
Polnisches Sportministerium bestreitet Finanzierung fehlerhaften Berichts zur nationalen Marke durch Regierungsbevollmächtigte
Das Ministerium für Sport und Tourismus distanzierte sich von einem 26-seitigen Bericht über die polnische Identität, der von der Regierungsbevollmächtigten für die Marke Polen, Barbara Mróz-Gorgoń, geleitet wurde, nachdem Forscher weit verbreitete Fehler und vermutete Halluzinationen künstlicher Intelligenz festgestellt hatten.
Prüfung der Veröffentlichung zur nationalen Marke
Eine 26-seitige Studie mit dem Titel „Polaków Portret Własny. Raport z badań DNA marki Polska“ geriet nach gründlicher Analyse durch Experten in die Kritik. Diese identifizierten zahlreiche sachliche Fehler, ungewöhnliche Formulierungen und lückenhafte Zitate. Als leitende Autorin und fachliche Projektleiterin wird Dr. habil. Barbara Mróz-Gorgoń genannt, die am 31. Juli 2026 zur Regierungsbevollmächtigten für die Förderung der polnischen Marke ernannt wurde. Erstellt wurde das Projekt von der Fundacja Marka Polska Think Tank in Zusammenarbeit mit der Kozminski-Universität. Sebastian Meitz, ein Experte des Sobieski-Instituts, veröffentlichte auf sozialen Medien eine Reihe von Fundstellen, die auf Anomalien hinwiesen, die an Ergebnisse aus generativen KI-Modellen erinnerten.
- Das Ministerium für Sport und Tourismus unterzeichnet den öffentlichen Auftrag für das Projekt Marka Polska
- Bericht wird an der Kozminski-Universität vorgestellt, der stellvertretende Minister Piotr Borys nimmt teil
- Barbara Mróz-Gorgoń wird zur Regierungsbevollmächtigten für die Förderung der polnischen Marke ernannt
- Analyse des Sobieski-Instituts löst Untersuchung zu mutmaßlichen KI-Fehlern aus
Ministerium bestreitet Finanzierung des Dokuments
Nach öffentlicher Kritik am 20. August 2026 veröffentlichte das Ministerium für Sport und Tourismus eine offizielle Erklärung, in der es sich von dem Bericht distanzierte. Das Ministerium erklärte, die Veröffentlichung sei nicht im Rahmen seines öffentlichen Auftrags vereinbart worden. Zudem sei keine Genehmigung zur Nutzung des Ministeriumslogos erteilt worden.
Der auf Platform X vorgestellte Bericht war weder Gegenstand einer Bestellung noch stellte er die Umsetzung eines Vertrags dar, an dem das Ministerium für Sport und Tourismus beteiligt war.
Das Ministerium erläuterte, es habe am 5. Juni 2025 eine Vereinbarung mit dem Stowarzyszenie Konferencje i Kongresy w Polsce über die Tourismus-Teilstrategie Marka Polska unterzeichnet. Aus einem Gesamtbudget von 200.000 PLN habe das Ministerium eine Projektabrechnung in Höhe von 179.738,19 PLN für Umfragen, Workshops und die Konferenz „Przyszłość Marki Polska“ akzeptiert. Kritiker wiesen jedoch darauf hin, dass das Dokument selbst die Vertragsnummer 2025/0014/1251/UDOT/DT/BP/IS aufführt und der stellvertretende Minister Piotr Borys an der offiziellen Präsentation des Berichts am 25. November 2025 an der Kozminski-Universität in Warschau teilgenommen hatte.
- Vertragszuweisung
- 200000 PLN
- Akzeptierte Abrechnung
- 179738.19 PLN
Sachliche Ungenauigkeiten und textuelle Anomalien
Der Bericht enthielt mehrere geografische und demografische Anomalien. So wurde die südliche Stadt Katowice als im „nördlichen Zentrum“ Polens liegend beschrieben. Zudem wurde behauptet, 95 % der jungen Polen sprächen fließend Englisch, während eine breite Kenntnis von Deutsch, Französisch und Mandarin behauptet wurde. Im Literaturverzeichnis zitierte das Dokument den „Doing Business“-Ranking der Weltbank, das vor fünf Jahren eingestellt wurde. Die Fußnotennummerierung folgte einer unregelmäßigen Reihenfolge und sprang von Fußnote 3 direkt zu 41 und 517, begleitet von leeren Zitaten und der wiederholten Verwendung der englischen Abkürzung „n.d.“ für undatierte Einträge.
Piotr Zychowicz, Historiker und Betreiber des Kanals „Historia realna“, kritisierte die Veröffentlichung für die Verwendung ungrammatikalischen Polnischs vermischt mit englischen Geschäftsbegriffen. Er zitierte Auszüge, in denen von „historii sufferingu“, „FATIGUE KONSUMENCKIEJ“ und „SYNDROM IMPOSTORA na POZIOMIE NARODOWYM“ die Rede war. Zychowicz merkte außerdem an, dass das Erscheinen des nationalen Weißen Adlers auf einem solchen Dokument die Regierungsstandards gefährde.
Erklärung der Autorin und akademische Prüfung
Mróz-Gorgoń reagierte auf Social Media auf die Vorwürfe rund um den Text. Sie betonte, dass die fachliche Forschung den Methoden der Sozialwissenschaften folge, räumte jedoch die unterstützende Nutzung automatisierter Werkzeuge ein.
Die Rolle generativer Modelle der künstlichen Intelligenz wurde bewusst auf eine unterstützende (nicht-autorielle) Phase beschränkt, die die Unterstützung bei der Hypothesenprüfung umfasste.
In einem Interview mit Polsat News bezeichnete Mróz-Gorgoń den verbreiteten Text als einen ungeprüften Arbeitsentwurf. Sie erklärte, das Dokument sei während des Forschungsprozesses entstanden.
Dies ist ein Bericht, der während laufender Forschung erstellt wurde. Er diente als Übergangselement, nichts weiter. Er hätte nicht in die Öffentlichkeit gelangen dürfen, das stimmt.
Die Kontroverse veranlasste Forscher, weitere akademische Publikationen zu überprüfen, an denen Mróz-Gorgoń als Koautorin beteiligt war. Eine Analyse eines Forschers der Universität Warschau ergab chronologische Fehler in einem früheren Papier, darunter die Datierung einer Coca-Cola-Kampagne von 2023 auf 2022 und die falsche Benennung des Journal of Research in Interactive Marketing als Journal of Research in Indian Medicine. Der Forscher stellte fest, dass das veröffentlichte ergänzende Material nur 194 Wörter umfasste, ohne Angabe von Datenquellen.


