
Meta baut Cloud-Geschäft auf, um überschüssige KI-Rechenkapazität zu verkaufen, Aktien steigen um 10%
Meta entwickelt eine Cloud-Einheit, um überschüssige KI-Rechenkapazität zu verkaufen, berichtete Bloomberg. Damit tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu AWS, Microsoft Azure und Google Cloud. Die Aktien stiegen um bis zu 10% – der beste Tagesgewinn seit Januar.
Ein neuer Cloud-Konkurrent
Meta Platforms baut ein Cloud-Geschäft auf, um überschüssige KI-Rechenleistung an externe Kunden zu verkaufen, wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Der Schritt würde die Facebook-Muttergesellschaft in direkte Konkurrenz zu den drei dominierenden Cloud-Anbietern bringen: Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud. Die Aktien sprangen am Mittwoch um rund 10% nach oben – der beste Tag seit Januar – nach einem Jahr, in dem Meta aufgrund von Bedenken der Anleger hinsichtlich des Umfangs seiner KI-Infrastrukturausgaben um etwa 15% gefallen war.
Das steht definitiv zur Debatte. Wir haben das noch nicht getan, weil wir glauben, dass wir eine Verwendung für die Rechenleistung haben. Aber offensichtlich: Wenn wir an einen Punkt kommen, an dem wir das Gefühl haben, dass wir überbaut haben, dann ist das eine Option, die wir haben, und das gibt uns teilweise das Vertrauen, in den Ausbau zu investieren.
Zwei Modelle in der Prüfung
Die junge Cloud-Einheit, die Berichten zufolge unter einer neuen internen Initiative namens Meta Compute angesiedelt ist, erwägt zwei Hauptmodelle. Das erste wäre der Verkauf von Zugang zu KI-Modellen, die auf Metas eigener Infrastruktur gehostet werden, ähnlich wie die Bedrock-Plattform von Amazon Web Services Kunden Zugang zu einer Reihe von Modellen bietet. Das zweite wäre die Vermietung reiner Rechenkapazität, der Ansatz sogenannter Neocloud-Anbieter wie CoreWeave. Meta Compute wurde im Januar gegründet und wird von Infrastrukturchef Santosh Janardhan, Daniel Gross von Meta Superintelligence Labs und Meta-Präsidentin Dina Powell McCormick geleitet.
Ausgaben und die Investitionslogik
Meta hat für 2026 Investitionsausgaben von 115 bis 135 Milliarden Dollar prognostiziert, eine massive Investition in Chips, Grundstücke und Strom zur Unterstützung seiner KI-Ambitionen. Einige Berichte beziffern die Ausgabenspanne mit 125 bis 145 Milliarden Dollar sogar höher. Das Unternehmen hat in Mississippi mit dem Bau eines 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrums begonnen und entwickelt gemeinsam mit Broadcom eigene Chips. Ein Cloud-Geschäft würde ungenutzte GPU-Cluster in wiederkehrende, margenstarke Einnahmen umwandeln und die Rendite der ohnehin geplanten Infrastrukturinvestitionen verbessern. Der Markt wertete die Nachricht als kleines, aber bedeutendes Signal dafür, dass sich diese Milliarden letztlich auszahlen könnten.
- Meta Compute, eine interne Initiative für Rechenzentren und KI-Infrastruktur, wird gegründet.
- Auf der jährlichen Hauptversammlung von Meta erklärt CEO Mark Zuckerberg, dass der Einstieg in Cloud-Computing 'definitiv auf dem Tisch' liege, falls das Unternehmen übermäßige Kapazitäten aufbaut.
- Bloomberg berichtet, dass Meta ein Cloud-Geschäft aufbaut, um überschüssige KI-Rechenleistung zu verkaufen; die Aktien steigen um bis zu 10%.
Dem Beispiel von SpaceX auf dem Überschussmarkt folgend
Meta wäre nicht der erste, der diese Gelegenheit erkennt. SpaceX hat bereits überschüssige Kapazitäten aus xAIs Rechenzentrum in Memphis an Anthropic vermietet – eine Vereinbarung, die Bloomberg Intelligence zufolge bis 2028 mehr als 50 Milliarden Dollar und bis 2030 100 Milliarden Dollar einbringen könnte. Der breitere Branchentrend besteht darin, weitaus mehr Rechenleistung aufzubauen, als heute benötigt wird, in der Annahme, dass die Nachfrage aufholen wird, und die ungenutzten Kapazitäten in der Zwischenzeit zu vermieten. Metas Einstieg würde einen weiteren Schwergewichtigen zu diesem Rennen hinzufügen.
Breitere KI-Ausrichtung
Über das Cloud-Geschäft hinaus treibt Meta seine KI-Modelle in Konsumprodukte. Sein KI-Modell Muse Spark ist bereits kostenlos auf Facebook, WhatsApp, Instagram und der eigenständigen Meta AI-App verfügbar, mit Abonnementstufen, die erweiterte Denkfähigkeiten und höhere Generierungsgrenzen freischalten. Das Unternehmen plant, ein neues KI-Modell in die kürzlich angekündigte Meta Glasses zu integrieren und arbeitet, ähnlich wie Google, an KI-Agenten, die persönliche und berufliche Aufgaben im Namen des Nutzers erledigen können.


