Mireille Mathieu wird 80: der ‚Spatz von Avignon‘ hat nach 3.000 Konzerten immer noch Lampenfieber
Die französische Chanson-Ikone, bekannt als der ‚Spatz von Avignon‘, feiert am 22. Juli ihren 80. Geburtstag und gibt zu, dass sie vor jedem Auftritt immer noch Lampenfieber hat.
Eine Stimme, die sechs Jahrzehnte umspannt
Mireille Mathieu, die französische Chansonsängerin mit dem charakteristischen schwarzen Pagenschnitt und den roten Lippen, wird am 22. Juli 2026 80 Jahre alt. Ihre Karriere, die im Dezember 1965 im Pariser Olympia begann, hat mehr als 1.200 in zwölf Sprachen aufgenommene Lieder und über 3.000 Konzerte weltweit hervorgebracht. Fans aus Deutschland, Skandinavien, Kanada, Brasilien, Mexiko und vielen anderen Ländern reisten zu ihrem Jubiläumskonzert im Olympia im Oktober 2025. Für Mathieu bleibt ein Konzert eine Begegnung, keine Routine.
Das Publikum gibt mir so viel.
Vom Fabrikboden ins Olympia
Geboren am 22. Juli 1946 in Avignon als Älteste von 14 Kindern, wuchs Mathieu in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihr Vater, ein Steinmetz, liebte die Oper und gab seine Leidenschaft für Musik an sie weiter. Sie sang in der Kirche und auf lokalen Festen, hatte aber Schwierigkeiten in der Schule und verließ sie früh, um in einer Fabrik zu arbeiten. Später beschrieb sie, wie sie von einer Gesangskarriere träumte, während sie vor dem Spiegel einen Besen als Mikrofon benutzte. 1964 gewann sie mit einem Lied von Edith Piaf, der großen französischen Chanteuse, einen Talentwettbewerb in Avignon. Über Nacht wurde die junge Fabrikarbeiterin zum Star. Mathieu betrachtet Piaf noch immer als künstlerische Mutterfigur und ihre eigene Mutter als den wichtigsten Menschen in ihrem Leben.
Deutschlands adoptierter Spatz
Mathieus Verbindung zu Deutschland ist besonders eng. Dort erhielt sie den Spitznamen „Spatz von Avignon“, eine Anspielung auf ihre Heimatstadt in der Provence und ihre zierliche Statur, gepaart mit einer außergewöhnlichen Stimme. Zu ihren ersten großen deutschen Hits gehörten „Hinter den Kulissen von Paris“ und „Akropolis Adieu“. 1984 erhielt sie für ihren Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft das Bundesverdienstkreuz. Sie hat schöne Erinnerungen an Begegnungen mit Künstlern wie Peter Alexander und später Florian Silbereisen. Auch nach sechs Jahrzehnten auf der Bühne ist dieses Kapitel noch nicht abgeschlossen: Mathieu plant, im Herbst 2026 für Konzerte nach Deutschland zurückzukehren.
Die nervöse Künstlerin
Trotz ihrer großen Erfahrung gibt Mathieu zu, dass sie immer noch unter Lampenfieber leidet. Vor ihrem Jubiläumskonzert im Olympia im Oktober 2025 kämpfte sie eine ganze Woche lang mit Nervosität. Sie beschreibt sich selbst als neugierig, diszipliniert und sensibel. Diese Verletzlichkeit, so deutet sie an, ist Teil dessen, was ihre Auftritte lebendig hält.
Ich habe Lampenfieber.
Was als Nächstes kommt
Mathieus Karriere ist eine Reise durch Kulturen. Sie nannte dies das größte Geschenk, das ihr ihr Beruf gemacht hat. Mit einer für den Herbst 2026 geplanten Rückkehr nach Deutschland zeigt der Spatz von Avignon keine Anzeichen, in den Ruhestand zu gehen. Ihre Stimme, unverändert in ihrer glockenhellen Klarheit, zieht weiterhin Publikum aus aller Welt an.
Mein Beruf hat mir ermöglicht, verschiedene Kulturen kennenzulernen.
- Geboren in Avignon, ältestes von 14 Kindern.
- Gewinnt Talentwettbewerb in Avignon mit einem Lied von Edith Piaf.
- Debüt im Pariser Olympia.
- Erhält das Bundesverdienstkreuz für die deutsch-französische Freundschaft.
- Rückkehr ins Olympia für das 60-jährige Jubiläumskonzert.
- Wird 80 Jahre alt, tritt immer noch mit Lampenfieber auf.
- Geplante Rückkehr nach Deutschland für Konzerte.


