
Mehr als 10.000 bilden Menschenkette am Strand Es Trenc auf Mallorca, um gegen das Gesetz zum Schutz des Naturparks zu protestieren
Bis zu 10.000 Menschen bildeten am Sonntag eine drei Kilometer lange Menschenkette entlang des Strandes Es Trenc und forderten die Balearenregierung auf, ein Gesetz zurückzunehmen, das es ihr erlaubt, den Schutz des Parks per Dekret ohne parlamentarische Zustimmung zu ändern.
Massiver Andrang am Strand
Mehr als 10.000 Menschen, so die Organisatoren, reichten sich am Sonntagmorgen von der Küste des Club Nàutic de sa Ràpita bis nach Ses Covetes die Hände. Die Menschenkette erstreckte sich über mehr als drei Kilometer und füllte den Sand mit Bannern und Sprechchören wie „Salvem es Trenc!“. Der Protest wurde vom Grup Balear d'Ornitologia (GOB), Terraferida und der Plattform Menys Turisme, Més Vida im Rahmen der breiteren Kampagne „Mallorca al límit“ gegen den Touristenansturm organisiert.
Mallorca ist kein Vergnügungspark, den die Politiker nach Belieben verändern können.
Der Auslöser des Gesetzes
Das unmittelbare Ziel des Protests ist das sogenannte Ley Ómnibus, das am 26. Mai mit den Stimmen der Partido Popular (PP) und Vox vom Regionalparlament verabschiedet wurde. Das Gesetz hebt die Notwendigkeit einer parlamentarischen Ratifizierung auf, wenn die Regierung wichtige Schutzbestimmungen in Naturparks ändern will. Die Organisatoren sagen, dass diese „Deslegalisierung“ von Es Trenc bedeutet, dass der Consell de Govern nun per einfachem Dekret Verbote für große Energieinfrastruktur, neue oberirdische Stromleitungen, Fischerei in den Salinen, Jagd am Strand und die Entnahme von Grundwasser oder Sand aufheben kann.
- Das Balearenparlament verabschiedet das Ley Ómnibus, das die parlamentarische Kontrolle bei Änderungen von Parkschutzbestimmungen aufhebt.
- Mehr als 10.000 Menschen bilden eine 3 km lange Menschenkette am Strand Es Trenc, um den Rückzug des Gesetzes zu fordern.
Die PP hat eine Fixierung darauf, den Schutz abzubauen, zu urbanisieren und verschiedene Maßnahmen im Gebiet von Es Trenc durchzuführen.
Regierung wehrt sich
Präsidentin Marga Prohens hat jede Absicht bestritten, den Schutz zu schwächen. Sie sagt, die Änderung gleiche Es Trenc lediglich an die übrigen Parks des Archipels an, in denen alle Bestimmungen bereits per Dekret geregelt seien. Die Bürgermeisterin von Campos, Francisca Porquer (PP), erschien während der Verlesung des Manifests im Bikini am Strand, bat um das Mikrofon und wurde vom Schriftsteller Sebastià Alzamora aufgefordert, das Recht auf Protest zu respektieren. Die Organisatoren warfen ihr Provokation vor; sie sagte später, sie habe nur Hände schütteln wollen.
Wir sind hier, um diesen symbolischen Ort wie Es Trenc zu schützen und auch alle Naturräume zu verteidigen, die durch den Pakt zwischen PP und Vox ihres Schutzes beraubt und angegriffen werden. Was sie getan haben, ist, den Schutz abzubauen, und sie haben ein Szenario vorbereitet, um es leichter zu machen, das Schutzregime zu ändern.
Manifest und Forderungen
Sebastià Alzamora verlas ein Manifest, das den Rückzug des Gesetzes zur Beschleunigung strategischer Projekte, einen Stopp der deregulierenden Bestimmungen im Agrargesetz, ein vollständiges Verbot von Ferienwohnungen im ländlichen Raum und die Streichung der 14.000-Quadratmeter-Mindestgrundstücksregel aus dem Raumordnungsplan Mallorcas forderte. Der Text betonte, dass die Forderungen konkret und dringend seien, nicht utopisch.
Wir fordern keine Utopien oder seltsamen Dinge, sondern konkrete, realistische und vor allem dringende Maßnahmen für das Gemeinwohl. Das Modell, das die Regierung fördern will, ist ein zerstörerisches Modell, das sie anderswo nicht wollten und nicht wollen.
Ein wiederkehrender Kampf
Der Protest am Sonntag ist die dritte große Mobilisierung zum Schutz von Es Trenc in den letzten 40 Jahren. Die Organisatoren bezeichneten die Beteiligung als Erfolg und sagten, die Reaktion der Bürger bestätige, dass die Verteidigung des Territoriums ein weit verbreitetes Anliegen sei. Sie warnten davor, dass der Dekretmechanismus in Zukunft auf andere geschützte Naturräume ausgeweitet werden könnte.


