
Tausende nehmen an March for Life und Gegendemonstrationen in Berlin und Köln teil
Die Polizei setzte in Berlin 1.150 Beamte ein, während Abtreibungsgegner und Pro-Choice-Gruppen am 19. September konkurrierende Kundgebungen in der Hauptstadt und Köln abhielten.
Kundgebungen in Berlin und Köln
Tausende Menschen versammelten sich am 19. September 2026 in Berlin und Köln zu den jährlichen March for Life-Demonstrationen und gleichzeitigen Gegendemonstrationen. Die Versammlungen wurden vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) organisiert, einem Dachverband, der überwiegend christliche Gruppen vereint. Demonstranten in beiden Städten setzten sich für Verbote von Abtreibung und Sterbehilfe ein. Nach Polizeiangaben nahmen zu Beginn etwa 2.000 bis 2.200 Menschen am Berliner Marsch teil, während die BVL-Organisatoren angaben, dass 4.200 Menschen in der Hauptstadt teilnahmen. In Köln meldeten die Organisatoren 2.100 Teilnehmer, obwohl die Polizei sowohl beim Hauptmarsch als auch bei den Gegendemonstrationen weniger als 1.000 Teilnehmer beobachtete. Die Organisatoren hatten zuvor bis zu 5.000 Marschierer in Berlin und 3.000 in Köln angemeldet, Zahlen, die nach Polizeiangaben nicht erreicht wurden.
- Berlin
- 4200 Teilnehmer
- Köln
- 2100 Teilnehmer
Slogans und Krankenhausstörung
Die Marschteilnehmer trugen auf den ausgewiesenen Demonstrationsrouten visuelle Symbole und Banner. An den Versammlungsorten errichteten die Teilnehmer Reihen weißer Kreuze. Einige trugen Banner mit Slogans wie „Kein Tod auf Rezept“, während eine andere Darstellung eine kleine Babypuppe zeigte, die an einem Holzkreuz befestigt war, begleitet vom Slogan „Keine Kinder – keine Zukunft“. Katholische Bischöfe gehörten zu den Anwesenden bei den Versammlungen. In Berlin führte die Marschroute am Universitätsklinikum Charité vorbei, wo es zu einer Auseinandersetzung kam. Die Polizei berichtete, dass zwischen 30 und 40 Personen das Krankenhausgelände betraten, um den vorbeiziehenden Zug zu blockieren. Polizeibeamte griffen ein, nahmen die Personalien der Verdächtigen auf und leiteten Strafverfahren wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch ein.
Gegendemonstrationen und rechtlicher Hintergrund
Parallel dazu fanden in beiden Städten Gegendemonstrationen statt, um sich gegen die Plattform des BVL zu stellen. In Berlin mobilisierte das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Aktivisten, während in Köln die feministische Gruppe Pro Choice Köln Kundgebungen unter dem Motto „Pro Choice – Für körperliche Selbstbestimmung“ abhielt. Die Organisatoren der Gegendemonstrationen hatten rund 800 Teilnehmer in Berlin und 3.000 in Köln angemeldet, die tatsächliche Teilnehmerzahl blieb jedoch hinter diesen Schätzungen zurück. Die Gegendemonstranten forderten die vollständige Legalisierung von Abtreibungen und die vollständige Abschaffung des § 218 StGB. Nach geltendem deutschen Recht ist eine Abtreibung technisch gesehen eine rechtswidrige Handlung, bleibt jedoch straffrei, wenn sie innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen nach einer obligatorischen Beratung durchgeführt wird, die mindestens drei Tage zuvor abgeschlossen wurde.
Organisationsgeschichte und politische Verbindungen
Der March for Life findet seit 2002 in Berlin statt, während die Kundgebung in Köln 2023 eingeführt wurde. Bei früheren Demonstrationen führte die Anwesenheit von Persönlichkeiten der rechtsextremen Alternative für Deutschland, darunter die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch, zu lautstarkem Widerstand von Kirchenvertretern, die am Marsch teilnahmen. Die Teilnehmerzahlen schwankten in den letzten Jahren. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei etwa 2.200 Teilnehmer in Berlin und etwa 1.200 Teilnehmer in Köln. Um die öffentliche Ordnung während der mehreren Demonstrationen in Berlin am 19. September aufrechtzuerhalten, setzten die Behörden 1.150 Polizeibeamte in der ganzen Stadt ein.
- Der BVL etabliert den jährlichen March for Life in Berlin
- Der BVL erweitert den March for Life nach Köln
- Polizei registriert 2.200 Teilnehmer in Berlin und 1.200 in Köln
- Doppelte Märsche finden parallel zu Gegendemonstrationen statt


