Regierung · Barcelona
Barcelonas Richterin leitet Verfahren gegen drei Mossos-Beamte wegen Beihilfe zur Flucht Puigdemonts im Jahr 2024 ein
Die Entscheidung erfolgte nach der Anordnung eines Provinzgerichts, den Fall wieder aufzunehmen. Die Beweise zeigen, dass die dienstfreien Beamten Schutztechniken einsetzten, um den früheren katalanischen Präsidenten vor der Festnahme zu bewahren.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von El Periódico, LaVanguardia, europa press und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am 23. Juli 2026 leitete Richterin María Antonia Coscollola formell ein Verfahren gegen Xavier Manso, Jordi Rodrigo und David Goicoechea wegen Unterlassung der Verfolgung von Straftaten ein, nachdem das Provinzgericht Barcelona am 7. Juli die Wiederaufnahme des Falls angeordnet hatte.
Den Beamten droht die Aberkennung des Rechts auf ein öffentliches Amt für sechs Monate bis zwei Jahre gemäß Artikel 408 des Strafgesetzbuchs, weil sie wissentlich die Verfolgung einer Straftat unterlassen haben.
Obwohl die Beamten nicht im Dienst waren (Urlaub, Krankenstand, Beurlaubung), zeigten Video- und Fotoaufnahmen der Internen Revision, dass sie Puigdemont in einer „encapsulamiento“-Formation umgaben und einer das Fluchtfahrzeug besaß.
- 8.08.Puigdemont erscheint bei Kundgebung und flieht trotz Haftbefehl
- 7.07.Provinzgericht Barcelona ordnet Wiederaufnahme des Falls an
- 23.07.Richterin leitet Verfahren gegen drei Mossos-Beamte ein
Die Flucht 2024
Am 8. August 2024, als das katalanische Parlament den Sozialisten Salvador Illa als Präsidenten vereidigen wollte, erschien Carles Puigdemont, der ehemalige Regionalpräsident und Vorsitzende der Partei Junts, überraschend bei einer Unabhängigkeitskundgebung am Arc de Triomf in Barcelona. Puigdemont, der seit dem Referendum 2017 im selbstgewählten Exil in Belgien lebte, hielt eine kurze Rede vor der Menge und verschwand dann – trotz eines aktiven Haftbefehls des Obersten Gerichtshofs (Tribunal Supremo) unter Richter Pablo Llarena aufgrund seiner Rolle beim einseitigen Abspaltungsversuch. Die schnelle Flucht brachte sowohl die Zentralregierung als auch die katalanische Polizei Mossos d'Esquadra in Verlegenheit und löste sofort interne Ermittlungen aus.
Die Rolle der drei Beamten
Die Ermittler der Internen Revision identifizierten später drei Mossos-Beamte, die an diesem Tag dienstfrei hatten: Xavier Manso (im Urlaub), Jordi Rodrigo (krankgeschrieben) und David Goicoechea (beurlaubt). Fotos und Videoaufnahmen der Internen Revision zeigten, dass das Trio Puigdemont in sehr geringer Entfernung umgab und ihm zeitweise den Arm hielt, um ihn durch die Menge zu führen. Der Polizeibericht beschrieb die Formation als „encapsulamiento“, eine für Personenschutzdetails typische Technik. Laut der Ermittlungsrichterin „begleiteten ihn [die Beamten], indem sie zusammenwirkten, damit er zu Fuß die Bühne erreichen konnte … und nachdem er herunterkam, eskortierten und versteckten sie ihn zusammen mit anderen Personen“. Einer der Beamten, Jordi Rodrigo, war der eingetragene Halter eines Fahrzeugs, das Puigdemont während seiner Flucht nutzte – eine Tatsache, die von der Audiencia vermerkt wurde.
Von der Archivierung zur Strafverfolgung
Die erste strafrechtliche Untersuchung wurde von der Ermittlungsrichterin María Antonia Coscollola des Ermittlungsgerichts Nr. 24 in Barcelona eingestellt, da sie zu dem Schluss kam, dass kein Verbrechen vorlag, weil die Beamten nicht im Dienst waren und keine Verpflichtung zur Festnahme hatten. Das Provinzgericht (Audiencia de Barcelona) hob diese Entscheidung jedoch am 7. Juli 2026 auf und entschied, dass genügend Anhaltspunkte für das Delikt der Unterlassung der Verfolgung von Straftaten vorlägen. An dieses Urteil gebunden, erließ Richterin Coscollola am 23. Juli 2026 eine neue Anordnung, mit der sie die drei Beamten formell in das Verfahren einbezog und sie damit einen Schritt vor einem Prozess stehen ließ.
„Die drei Beamten führten gemeinsam und koordiniert Handlungen durch, um die Festnahme zu verhindern und die Flucht von Herrn Puigdemont zu ermöglichen.“
Mögliche Strafen und nächste Schritte
Die Anklage stützt sich auf Artikel 408 des spanischen Strafgesetzbuchs, der einen Amtsträger bestraft, der „wissentlich und vorsätzlich“ die Verfolgung einer Straftat unterlässt, mit der Strafe der besonderen Aberkennung des Rechts auf ein öffentliches Amt oder eine öffentliche Anstellung für die Dauer von sechs Monaten bis zu zwei Jahren. Die Audiencia verwarf den schwerwiegenderen Vorwurf der „Begünstigung“ (encubrimiento), bestätigte jedoch das Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Verletzung der Pflicht zur Verfolgung von Straftaten, was der Einschätzung der Staatsanwaltschaft entsprach. Die Staatsanwaltschaft (Fiscalía) und die Privatkläger – die konservative Partei Vox und die zivilgesellschaftliche Gruppe Hazte Oír – haben nun zehn Tage Zeit, ihre Anklageschriften mit dem Antrag auf Eröffnung eines Hauptverfahrens einzureichen oder die Einstellung des Verfahrens zu beantragen. Wenn das Verfahren fortgesetzt wird, wären die drei Beamten die ersten Mossos-Angehörigen, die sich in dieser Angelegenheit vor Gericht verantworten müssten.
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Quellen und Kontext
- El PeriódicoLa jueza deja a tres mossos a un paso de juicio por la huida de Puigdemont en 2024 en tras reaparecer en Barcelona
- LaVanguardiaProcesados tres mossos acusados de ayudar a huir a Puigdemont en verano de 2024
- El PeriódicoLa jueza procesa a tres mossos por la huida de Puigdemont en 2024
- europa pressLa jueza procesa a 3 mossos por la huida de Puigdemont del 8 de...
- Carles Puigdemont
- Ehemaliger katalanischer Präsident, der nach einem kurzen Auftritt in Barcelona am 8. August 2024 floh
- Xavier Manso
- Beamter der Mossos d'Esquadra, der im Zusammenhang mit der Flucht Puigdemonts angeklagt ist
- Jordi Rodrigo
- Beamter der Mossos d'Esquadra, der im Zusammenhang mit der Flucht Puigdemonts angeklagt ist und Halter des bei der Flucht genutzten Fahrzeugs
- David Goicoechea
- Beamter der Mossos d'Esquadra, der im Zusammenhang mit der Flucht Puigdemonts angeklagt ist
- Salvador Illa
- Präsident der Generalitat von Katalonien, dessen Amtseinführung mit dem Auftritt Puigdemonts zusammenfiel
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