
Lieblingsmusik kann Nadelsschmerz lindern, legt Zürcher Studie nahe
Patientinnen und Patienten, die ihre Lieblingsmusik hörten, berichteten in einer Studie des Universitätsspitals Zürich mit 204 Personen über weniger Schmerzen bei einer Venenpunktion. Die Autoren bezeichnen die Ergebnisse als vorläufig und noch bestätigungsbedürftig.
Was die Studie ergab
Forschende am Universitätsspital Zürich untersuchten, ob Musik Schmerzen beim Einstich einer Nadel lindern kann. Die in der Fachzeitschrift Frontiers in Pain Research veröffentlichte Studie umfasste 204 Patientinnen und Patienten im Alter von 17 bis 83 Jahren, bei denen eine MRT-Untersuchung mit Kontrastmittel geplant war. Die Teilnehmenden wurden vier Gruppen zugeteilt: keine Musik, ihre Lieblingsmusik, spezielle Entspannungsmusik („Quelle des Ich Bin“ von Peter Uwe Piotter) oder die Mozart-Sonate für zwei Klaviere in D-Dur, KV 448, gespielt von Alfred Brendel und Walter Klien. Die Gruppe mit der Lieblingsmusik umfasste klassische Musik und moderne Popmusik, von Beethoven bis zum Hardrock von AC/DC. Die Musik lief vor der Venenpunktion, und die Patientinnen und Patienten bewerteten ihre Schmerzen auf einer Skala von 1 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz). Die Bewertungen erfolgten vor der Punktion, unmittelbar danach, nach 30 Sekunden und nach zwei Minuten. In der Gruppe mit der Lieblingsmusik waren die Schmerzen im Durchschnitt sowohl bei denjenigen, die vor dem Einstich Schmerzen hatten, als auch bei denjenigen ohne Schmerzen verringert. Den Daten zufolge schien die Mozart-Sonate nur Menschen zu helfen, die bereits vor dem Einstich Schmerzen hatten.
Warum das für Patientinnen und Patienten wichtig ist
Der Erstautor Andrei Cristinel Dragnea vom Universitätsspital Zürich sagte, das Schmerzniveau einer Person beim Setzen einer Nadel könne erheblich schwanken. Frühere Studien hätten wiederholt gezeigt, dass das Hören von Musik generell das Schmerzempfinden beeinflusst. Der neuen Analyse zufolge spielen persönliche Vorlieben dabei eine Rolle. Die Letztautorin Meritxell Garcia Alzamora von derselben Klinik ging in ihrer Empfehlung noch weiter.
Ich würde Patientinnen und Patienten das Musikhören empfehlen, insbesondere denen, die Musik generell mögen.
Reaktion der Klinik
Die Klinik plant, den Einsatz von Musik bei Venenpunktionen in radiologischen Untersuchungen auszuweiten. Die Änderung richtet sich vor allem an ängstliche oder klaustrophobische Patientinnen und Patienten. Das Team erklärt, die Änderung folge aus den eigenen Ergebnissen.
Einschränkungen
Die Autoren bezeichnen ihre Ergebnisse als vage Hinweise, die noch bestätigt werden müssen. Die Studie ist klein, und 71 der 204 Teilnehmenden berichteten bereits vor dem Einstich der Nadel über Schmerzen.
