
Warszawa 44 streicht OnlyFans-Erstellerin Monika Laskowska aus der Kampagne zum 82. Jahrestag des Warschauer Aufstands
Der Verein Warszawa 44 suspendierte die Influencerin Monika Laskowska aus seiner Gedenkkampagne zum 82. Jahrestag des Warschauer Aufstands, nachdem es aufgrund ihrer OnlyFans-Aktivitäten und der Einbeziehung des Kickboxers Marcin Różalski zu öffentlichen Protesten gekommen war.
Ernennung von Gedenk-Botschaftern
Der Verein Warszawa 44 sah sich am 20. August 2026 weitverbreiteter Kritik ausgesetzt, nachdem er seine Botschafter für den 82. Jahrestag des Warschauer Aufstands ausgewählt hatte. Im Rahmen der Werbekampagne verteilte die Organisation Gedenkpakete und T-Shirts mit dem Anker-Symbol der Polnischen Untergrundbewegung und dem Bild des Kleinen Aufständischen an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Sportler und Internet-Ersteller. Zu den Ausgewählten gehörte Monika Laskowska, eine Content-Erstellerin, die auf der Erwachsenenplattform OnlyFans aktiv ist und als Interviewerin bei Freak-Fight-Events unter dem Pseudonym MonaLisa auftritt. Der Verein ernannte zudem den Kickboxer Marcin Różalski zum Botschafter. Różalski hatte zuvor öffentliche Äußerungen gemacht, in denen er Wladimir Putin unterstützte, und hatte in der Vergangenheit Verbindungen zu Personen aus Neonazi-Kreisen.
Politische und Social-Media-Reaktionen
Die Kampagne löste auf den Social-Media-Plattformen sofortige Kritik aus, nachdem Nutzer Screenshots von Werbepostings veröffentlicht hatten, die Laskowska in Gedenkkleidung zeigten. Abgeordnete und politische Kommentatoren wandten sich direkt an das Ministerium für Kultur und nationales Erbe bezüglich der Schirmherrschaft über das Projekt. Sebastian Meitz, ein Experte des Sobieski-Instituts, fragte das Ministerium auf X nach den Auswahlkriterien:
Entschuldigen Sie, Ministerin Cienkowska, hat Frau Monika Laskowska, auf der blauen Plattform als MonaLisa bekannt, den Titel Botschafterin der Erinnerung an den Warschauer Aufstand unter der Kulturabteilung oder vielleicht dem nationalen Erbe erhalten? Ist Ihnen etwa die Decke auf den Kopf gefallen?
Andere politische Persönlichkeiten äußerten scharfe Missbilligung der Initiative. Oskar Szafarowicz von Recht und Gerechtigkeit kommentierte die kulturellen Auswirkungen der Ernennungen:
Selbst die Kommunisten haben nicht so vulgär auf die polnische Identität und unser nationales Erbe gespuckt.
Institutionelle Distanzierung und Suspendierung
Als Reaktion auf die öffentlichen Proteste erklärte das Ministerium für Kultur und nationales Erbe, dass seine Schirmherrschaft nicht die Auswahl oder Genehmigung der Teilnehmer umfasse. Ministeriumssprecher Piotr Jędrzejowski gab eine Klarstellung zum Umfang der staatlichen Beteiligung ab:
Das Projekt des Vereins Warszawa 44 zur Erinnerung an den 82. Jahrestag des Warschauer Aufstands erhielt die Schirmherrschaft des Ministeriums für Kultur und nationales Erbe. Dieses Projekt wird weder finanziell noch organisatorisch vom Ministerium unterstützt. Die Liste der Kampagnenbotschafter wurde nicht mit dem Ministerium abgestimmt.
Auch das Bezirksamt der Hauptstadt Warschau (Urząd m.st. Warszawy) und das Museum des Warschauer Aufstands distanzierten sich von dem Projekt des Vereins. Dariusz Michalak, Präsident des Vereins Warszawa 44, bestätigte, dass die Wahl Laskowskas eine unabhängige organisatorische Entscheidung gewesen sei. Am 20. August 2026 entfernte der Verein Werbematerialien mit Laskowska von seinem Instagram-Account und suspendierte ihre Botschafterrolle, während Różalski weiterhin auf der Liste blieb.
- Der Verein Warszawa 44 wird offiziell registriert
- Nutzer sozialer Medien kritisieren Werbepostings mit Monika Laskowska und Marcin Różalski
- Kulturministerium bestätigt, dass es an der Auswahl der Kampagnenbotschafter nicht beteiligt war
- Verein Warszawa 44 löscht Werbepostings und suspendiert Laskowskas Botschafterrolle
Umfang der Kampagne und weiteres Aufgebot
Die Gedenkkampagne bezog Dutzende von Sportgrößen, Journalisten und Kulturschaffende ein. Zu den Teilnehmern aus dem Kampfsport gehörten der ehemalige Boxweltmeister Krzysztof Głowacki, Dariusz Michalczewski, Mariusz Wach, Maciej Sulęcki, Damian Jonak, Łukasz Różański und Krzysztof Kosedowski. Im Fußballbereich waren die ehemaligen polnischen Nationalspieler Jacek Bąk und Radosław Majewski, die Trainer Marek Papszun und Leszek Ojrzyński sowie die Legia-Warszawa-Spieler Paweł Wszołek, Bartosz Kapustka und Rafał Augustyniak vertreten. Auch der Sportkommentator Mateusz Borek, der Schriftsteller Wojtek Friedmann und der Trainer Krzysztof Ferenc schlossen sich der Kampagne an. Der formell im Jahr 2024 registrierte Verein Warszawa 44 hatte sich Fördergelder über das Stipendienprogramm „Patriotismus von morgen“ des Polnischen Geschichtsmuseums gesichert.

