
Italienische Polizei verhaftet Frau, die 74-jährigen Onkel vergiftete, um Erbe zu erhalten
Carabinieri in Casale Monferrato haben eine 38-jährige Frau festgenommen, die auf der Krankenstation dabei ertappt wurde, wie sie ihrem betagten Onkel hohe Dosen von Benzodiazepinen verabreichte.
Erste Entdeckung manipulierter Krankenhausgeräte
Die Ermittlungen begannen in der piemontesischen Stadt Casale Monferrato, die in der Provinz Alessandria liegt, nach einem Alarm des örtlichen Krankenhauspersonals am 16. August 2026. Bei der Inspektion medizinischer Geräte stellten Mitarbeiter fest, dass Infusionsbeutel, die einem 74-jährigen Patienten zugeordnet waren, deutliche Anzeichen von Manipulation aufwiesen. Im Endabschnitt des Infusionsschlauchs identifizierten die Mitarbeiter eine unbekannte milchige Substanz, die mit der verordneten medizinischen Behandlung des Patienten völlig unvereinbar war. Das Krankenhauspersonal informierte umgehend die Carabinieri, die in der Einrichtung eintrafen und den veränderten Tropf für sofortige forensische Tests beschlagnahmten. Nachfolgende klinische Untersuchungen des älteren Rentners bestätigten, dass ihm heimlich und über einen längeren Zeitraum massive Dosen von Benzodiazepinen verabreicht worden waren. Diese nicht verschriebenen ZNS-Depressiva hatten beim Opfer über mehrere Tage hinweg einen anhaltenden und abnormalen Zustand der Benommenheit hervorgerufen.
Plötzlicher Zusammenbruch und Aussage des Opfers
Der 74-jährige Rentner lebte als Bewohner eines örtlichen Pflegeheims in Casale Monferrato, wo seine 38-jährige Nichte ihn fast täglich besuchte. Der Zustand des älteren Mannes verschlechterte sich am 20. August 2026 dramatisch, als er in der Pflegeeinrichtung einen plötzlichen medizinischen Zusammenbruch erlitt. Er wurde völlig bewusstlos und reagierte nicht mehr auf Reize des Pflegepersonals, sodass der Rettungsdienst ihn in die Notaufnahme des Krankenhauses bringen musste. Medizinische Untersuchungen ergaben, dass der Zusammenbruch unmittelbar nach dem Verzehr eines Fruchtsaftgetränks eintrat, das die Nichte während ihres täglichen Besuchs mitgebracht und ihm angeboten hatte. Nachdem der ältere Patient im Krankenhaus einen kurzen Moment der Klarheit erlebte, schilderte er dem behandelnden medizinischen Personal seine wiederkehrenden körperlichen Symptome und erklärte, dass er jedes Mal das Bewusstsein verlor, wenn seine Verwandte ihm Getränke reichte.
Festnahme auf der Krankenstation
Die Aussage des Rentners, dass er bei Besuchen seiner Verwandten wiederholt in einen tiefen Schlaf fiel, lenkte den polizeilichen Verdacht direkt auf die 38-jährige Frau. Die Ermittler der Carabinieri identifizierten die Nichte als arbeitslose Anwohnerin, die bereits früher bei Strafverfolgungsbehörden aktenkundig war. Am Abend des 21. August 2026 kehrte die Verdächtige auf die Krankenstation zurück, um ihren kranken Verwandten zu besuchen. Aufmerksames Krankenhauspersonal warnte sofort die Carabinieri, die sich schnell in der medizinischen Einrichtung bewegten, um die Frau abzufangen, bevor sie zum Patienten gelangen konnte. Beamte stoppten und durchsuchten die Verdächtige vor Ort und entdeckten in ihrer Handtasche eine gebrauchte medizinische Spritze sowie mehrere Glasampullen mit verschreibungspflichtigen angstlösenden und antidepressiven Arzneimitteln. Die Carabinieri nahmen die 38-Jährige auf frischer Tat fest, offiziell wegen versuchten Mordes, der darauf abzielte, das Erbe ihres Verwandten vorzeitig zu sichern.
- Krankenhauspersonal meldet manipulierte Infusionsbeutel mit milchigen Rückständen, woraufhin die Carabinieri den Tropf sicherstellen.
- Das Opfer bricht nach dem Trinken von Saft im Pflegeheim bewusstlos zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert.
- Carabinieri nehmen die 38-jährige Nichte auf der Krankenstation fest; in ihrer Tasche finden sie eine gebrauchte Spritze und Beruhigungsmittel-Ampullen.
Forensische Durchsuchungen und Ermittlungsergebnisse
Nach der Festnahme auf der Krankenstation ordnete die Staatsanwaltschaft Vercelli umfassende Durchsuchungen des persönlichen Eigentums und des Fahrzeugs der Verdächtigen an. Bei der Durchsuchung des Autos der Frau entdeckten die Strafverfolgungsbeamten eine weitere gebrauchte Spritze sowie die leere Flasche Fruchtsaft, die der 74-Jährige vor seiner notfallmäßigen Krankenhauseinweisung getrunken hatte. Technische Spezialisten untersuchten auch die bei der Verdächtigen beschlagnahmten digitalen elektronischen Geräte und fanden kürzliche Suchaktivitäten im Zusammenhang mit Vergiftung und den verwendeten Arzneimitteln. Die Justizbehörden in Vercelli erklärten, dass die heimliche Verabreichung von Benzodiazepinen durch manipulierte Fruchtsäfte und intravenöse Tropfen darauf abzielte, den Erwerb des finanziellen Nachlasses des Onkels zu beschleunigen. Die 38-jährige Verdächtige bleibt in Untersuchungshaft, während die von der Staatsanwaltschaft Vercelli koordinierten gerichtlichen Verfahren fortgesetzt werden.


