
Tour de France: Florian Lipowitz bricht sich bei Sturz auf der 16. Etappe das Schlüsselbein und gibt auf, Evenepoel siegt
Florian Lipowitz‘ Tour de France endete mit einem Sturz im Einzelzeitfahren der 16. Etappe, bei dem er sich das rechte Schlüsselbein brach. Das beendete seine Podiumschancen und zwingt Red Bull, alle Ressourcen hinter Remco Evenepoel für die finalen Bergetappen zu bündeln.
Die Ambitionen von Red Bull bei der Tour de France erlitten auf der 16. Etappe einen schweren Schlag, als der deutsche Fahrer Florian Lipowitz im Einzelzeitfahren stürzte und sich das rechte Schlüsselbein brach, was ihn zum Aufgeben zwang. Das Teamhotel außerhalb von Findrol war gedämpft, obwohl Remco Evenepoel die Etappe vor dem Gelben Trikot von Tadej Pogacar gewann. Teamchef Ralph Denk beschrieb die Stimmung als bedrückend und bezeichnete den Verlust von Lipowitz als schmerzhaften Schlag für ihre Podiumsstrategie und die Team-Moral.
Sturz überschattet Etappensieg
Evenepoel holte sich seinen zweiten Etappensieg in Folge im Zeitfahren, doch die Stimmung im Teamhotel Campanile Findrol Savoie Leman war kaum weniger als trauerähnlich. Der 25-jährige Lipowitz lag noch im Krankenhaus, als das Team zusammenkam, seine Tour war vorbei und sein rechtes Schlüsselbein gebrochen. Denk machte deutlich, dass der Sieg hohl wirkte.
Wir werden ihn nicht nur im Kampf um das Podium vermissen, sondern auch als Menschen. Wir haben heute gewonnen, aber es ist nicht so, dass bei uns alles super ist. Es tut mir auch für Remco leid, dass hier nicht alles eitel Sonnenschein ist.
Evenepoel selbst drückte tiefes Mitgefühl für seinen Teamkollegen aus und räumte die praktischen Kosten ein. Zwei Fahrer in der Spitzengruppe zu haben, war eine wesentliche taktische Karte auf den Bergetappen gewesen, und Lipowitz hatte aktiv um den dritten Gesamtrang gekämpft.
Nach all den Opfern, die er gebracht hat, ist das besonders schmerzhaft. In erster Linie ist es sehr bitter für ihn, aber auch für das Team.
Saisonende und Genesungszeitplan
Ärzte diagnostizierten einen Bruch des rechten Schlüsselbeins, eine Verletzung, die eine mindestens sechswöchige Erholungszeit erfordert. Diese Prognose schließt Lipowitz von der Vuelta a España aus, die vom 22. August bis 13. September stattfindet. Sie macht auch seine Teilnahme an den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften in Montreal, die vom 20. bis 27. September geplant sind, äußerst unwahrscheinlich. Die frühestmögliche Rückkehr wäre bei eintägigen italienischen Herbstklassikern wie der Lombardei-Rundfahrt am 10. Oktober.
- Lipowitz stürzt und bricht sich das rechte Schlüsselbein, was seine Tour de France beendet. Evenepoel gewinnt die Etappe vor Pogacar.
- Red-Bull-Team bestätigt, dass Lipowitz mindestens sechs Wochen ausfällt, was ihn für die Vuelta a España und wahrscheinlich die Weltmeisterschaften ausschließt.
- Lipowitz könnte möglicherweise bei Eintagesrennen wie der Lombardei-Rundfahrt zurückkehren.
- Die Vuelta a España findet statt; Lipowitz wird nun höchstwahrscheinlich nicht teilnehmen.
- UCI-Straßen-Weltmeisterschaften in Montreal; Lipowitz ist ein großer Fragezeichen.
Für einen Fahrer, der im Vorjahr bei der Tour Dritter wurde, krönt der Sturz eine schwierige drei Wochen. Lipowitz hatte anhaltende Kritik an Red Bulls Doppelspitzenkonzept, einen kleinen Streit mit Evenepoel in der ersten Woche und eine enttäuschende Bergetappe zum Plateau de Solaison erlebt, bei der er nicht mit dem Tempo von Pogacar oder seinem eigenen belgischen Teamkollegen mithalten konnte.
Red Bull setzt voll auf Evenepoel
Mit Lipowitz‘ Ausfall ist Red Bulls Fahrplan für den Rest der Tour eindeutig: alles hinter Remco Evenepoel. Der Belgier liegt auf dem zweiten Gesamtrang, 4 Minuten und 32 Sekunden hinter Pogacar. Denk betonte, das Team werde um seinen Podiumsplatz kämpfen, war aber deutlich, als er gefragt wurde, ob Evenepoel das Gelbe Trikot angreifen könne.
Wir geben das Podium nicht her. Es wird sicher ein harter Kampf bevorstehen, mit hohen Bergen. Aber wir haben auch einen starken Remco. Wenn es Mann gegen Mann geht, sehe ich keine Chance.
- Tadej Pogacar
- 0 Sekunden Rückstand
- Remco Evenepoel
- 272 Sekunden Rückstand
Evenepoels eigene Einschätzung war ebenso pragmatisch: Der Verlust von Lipowitz nimmt einen wichtigen Verbündeten für die verbleibenden Alpenetappen und beraubt das Team eines Fahrers, der an jedem der letzten Bergetage zu den letzten sieben Anwärtern gehörte. Der Spielraum für Fehler ist nun dahin.