
Linke überholt CDU in Berlin-Wahlumfrage – erstmals seit 2023 vorn
Zweieinhalb Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus sieht eine neue Umfrage Die Linke bei 20 Prozent, während die Christdemokraten des amtierenden Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner auf den vierten Platz zurückfallen.
Verschiebungen
Eine Berlin-Trend-Erhebung von Infratest dimap im Auftrag des RBB, veröffentlicht am Mittwoch, sieht Die Linke bei 20 Prozent Zustimmung unter den Berliner Wählern – ein Plus von zwei Prozentpunkten seit Ende April. Die Grünen folgen mit 19 Prozent, die AfD mit 18 Prozent und die CDU mit 17 Prozent (ein Minus von zwei Punkten). Die SPD liegt bei 13 Prozent, ein Punkt weniger. Sowohl die FDP als auch das BSW würden mit je drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
- Die Linke
- 20 %
- Grüne
- 19 %
- AfD
- 18 %
- CDU
- 17 %
- SPD
- 13 %
- FDP
- 3 %
- BSW
- 3 %
Dieses Ergebnis markiert das erste Mal seit der Wiederholungswahl 2023, dass die CDU ihre Spitzenposition in einer Berliner Umfrage verloren hat. Bei jener Wahl hatten die Christdemokraten 28,2 Prozent der Stimmen errungen – fast das Dreifache der 12,2 Prozent der Linken. Eine separate Civey-Umfrage für den Tagesspiegel Mitte Juni hatte die CDU noch bei 22 Prozent gesehen, was das Tempo des Absturzes verdeutlicht.
Probleme der Amtsinhaber
Die Unzufriedenheit mit dem regierenden schwarz-roten Senat ist weit verbreitet: 78 Prozent der Befragten sagten Infratest dimap, sie seien mit dessen Arbeit unzufrieden. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, der bereits in der Kritik stand, weil er während eines großflächigen Stromausfalls, der zehntausende Berliner Haushalte ohne Strom zurückließ, Tennis spielte und seinen Aufenthaltsort zunächst verschwieg, sah seine persönlichen Umfragewerte sinken. Auf einem CDU-Landesparteitag sah sich Wegner einem überraschenden Herausforderer gegenüber; er erhielt schließlich 92,6 Prozent der Delegiertenstimmen.
Koalitionsarithmetik
Die aktuelle Koalition aus CDU und SPD würde laut Umfrage weit hinter eine Mehrheit zurückfallen. Die Parteien müssten vermutlich ein Dreierbündnis aushandeln, um nach der Wahl am 20. September einen stabilen Senat zu bilden. Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, die ihre Partei noch nie auf den ersten Platz in einer Berliner Umfrage geführt hat, strebt das Rote Rathaus an. Die Grünen schicken Werner Graf ins Rennen, die AfD Kristin Brinker. Der SPD-Landesvorsitzende Steffen Krach musste Verluste für seine Partei hinnehmen.
- Die Linke
- 20 %
- Grüne
- 19 %
- AfD
- 18 %
- CDU
- 17 %
- SPD
- 13 %
- FDP
- 3 %
- BSW
- 3 %


