
AfD fordert CDU und SPD bei Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern heraus
Fast vier Millionen Wählerinnen und Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind am 20. September 2026 aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die AfD steht nach ihrem Sieg in Sachsen-Anhalt vor Zugewinnen.
Zwei Landtagswahlen unter bundespolitischer Beobachtung
Wähler in Berlin und dem nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern sind am Sonntag, dem 20. September 2026, aufgerufen, neue Landtage zu wählen. Fast vier Millionen Wahlberechtigte in beiden Bundesländern, die rund 6 % der deutschen Bevölkerung ausmachen, werden an den Wahlen teilnehmen. Die Landtagswahlen finden genau zwei Wochen nach der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September statt, bei der die Alternative für Deutschland (AfD) 44 % der Stimmen erhielt und die Christlich Demokratische Union (CDU) auf rund 17 % fiel. Bei dieser Wahl verfehlte die AfD die absolute Mehrheit im Landtag um nur drei Sitze. Die bevorstehenden Wahlen sind ein unmittelbarer Test für die Bundesregierung und die politische Autorität von Bundeskanzler Friedrich Merz, der seit sechzehn Monaten im Amt ist.
Enger Wettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern deuten Meinungsumfragen auf ein enges Rennen zwischen der regierenden Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der AfD hin. Umfragen von Infratest Dimap und INSA sehen die AfD bei 37 % und die SPD zwischen 35 % und 38 %, während Ministerpräsidentin Manuela Schwesig persönliche Zustimmungswerte von über 60 % behält. Die CDU liegt indes bei 6 % bis 7 %, was die Partei gefährlich nahe an die 5 %-Hürde bringt, die für den Einzug in den Landtag erforderlich ist. Der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters bezeichnete den Wahlkampf als Kampf um das politische Überleben seiner Partei. Die wichtigsten Anliegen der Wähler in dem ländlichen ostdeutschen Bundesland sind Bildung, wirtschaftliche Lage und die Bekämpfung der Arbeitslosenquote von rund 8 %. Die etablierten Parteien halten weiterhin an der Strategie der Isolierung der AfD fest und lehnen jede Regierungskoalition mit der rechten Partei ab.
- AfD
- 37 %
- SPD
- 35 %
- Die Linke
- 10 %
- CDU
- 7 %
- Grüne
- 5 %
Wohnungskrise dominiert das Berliner Renen
In Berlin, wo die CDU derzeit gemeinsam mit der SPD die Landesregierung anführt, zeigt sich ein zersplittertes politisches Feld. Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen sehen die linke Die Linke bei 23 %, die CDU bei 21 % und die AfD bei 17 %. Im Gegensatz zu anderen Landtagswahlkämpfen, die sich stark auf nationale Migrationstrends konzentrieren, wird das Berliner Rennen vor allem von Mietsteigerungen und der Wohnungsverfügbarkeit bestimmt. Die Mieten in der Hauptstadt haben sich seit 2014 fast verdoppelt, und Schätzungen der Stadtverwaltung zufolge benötigt Berlin bis 2040 210.000 zusätzliche Wohnungen. Vertreter religiöser Gemeinschaften in der Region haben vor der Wahl einen gemeinsamen Appell veröffentlicht, in dem sie die Bürger auffordern, den Schutz von Minderheiten an der Wahlurne zu priorisieren.
- Die Linke
- 23 %
- CDU
- 21 %
- AfD
- 17 %
Bundespolitische Auswirkungen auf die Regierungskoalition
Die Landtagswahlen folgen einem bundesweiten Rückgang der Unterstützung für das konservative Bündnis aus CDU und CSU, das in nationalen Umfragen auf 18 % bis 20 % gefallen ist, verglichen mit 28,5 % bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Gleichzeitig ist die bundesweite Unterstützung für die AfD auf 30 % gestiegen, während die Missbilligung von Merz bei 78 % der deutschen Wähler und in aktuellen Trendumfragen bei 88 % liegt. Als Reaktion auf den innenpolitischen Druck sagte Merz seine geplante Teilnahme an der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York ab. Ein Regierungsvertreter erläuterte den Grund für die abgesagte Dienstreise.
Entgegen den ursprünglichen Planungen wird der Bundeskanzler nächste Woche nicht nach New York reisen, da seine Anwesenheit in Berlin erforderlich ist.
Die CDU-Führung wird am Sonntagabend zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, um die Auszählung der Stimmen zu verfolgen und die offizielle Reaktion der Partei auf die Ergebnisse abzustimmen.


