
US-Senatsausschuss bringt Gesetz voran, das Mercedes-Verkäufe wegen chinesischer Beteiligungen verbieten könnte
Der Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr hat einen überparteilichen Gesetzesentwurf verabschiedet, der vernetzte Fahrzeuge von Herstellern mit mehr als 15 % chinesischer Beteiligung verbieten würde. Damit gerät Mercedes-Benz ins Visier, da BAIC und der Gründer von Geely Anteile halten.
Die Bestimmungen des Gesetzes
Der Connected Vehicle Safety Act (S. 4429), der am 22. Juli vom Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr verabschiedet wurde, würde den Import, die Produktion, den Verkauf und den Weiterverkauf vernetzter Fahrzeuge von Herstellern verbieten, an denen ein chinesisches, russisches, iranisches oder nordkoreanisches Unternehmen mindestens 15 % der Anteile hält. Das Verbot soll ab 2027 für Software und später für Hardware in Kraft treten, mit längeren Übergangsfristen für Komponenten. Das Gesetz zielt auch auf Fahrzeuge ab, die sicherheitsrelevante Software aus diesen Ländern verwenden.
Mercedes im Visier
Mercedes-Benz ist der einzige große deutsche Automobilhersteller mit chinesischen Aktionären, die die Schwelle potenziell überschreiten. Das staatliche BAIC hält 9,98 % und Geely-Gründer Li Shufu hält 9,69 %, zusammen überschreiten sie die 15 %-Schwelle. Es bleibt unklar, ob das Gesetz die beiden Anteile zusammenrechnen würde. Volkswagen und BMW haben keine vergleichbaren direkten chinesischen Großaktionäre, müssten aber dennoch sicherstellen, dass ihre für die USA bestimmten Fahrzeuge keine verbotene chinesische Software oder Hardware enthalten.
- BAIC
- 9.98 %
- Li Shufu (Geely)
- 9.69 %
- Vorgeschlagene Grenze
- 15 %
Debatte im Senat und Gegenwind
Während der Ausschusssitzung argumentierte Senator Ted Cruz, die 15 %-Grenze scheine darauf ausgelegt zu sein, Mercedes, einen Konkurrenten von General Motors, zu schädigen. Er forderte, die Schwelle vollständig zu streichen.
GM drängt auf diese Bestimmung, um Mercedes-Benz vom Markt zu verdrängen.
Sowohl Cruz als auch Mitunterzeichner Bernie Moreno betonten, dass sie kein Verbot von Mercedes-Verkäufen wünschen. Moreno wies darauf hin, dass das Gesetz den Herstellern die Möglichkeit gibt, Ausnahmen beim Handelsministerium zu beantragen.
Mercedes' Fußabdruck in den USA
Mercedes reagierte mit dem Hinweis auf seine tiefen amerikanischen Wurzeln. Das Unternehmen gab an, rund 160.000 US-Arbeitsplätze zu unterstützen, Werke in Tuscaloosa, Alabama und Charleston, South Carolina zu betreiben und mit 386 Händlern in 49 Bundesstaaten zusammenzuarbeiten. Es betonte auch, dass kein einzelner Aktionär mehr als 10 % hält und die Hauptaktionäre nicht im Aufsichtsrat vertreten sind und keine Kontrolle über Geschäftsentscheidungen haben.
Die starke Präsenz der Marke in den Vereinigten Staaten reicht bis ins Jahr 1888 zurück. Heute sind fünf Millionen Mercedes-Benz-Pkw und -Transporter auf amerikanischen Straßen unterwegs, und mehr als fünf Millionen SUVs und fast 500.000 Transporter wurden im Land montiert.
Wie es weitergeht
Das Gesetz muss nun den gesamten Senat passieren, dann Ausschussanhörungen und eine Abstimmung im Repräsentantenhaus durchlaufen. Erst nach Zustimmung beider Kammern kann die Gesetzgebung dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Der Zeitplan bleibt ungewiss, und die Debatte über die 15 %-Schwelle deutet darauf hin, dass vor einer endgültigen Abstimmung Änderungen wahrscheinlich sind.
- Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr verabschiedet den Connected Vehicle Safety Act
- Der gesamte Senat muss das Gesetz verabschieden; Datum noch nicht festgelegt
- Mehrere Ausschüsse des Repräsentantenhauses müssen Anhörungen abhalten und abstimmen
- Das gesamte Repräsentantenhaus muss das Gesetz billigen
- Der Präsident unterzeichnet das Gesetz, wodurch der Verbotszeitplan ausgelöst wird


