
Münchner CSD-Demo trotzt Rekordhitze: 200 Gruppen, 300.000 erwartet zum Pride-Wochenende
Mehr als 200 Gruppen zogen am Samstagmittag für die Christopher-Street-Day-Parade durch die Münchner Innenstadt und läuteten ein dreitägiges Pride-Festival ein, zu dem trotz außergewöhnlich hoher Temperaturen bis zu 300.000 Besucher erwartet werden.
Unter dem Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke“ lockte die Münchner CSD-Parade am Mittag Tausende in die Innenstadt. Die Teilnehmer zogen von der Erhardtstraße entlang der Isar zur Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor. Die Veranstalter gaben an, dass mehr als 200 Gruppen an dem bunten politischen Demonstrationszug teilnahmen. Das angrenzende Straßenfest auf der Ludwigstraße soll bis Sonntag über 300.000 Menschen anziehen.
Hitzeschutz und Zuversicht
Die rekordverdächtige Hitze veranlasste die Organisatoren, entlang der Pride-Meile Trinkwasserstationen, Wassersprühzonen und Biergärten mit Sonnenschirmen einzurichten. Die Besucher wurden aufgefordert, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 zu verwenden, den Kopf zu bedecken und viel zu trinken; regelmäßige Durchsagen von der Bühne erinnerten die Menge daran, auf sich zu achten. Auch der Sanitätsdienst wurde speziell eingewiesen. Conrad Breyer vom CSD München erklärte, dass es bis zum Nachmittag zu keinen größeren hitzebedingten Vorfällen gekommen sei.
Es ist nur einmal im Jahr und so eine wunderbare Veranstaltung für die Community und für ganz München – alle freuen sich immer darauf.
Schirmherr und politischer Hintergrund
Die Ausgabe 2026 steht erstmals unter der Schirmherrschaft des Münchner Oberbürgermeisters Dominik Krause (Grüne), der selbst homosexuell ist. Die Veranstaltung soll auch ein Gegengewicht zu einem starken Anstieg queerfeindlicher Vorfälle in Bayern darstellen. Laut der Beratungsstelle Strong! stieg die Zahl solcher Vorfälle im vergangenen Jahr von 289 auf 413, die von alltäglicher Diskriminierung und Beleidigungen bis hin zu sexueller Belästigung und Gewalt reichten.
- 2024
- 289
- 2025
- 413
Auf der Social-Media-Plattform X erklärte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU):
Bayern ist weltoffen und tolerant. Im Freistaat kann jeder so leben und lieben, wie er möchte – das ist die Liberalitas Bavariae.


