Krause gewinnt Hindernislauf-Gold, gestürzte Teamkollegin Meyer wettert und entschuldigt sich
Gesa Felicitas Krause sicherte sich in Birmingham ihren dritten Europameistertitel im Hindernislauf, während Teamkollegin Lea Meyer am letzten Wassergraben stürzte, Vierte wurde, Krauses Taktik kritisierte und ihre Äußerungen später auf Instagram zurücknahm.
Krause sichert sich dritten EM-Titel
Gesa Felicitas Krause gewann am Donnerstagabend bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham Gold im 3000-m-Hindernislauf und bescherte dem Deutschen Leichtathletik-Verband den ersten deutschen Titel der Meisterschaften. Die 34-jährige Triererin überholte die lange führende Lea Meyer mit einem starken Schlussspurt und sicherte sich nach ihren Siegen 2016 und 2018 ihre dritte europäische Krone. Die Französin Alice Finot, die Titelverteidigerin von vor zwei Jahren, gewann Silber, während die deutsche Teamkollegin Olivia Gürth im Windschatten von Krause Bronze holte. Krauses Karriere-Medaillensammlung in dieser Disziplin umfasst außerdem Bronze von 2012 und Silber von 2021, und sie war 2015 und 2019 WM-Bronzemedaillengewinnerin.
Meyers Sturz und trotziges Interview
Die 28-jährige Meyer hatte das Tempo im Finale weitgehend bestimmt, stürzte jedoch am letzten Wassergraben und fiel vom Medaillenrang auf Platz vier zurück. Der Sturz erinnerte an ihren Wassergraben-Crash bei den Weltmeisterschaften 2022. In einem ZDF-Interview unmittelbar nach dem Rennen kritisierte Meyer offen die Rennstrategie von Krause und beschuldigte sie, die ganze Zeit im Windschatten gesessen zu haben.
Es ist ja offensichtlich: Gesa will keine einzigen Meter machen. Sie sitzt es aus und läuft dann von hinten.
Meyer sagte, sie glaube, dass sie eine Medaille verdient habe, und bezeichnete sich selbst neben Finot als die beste Hindernisläuferin Europas in Bezug auf das Können. Sie nannte ihren Sturz „dumm“ und sagte, sie sei „wütend, sehr, sehr wütend auf mich selbst“, und fügte hinzu: „Ich habe mir das selbst zuzuschreiben.“ Sie setzte sich ein Ziel für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles und erklärte, dass sie als deutsche Rekordhalterin anreisen werde.
Krauses gelassene Reaktion
Krause, nun mit 34 Jahren dreimalige Europameisterin, reagierte ohne Groll auf die Kritik.
Wer die Führungsarbeit macht, entscheidet das selbst. Und ich persönlich bin einfach nicht so sehr eine Frontrunnerin. Das ist also auch eine bewusste Entscheidung. Und ich bin jemand, der gerne auf dem letzten Kilometer oder auf der letzten Runde nachzieht, besonders bei Meisterschaften.
Nach acht Jahren ohne europäischen Podestplatz feierte Krause mit ihrer Tochter Lola. Sie sagte, sie sei „sehr, sehr stolz“, weil sie wisse, dass solche Momente nicht mehr so häufig kommen werden.
Meyers Instagram-Entschuldigung
Später veröffentlichte Meyer auf Instagram einen Rückzieher und schrieb, dass Krause eine verdiente Meisterin sei, die die beste Taktik gewählt und ihre Stärken ausgespielt habe. Meyer sagte, sie habe nach vorne schauen wollen, sich aber „sehr unprofessionell und unsportlich“ ausgedrückt. Sie räumte ein, im entscheidenden Moment Fehler gemacht zu haben, und sagte, dass sie als emotionale Person in Zukunft den Interviewbereich nach solchen Rennen meiden werde. Sie nannte Krause auch eine Inspiration und sagte, dass sie die Leistung jeder Konkurrentin respektiere.
Persönliche Bestzeiten und der Weg nach vorn
Der deutsche Rekord im 3000-m-Hindernislauf liegt bei 9:03,30 Minuten, aufgestellt von Krause im Jahr 2019. Meyers persönliche Bestzeit beträgt 9:09,13, fast sechs Sekunden langsamer. Meyer sagte, sie strebe an, bis zu den Olympischen Spielen 2028 die deutsche Rekordhalterin zu sein, fügte aber hinzu, dass sie nicht behaupte, dass Krause den Rekord bis dahin nicht weiter verbessert haben würde.
- Bronze
- Gold
- Gold
- Silber
- Gold
- Krause (2019)
- 543.3 s
- Meyer (persönliche Bestzeit)
- 549.13 s

