
Merz wirbt in Sachsen-Anhalt hinter verschlossenen Türen, während die AfD mit 40 % in Umfragen führt
Bundeskanzler Friedrich Merz traf unter starken Sicherheitsvorkehrungen lokale CDU-Kandidaten in Quedlinburg und warnte, dass ein AfD-Sieg bei der Landtagswahl am Sonntag internationale Geschäftsinvestitionen abschrecken würde.
Zurückhaltender Auftritt in Quedlinburg
Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte am Montag die Stadt Quedlinburg, um Ministerpräsident Sven Schulze vor der Landtagswahl am 6. September zu unterstützen. Der Besuch fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Schlossberg statt, wo das Gebiet für die Öffentlichkeit abgeriegelt war, ohne Straßenwahlkampf, öffentliche Reden oder Parteiplakate. Merz kam mit einer Limousine und hielt ein nicht öffentliches Treffen mit rund 30 lokalen Kandidaten und Funktionären der Christlich Demokratischen Union (CDU) ab, bevor er eine kurze gemeinsame Erklärung vor Journalisten abgab. Schulze sprach vor Journalisten über regionale politische Fragen, darunter Berufsausbildung, Schulen, Polizei und Arbeitsprogramme.
Es war der Wunsch der lokalen CDU, diese Veranstaltung auf diese Weise abzuhalten.
Wirtschaftswarnungen und Umfragedefizit
Während des gemeinsamen Pressetermins warnte Merz vor den wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Sieges der Alternative für Deutschland (AfD). Er erklärte, dass eine absolute Mehrheit für die rechtspopulistische Partei künftige ausländische Geschäftsinvestitionen im Bundesland gefährden würde. Laut einer ZDF-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen führt die AfD die Wählerpräferenzen mit 40 % an, während die regierende CDU mit 23 % dahinter liegt. Die Linke folgt mit 13 %, die SPD mit 9 % und die Grünen mit 6 %, während BSW und FDP jeweils 3 % erreichen und damit unter der Fünf-Prozent-Hürde liegen.
Sachsen-Anhalt darf nicht zu einem Experimentierfeld für verärgerte Bürger werden.
- AfD
- 40 %
- CDU
- 23 %
- Die Linke
- 13 %
- SPD
- 9 %
- Grüne
- 6 %
- BSW
- 3 %
- FDP
- 3 %
Wahlkampfstrategie in den ostdeutschen Bundesländern
Der Aufenthalt in Quedlinburg war einer von zwei geplanten Besuchen von Merz in Sachsen-Anhalt in der Schlussphase des Wahlkampfs. Bereits am Montag war der Kanzler in Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten, wo er vor der dortigen Landtagswahl Ende September auf verbale Proteste von Demonstranten stieß. In Sachsen-Anhalt plante die CDU-Führung Auftritte abseits größerer Städte wie Magdeburg, Halle, Dessau und Wittenberg. Merz beschränkte seine Reiseroute stattdessen auf Quedlinburg und einen für Donnerstag geplanten Besuch im Chemieindustriezentrum Leuna, während die lokale Parteidynamik angespannt bleibt, nachdem der Kreisverband Harz im vergangenen Jahr dafür gestimmt hatte, das formelle Verbot der Partei zur Zusammenarbeit mit der AfD zu überdenken.
- Merz spricht in Kühlungsborn, Mecklenburg-Vorpommern
- Merz trifft CDU-Kandidaten hinter verschlossenen Türen in Quedlinburg
- Geplanter Wahlkampfbesuch im Chemieindustriezentrum Leuna
- Sachsen-Anhalt hält Landtagswahl ab
Koalitionspositionen und Regierungsherausforderungen
Die Umfragezahlen deuten auf komplexe Koalitionsverhandlungen nach der Abstimmung hin, wobei AfD-Kandidat Ulrich Siegmund darauf abzielt, Schulze als Regierungschef abzulösen. In einem Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin schloss Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer die Bildung einer künftigen Landeskoalition zwischen CDU und Linken aus. Kretschmer merkte an, dass grundlegende politische Unterschiede eine formelle Exekutivkooperation verhinderten, obwohl seine eigene Minderheitsregierung in Sachsen gelegentlich auf Stimmen der Linken angewiesen sei, um Gesetze zu verabschieden. Auf Bundesebene erklärte die Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner, dass ihre Partei eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung einer von der AfD geführten Regierung spielen könne, während Merz zuversichtlich äußerte, dass die CDU am Sonntag die aktuellen Umfragewerte übertreffen werde.
Es ist völlig klar: Es kann keine Regierung mit der Linken geben. Die Inhaltsunterschiede sind so groß, so riesig. Das schließt sich gegenseitig aus.

