
Staatsanwaltschaft Ceuta leitet Missbrauchsvorwürfe gegen Minderjährige in El Tarajal-Zentren an Gericht weiter
Die Staatsanwaltschaft von Ceuta hat formelle Beschwerden über körperliche Misshandlung und sexuelle Drohungen in den Jugendzentren El Tarajal an ein Gericht weitergeleitet, nachdem acht marokkanische Minderjährige geflohen waren.
Vorwürfe in den Aufnahmeeinrichtungen El Tarajal
Die Justizbehörden in Ceuta haben formelle Beschwerden über angebliche Misshandlungen, körperliche Übergriffe und sexuelle Drohungen gegen unbegleitete marokkanische Minderjährige erhalten, die in Aufnahmeeinrichtungen untergebracht sind. Die Jugendlichen kamen Ende Juli 2026 in der spanischen autonomen Stadt an und verbrachten über einen Monat in informellen Unterkünften, darunter von Anwohnern organisierte Räume auf dem Fußballplatz El Príncipe und in Sidi Embarek. Anfang September 2026 wurden die Mädchen in umgebaute Industrielager im Industriegebiet El Tarajal verlegt. Diese beiden nebeneinander liegenden Zentren stehen unter der administrativen Vormundschaft der autonomen Regierung von Ceuta und werden von zwei getrennten Einrichtungen verwaltet: SAMU und Engloba. Kurz nach ihrer Ankunft in den neuen Einrichtungen berichteten mehrere Minderjährige, dass das Personal sie systematisch verbal gedemütigt, ihnen medizinische Hilfe verweigert, sie geschlagen und ihnen mit der Abschiebung nach Marokko gedroht habe.
Berichte über Missbrauch und Fluchten
Die Situation führte dazu, dass Mitte September acht Teenager-Mädchen aus den Zentren in El Tarajal flohen. Am 10. September 2026 sollen zwei männliche Sicherheitskräfte in den Schlafraum der Mädchen eingedrungen sein, sie geweckt und explizite sexuelle Beleidigungen und Vergewaltigungsdrohungen ausgesprochen haben. Am Dienstag, dem 15. September 2026, flohen drei Mädchen gemeinsam und wiesen sichtbare Blutergüsse auf, die anschließend für Polizeiberichte fotografiert wurden. Am Mittwochabend, dem 16. September 2026, flohen weitere Mädchen zum Fußballplatz El Príncipe, wo Anwohner und Rechtsbeistände ihnen halfen. Nezha, ein 17-jähriges marokkanisches Mädchen, das mit einer starken Prellung am Oberschenkel aus der Einrichtung floh, beschrieb die Zustände im Inneren.
Sie nennen uns ständig Huren, sie schlagen uns und sie bestrafen uns, wenn wir darum bitten, das Handy benutzen zu dürfen oder ein Kissen zu bekommen.
Nezha erklärte weiter, dass das Personal medizinische Notfälle der Bewohner routinemäßig ignorierte.
Wenn wir ein gesundheitliches Problem haben, bringen sie uns nicht zum Arzt, und sie beschimpfen uns, damit wir es ertragen. Es gibt ein Mädchen, das noch drinnen ist, und selbst als sie Blut erbrach, haben sie ihr nicht geholfen.
- Unbegleitete marokkanische Minderjährige kommen in Ceuta an
- Minderjährige werden von Gemeinschaftslagern in die Einrichtungen von El Tarajal verlegt
- Sicherheitskräfte sollen Schlafraum betreten und sexuelle Drohungen ausgesprochen haben
- Drei Minderjährige fliehen aus der Einrichtung und fotografieren körperliche Verletzungen
- Weitere Mädchen fliehen nach El Príncipe, insgesamt acht Flüchtige
- Mädchen sagen bei der Polizei aus; Jugendhilfe ersetzt zwei männliche Wachen und identifiziert eine Erzieherin
- Staatsanwaltschaft bestätigt Weiterleitung des Falls an Gericht und Eröffnung von Schutzakten
Rechtliche Schritte und behördliche Reaktion
Ahmed Enfed-Al, Vorsitzender des Nachbarschaftsvereins El Príncipe, war Zeuge der Ankunft mehrerer verzweifelter Mädchen, die weinend auf der örtlichen Sportanlage eintrafen. Ein Journalist und ein anwesender Anwalt begleiteten die Minderjährigen, um formelle Anzeige bei der Nationalpolizei zu erstatten.
Sie sagten, sie seien beleidigt worden, dass ihnen gegenüber sehr starke Worte und eine sehr schlechte Sprache gebraucht worden seien.
Nach den formellen Aussagen am Donnerstag, dem 17. September 2026, griff der Jugendschutzdienst von Ceuta direkt in den Lagern von El Tarajal ein. Die Behörden identifizierten die beiden in den Beschwerden genannten männlichen Sicherheitskräfte, enthoben sie ihrer Aufgaben und ersetzten sie durch weibliches Personal. Gleichzeitig wurde eine Erzieherin identifiziert, der Körperverletzung vorgeworfen wird. Die Jugendstaatsanwaltschaft eröffnete individuelle Schutzakten für die betroffenen Jugendlichen und leitete die Fallakten an das zuständige Gericht weiter. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Weiterleitung an das Gericht sei aus funktionalen und organisatorischen Gründen erfolgt, um doppelte Ermittlungen zu vermeiden und die hohe Arbeitsbelastung der Staatsanwaltschaft zu bewältigen. Vertreter von SAMU und Engloba lehnten eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.


