
Atletico Madrid droht FIFA-Beschwerde an, nachdem Julian Álvarez seinen Wechselwunsch zu Barcelona öffentlich macht
Julian Álvarez erklärte nach Argentiniens WM-Sieg über Österreich, dass er Atletico Madrid verlassen möchte, angeblich um zu Barcelona zu wechseln, was den Klub dazu veranlasst, eine Beschwerde bei der FIFA wegen angeblich unerlaubter Kontaktaufnahme zu erwägen.
Öffentliche Erklärung in Dallas
Nach dem 2:0-Gruppensieg Argentiniens gegen Österreich nutzte Atletico-Madrid-Stürmer Julian Álvarez die Mixed Zone, um seine Absichten klarzustellen. „Ich denke nicht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, darüber zu sprechen, aber ich kann mich auch nicht verstecken oder so tun, als ob nichts wäre. Ich versuche, ein ehrlicher Mensch zu sein“, sagte er gegenüber ESPN. „Ich habe ehrlich mit den Leuten im Verein gesprochen. Ich glaube, ein Transfer ist das Beste für alle. Ich möchte meinen Traum verwirklichen.“ Seine Worte wurden weithin als Drängen auf einen Wechsel zu Barcelona interpretiert, wo er Berichten zufolge in die Fußstapfen seines Landsmanns Lionel Messi treten möchte.
Die Erklärung folgte monatelangen Spekulationen. Im vergangenen Sommer hatte Álvarez‘ Berater Fernando Hidalgo spanischen Medien mitgeteilt, dass sein Mandant als Barcelona-Fan aufgewachsen sei, und aktuelle Barca-Spieler hatten öffentlich seine Verpflichtung gefordert. Im März, nach Atleticos Champions-League-Sieg über Tottenham, hatte sich Álvarez noch vage geäußert („Vielleicht ja, vielleicht nein. Man weiß nie“), doch nun sprach er Klartext.
Atleticos wütende Reaktion
Atletico reagierte laut übereinstimmenden Quellen von The Athletic mit Wut, die sich vor allem gegen Barcelona richtete, das den Spieler angeblich zu der öffentlichen Stellungnahme gedrängt habe, um eine für den katalanischen Klub günstige Situation zu erzwingen. Vereinsvertreter betrachten die Herangehensweise laut El-Mundo-Quellen als Teil eines Musters („Erpressung“ und „Einschüchterung“), das an die Antoine-Griezmann-Saga von 2019 erinnert, als Atletico ebenfalls eine FIFA-Beschwerde einreichte, nachdem Barcelona den französischen Stürmer verpflichtet hatte.
Der Madrider Klub besteht darauf, dass Álvarez nicht verkäuflich ist, und verweist auf seinen bis 2030 laufenden Vertrag mit einer Ausstiegsklausel von 500 Millionen Euro. Das von El Periodico gemeldete erste Angebot Barcelonas in Höhe von 100 Millionen Euro hat sie nicht beeindruckt. Stattdessen prüft die Rechtsabteilung des Vereins, ob man Barcelona bei der FIFA anzeigen soll, da die Regeln es Vereinen verbieten, einen Spieler zum Vertragsbruch zu verleiten. Im Falle eines Nachweises könnten Sanktionen bis hin zu einem zweijährigen Wechselverbot verhängt werden.
Ich habe ehrlich mit den Leuten im Verein gesprochen. Ich glaube, ein Transfer ist das Beste für alle. Ich möchte meinen Traum verwirklichen.
Der Griezmann-Präzedenzfall
Atleticos Vorgehen zieht eine direkte Linie zu 2019. Als Barcelona Griezmann durch Zahlung seiner 120-Millionen-Euro-Klausel verpflichtete, argumentierte Atletico, das Geschäft sei Monate zuvor, während sie noch in der Champions League waren, vereinbart worden, und meldete den Vorgang dem spanischen Verband und der FIFA. Der Fall endete mit einer kleinen Geldstrafe für Barcelona und einer Zahlung von 15 Millionen Euro zur Beilegung des Streits. Vereinsführungskräfte sehen nun die Situation von Álvarez als Wiederholung, auch wenn sie diesmal weniger kompromissbereit sein könnten.
Fanreaktion
Im Internet reagierten Atletico-Anhänger mit einer Mischung aus Enttäuschung und Feindseligkeit. Kommentare in sozialen Medien forderten, Álvarez bei seiner Rückkehr ins Metropolitano auszubuhen, und bestanden darauf, dass der Verein an der Klausel festhalten solle. „Wenn er gehen will, tschüss, aber er soll die Klausel bezahlen, um seinen Traum zu verwirklichen“, schrieb einer. Andere machten sich über seine Form lustig und stellten fest, dass er mit dem Toreschießen kämpfte. Die Vereinsführung steht nun vor einer heiklen Balance: einen hochkarätigen Spieler zu verkaufen und damit den Eindruck zu bestätigen, dass alles feil ist, oder einen unzufriedenen Star zu behalten und den finanziellen Schaden in Kauf zu nehmen.
- Álvarez wechselt für gemeldete 95 Millionen Euro von Manchester City zu Atletico Madrid.
- Berater Fernando Hidalgo teilt El Chiringuito mit, dass Álvarez als Barcelona-Fan aufgewachsen ist.
- Kontakte zwischen Barcelona und Álvarez beginnen laut spanischen Medien.
- Nach einem Champions-League-Sieg gegen Tottenham sagt Álvarez, ein Wechsel sei möglich: „Vielleicht ja, vielleicht nein.“
- Álvarez bittet nach Argentiniens WM-Spiel öffentlich um einen Transfer und erklärt, er wolle seinen Traum verwirklichen.
- Atletico Madrid prüft die Einreichung einer FIFA-Beschwerde gegen Barcelona wegen angeblich unerlaubter Kontaktaufnahme.


