
Lucas Malcotti gewinnt historischen Degen-Weltmeistertitel für die Schweiz in Hongkong
Der Walliser besiegte Italiens Davide Di Veroli in einem engen Finale mit 12:11 und krönte damit einen Tag, der auch Kanuslalom-Gold für Alena Marx brachte.
Der Weg zum Gold
Lucas Malcotti erreichte nach einem anstrengenden Tag bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Hongkong die Spitze des Podiums. Er eröffnete seinen Wettkampf, indem er den Ungarn Gergely Siklosi im Achtelfinale mit 15:11 besiegte. Das Viertelfinale gegen den Russen Dimitri Schwelidse ging in die Verlängerung, in der sich Malcotti mit 12:11 durchsetzte. Das Halbfinale war noch enger: ein 13:12-Sieg über den Überraschungsmann Khalifah Alomairi aus Saudi-Arabien, erneut in der Verlängerung. Im Finale traf er auf den 24-jährigen Italiener Davide Di Veroli, den Vizeweltmeister von 2023.
- Besiegte Gergely Siklosi mit 15:11
- Besiegte Dimitri Schwelidse mit 12:11 nach Verlängerung
- Besiegte Khalifah Alomairi mit 13:12
- Besiegte Davide Di Veroli mit 12:11
Das Goldmedaillengefecht war eine angespannte Angelegenheit. Malcotti lag nach dem ersten Durchgang mit 1:3 zurück und nach dem zweiten mit 4:6. Erst 1 Minute und 23 Sekunden vor Schluss überholte er seinen Gegner und hielt den Vorsprung bis zum 12:11-Endstand. „Dieser Tag war auf meiner Seite“, sagte der 31-Jährige hinterher und dachte über die knappen Ränder nach, die ihn durch drei aufeinanderfolgende 12:11- oder 13:12-Siege getragen hatten.
Historische Leistung
Vor Hongkong hatte noch nie ein Schweizer einen individuellen Fecht-Weltmeistertitel gewonnen. Das einzige frühere Schweizer Einzelgold gehörte Anja Straub, die 1989 in Colorado im Degen der Frauen triumphierte. Malcottis Sieg schreibt seinen Namen daher als ersten männlichen Schweizer Weltmeister im Einzel in die Rekordbücher. Er hatte bereits 2018 Mannschaftsgold gewonnen, aber diesen persönlichen Titel schätzte er höher ein. In einem Interview mit RTS beschrieb er die Emotion als „incroyable“ und ordnete den Einzeltitel „eine Stufe über“ dem Mannschaftserfolg ein, wobei er hinzufügte, er habe „eine sehr große Seite in der Schweizer Fechtgeschichte geschrieben.“
Reaktion und Ausblick
Malcotti sagte am Mikrofon des Internationalen Fechtverbandes, er sei ohne ein festgelegtes Ziel in den Wettkampf gegangen und habe ihn „Treffer für Treffer“ aus Freude genommen. Er glaubt, dass diese Einstellung ihn vom Druck befreit habe, zumal ihn niemand als Favoriten aufgestellt hatte. Der Titel kommt nach einer schwierigen Phase: Körperliche Probleme behinderten ihn einen Monat zuvor bei den Europameisterschaften und führten zu Momenten des Zweifels, in denen er daran dachte, alles hinzuwerfen. Sein Stil, so sagte er RTS, basiere auf „Kraft“. Die Goldmedaille schärft seine Motivation für die Olympischen Spiele 2028.
## Kanuslalom-Erfolg Während Malcotti in Hongkong Geschichte schrieb, holten die Geschwister Marx für die Schweiz bei den Kanuslalom-Weltmeisterschaften in Oklahoma City Medaillen. Alena Marx, 25, gewann Gold in der olympischen Kajak-Cross-Disziplin, ihren zweiten Weltmeistertitel nach Gold im Kajak-Cross-Zeitfahren vor einem Jahr. Ihr älterer Bruder Dimitri Marx holte Silber in derselben Disziplin, hinter dem Tschechen Vit Prindis. Es war Dimitris erste Einzel-Weltmeisterschaftsmedaille. Die Strecke in Oklahoma City ist der Austragungsort für die Slalomwettbewerbe bei den Spielen 2028 in Los Angeles, und die Meisterschaften waren der erste Wettkampf, der für die olympische Qualifikationsrangliste zählte.

