
Lech Poznań kommt gegen Cracovia nicht über torloses Unentschieden hinaus – flauer Ekstraklasa-Auftakt
Der polnische Meister Lech Poznań startete am Samstag mit einem 0:0-Heimremis gegen Cracovia in die 100. Ekstraklasa-Saison und konnte Ballbesitz im Stadion Miejski nicht in Tore ummünzen.
Lech Poznań begann seine Titelverteidigung in der 100. Saison der polnischen Erstklassigkeit mit einem torlosen Unentschieden gegen Cracovia – ein Ergebnis, das in scharfem Kontrast zu ihrer jüngsten torreichen Form stand. Der Meister war nach einem 3:1-Sieg im Superpuchar Polski gegen Górnik Zabrze und einem 4:1-Auswärtssieg bei Aarhus GF in der Champions-League-Qualifikation ins Spiel gegangen, konnte aber eine disziplinierte Cracovia-Mannschaft, die mit einem klaren Defensivplan anreiste, nicht bezwingen.
Ein Spiel mit wenigen Chancen
Cheftrainer Niels Frederiksen nahm im Vergleich zum Aarhus-Sieg drei Änderungen vor: Robert Gumny ersetzte Joel Pereira auf der rechten Abwehrseite, Filip Jagiełło kam für Radosław Murawski ins Mittelfeld, und Leo Bengtsson begann links statt Luis Palma. Der umgestellte Angriff tat sich schwer. Lech hatte Ballbesitz, entwickelte aber wenig Gefahr. Die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit ergab sich in der 23. Minute, als Sebastian Madejski einen harten Bengtsson-Schuss parierte und Mikael Ishak den Abpraller drüber jagte.
Cracovia, von Trainer Bartosz Grzelak in einem kompakten 4-4-2-Block aufgestellt, gab Raum preis, aber kaum klare Durchbrüche zu. Sie waren bei Kontern gefährlich und wären in der 31. Minute beinahe in Führung gegangen, als Antoni Kozubal sich vor einen Schuss von Ajdin Hasić aus 12 Metern warf und das, was wie ein sicherer Treffer aussah, blockte.
- Madejski pariert Bengtssons Schuss; Ishak jagt den Abpraller daneben
- Kozubal blockt Hasićs Schuss aus 12 Metern und verhindert Cracovias Führung
- Cracovias Karol Knap verletzt, ersetzt durch Beno Selan
- Lis sieht Rot wegen Handspiels außerhalb des Strafraums; VAR hebt die Karte auf
- Henriksson köpft Cracovias einzigen Torschuss direkt auf Lis
VAR hebt rote Karte gegen Lis auf
Der Aufreger kam in der 54. Minute. Schiedsrichter Damian Sylwestrzak zeigte Lech-Torwart Mateusz Lis die Rote Karte, weil er den Ball außerhalb seines Strafraums mit der Hand gespielt hatte. Nach einer VAR-Überprüfung wurde die Entscheidung zurückgenommen: Die Wiederholungen zeigten, dass Lis den Ball auf der Linie aufgenommen hatte, sodass das Handspiel regelkonform war und das Spiel ohne Sanktion fortgesetzt wurde.
Beide Seiten hätten den Sieg noch spät erzwingen können. In der 90. Minute gelang Cracovia der einzige Torschuss, als Gustav Henriksson aus fünf Metern köpfte und Lis zu einer einfachen Parade zwang. Auf der anderen Seite lenkte Madejski einen harten Distanzschuss von Radosław Murawski über die Latte.
Grzelaks ungeschlagene, aber sieglose Serie hält an
Grzelak übernahm Ende April 2026 das Amt bei Cracovia und sicherte den Klassenerhalt, hat aber noch keinen Ligasieg verbucht. Seine Bilanz steht nun bei sechs Unentschieden aus sechs Ekstraklasa-Spielen: fünf am Ende der Vorsaison plus dieses Remis in Posen. In seiner Startelf gegen Lech standen keine Sommertransfers; er setzte auf Spieler, die die Vorbereitung unter seiner Leitung absolviert hatten.
Für Lech zog die Leistung wenig schmeichelhafte Vergleiche mit dem Auftakt der Saison 2025/26, als Cracovia im selben Stadion 4:1 gewann. Diese Niederlage war Teil eines wackligen Starts unter Frederiksen, der danach einräumte, dass übermäßige Rotation der Mannschaft geschadet habe. Diesmal beschränkten sich die Änderungen auf drei, aber die Angriffsdynamik, die man gegen Aarhus gesehen hatte, war verschwunden.
Was als Nächstes ansteht
Lech reist zum nächsten Spiel zum Aufsteiger Wieczysta Kraków – ein Verein, der sein erstes Heimspiel in der PKO BP Ekstraklasa bestreitet. Cracovia empfängt Pogoń Szczecin. Beide Partien fallen in den zweiten Spieltag der hundertsten Saison der Liga.
- Unentschieden
- 6 Spiele
- Siege
- 0 Spiele
- Niederlagen
- 0 Spiele

