKOl zwei ähnliche Verträge mit Ewa Bachańska, der Ehefrau des Präsidenten des Polnischen Basketballverbands, Grzegorz Bachański, über 700.000 Zloty, sowie mit der Firma Massimo Found über 3 Millionen Zloty. Den ersten Vertrag unterzeichneten der Schatzmeister des PKOl Grzegorz Kotowicz und der Generalsekretär von Marek Pałus; die Folgedokumente unterzeichneten Piesiewicz und Pałus.
- PKOl unterzeichnet Abtretungsvertrag über 535.000 $ mit Agnieszka Piesiewicz
- PKOl unterzeichnet Abtretungsvertrag über 700.000 Zł mit Ewa Bachańska
- PKOl unterzeichnet Abtretungsvertrag über 3.000.000 Zł mit Massimo Found
- Forderungen gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee werden fällig
Struktur und Zweck der Forderungsabtretung
PKOl erklärte, die privaten Geschäfte dienten derAufrechterhaltung der Betriebsliquidität vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Nach Angabe des Kommtees waren erhebliche sofortige Ausgaben erforderlich, die die Reise und Unterbringung der polnischen Delegation in Frankreich zu organisieren, während die Forderungen gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee erst im Dezember 2024 fällig gewesn. Das PKOl betonte, dass Agnieszka Piesiewicz als Privatperson handelnd und keine Vergütung erhielt; die Organisation erhielt 100 Prozent der vereinbarten Mittel zu Bedingungen, die günstiger waren als kommerziele Darlehen oder Factoring. Der Rechtsanwalt Robert Nogacki merkte an, dass die Vereinbarung wirtschaftlich einem zinslosen Überbrückungkredit entsprach, der PKOl so schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Dollar an Kaltonkosten erspart habe. Allerdings wies Nogacki auf die ethischen Komplikationen hin, dass eine Sportorganisation direkte Mittel aus der Familie ihres Präsidenten erhält.
Da das Komitee 100 Prozent erhielt und die andere Partei keine Vergütung nahm, handelte es sich wirtschaftlich um einen zinslosen Überbrückungkredit.
Umfang der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung
Die Untersuchung der privaten Schuldabtretungen ist ein Teil der von der Regionalstaatsanwaltschaft in Danzig im März 2025 eingeleiteten breiteren Ermittlungen. Die Ermittler untersuchen mutmaßliche wirtschaftliche und finanzielle Missstände im PKOl, dem Polnischen Basketballverband und der Polnischen Basketballliga, deren Vorsitzender Piesiewicz war. Die Ermittler vermuten, dass Piesiewicz über sein Einzelunternennen umsatzsteuerpflichtige Rechnungen in Höhe von rund 9,3 Millionen Zloty für fiktive gewerbliche Vermittlungsleistungen ausgestellt habe. In diesem spezifischen Verfahren wurden keine Anklagen gegen Piesiewicz erhoben; er hat alle Vorwürdlagen bestritten. Staatsanwalt Mariusz Marciniak bestätigte, dass die Verträge vom April 2024 aktiv geprüft werden, um zu ermitteln, ob PKOl einen erheblichen Vermögensschaden erlitt.
Wir geben keine detaillierten Informationen zu den Ergebnissen der Ermittlungen. Ich bestätige nur, dass solche Fäden Teil dieser Ermittlungen sind.
Führungskrise und geplante Absetzung
Die Enthüllung der privaten Finanzierungsvereinbarungen fällt mit andauernden rechtlichen Problemen für die PKOl-Führung zusammen. Radosław Piesiewicz befindet sich seit mehr als zwei Wochen in Untersuchungshaft in einemseparaten Verfahren im Zusammenhang mit der Zondacrypto-Kryptowährungsbörse. In diesem Fall warfen ihm die Staatsanwaltschaft bezahlten Schutz und die bevorzugte Befriedigung bestimmter Gläubiger zu Lasten anderer in drohener Insolventz auf. Nach seiner Inhaftierung hat derPKOl-Vorstand eine Sitzung für Montag angesetzt, um seine förmliche Absetzung als Präsident abzustimmen. Einer der acht Vizepräsiden des Komittes soll die geschäftsführenden Aufgaben übernehmen und die restliche amtliche Amtszeit absolvieren.


