
Menschliche Überreste bei Gehwegarbeiten in Poznań ausgegraben; Polizei untersucht Verbindung zum Zweiten Weltkrieg
Bauarbeiter im Poznańer Bezirk Wilczy Młyn haben am 13. Juni beim Bau eines neuen Gehwegs eine große Anzahl menschlicher Knochen ausgegraben. Polizei, ein forensischer Anthropologe und Staatsanwälte untersuchen, ob es sich um historische Kriegsopfer oder Hinweise auf ein Verbrechen handelt.
Entdeckung
Ein Mann, der an einer Gehwegbaustelle in der Wilczy-Młyn-Straße in Poznań vorbeiging, entdeckte am Samstag, den 13. Juni, eine beträchtliche Menge Knochen, die aus einem Haufen ausgehobener Erde ragten. Die Überreste, die bei starkem Regen freigelegt wurden, führten zu einem sofortigen Anruf bei der Polizei. Die Fundstelle in der Nähe des Stadtteils Naramowice an der Lechicka-Straße ist der jüngste in einer Reihe von grausigen Funden in diesem Bezirk.
Wir erhielten eine Meldung von einem Mann, der beim Gehen entlang des neu gebauten Abschnitts des Weges eine große Anzahl von Knochen fand, wahrscheinlich menschliche.
Die Bauarbeiter, die einen neuen Bürgersteig verlegten, stießen ebenfalls auf die Knochen, die später vom lokalen Kabelfernsehsender WTK als Gliedmaßenfragmente beschrieben wurden.
Polizei und Expertenreaktion
Beamte der Stadtpolizei Poznań sicherten den Fundort am Samstag. Ein forensischer Anthropologe, ein Spurensicherer und ein Staatsanwalt wurden hinzugezogen. Bis Sonntag, den 14. Juni, hatte der Anthropologe einen vorläufigen Befund vorgelegt.
Am Sonntag erhielten wir die Bestätigung des Anthropologen, dass die Knochen menschlich sind und seit vielen Jahren dort liegen.
Die Überreste wurden verpackt und zur Laboruntersuchung an die Rechtsmedizin übergeben. Ein Massengrab oder eine formelle Bestattung wurde ausgeschlossen, wie die Tageszeitung Głos Wielkopolski berichtete.
Alte Wunden oder aktuelles Verbrechen?
Die Ermittler verfolgen zwei Hypothesen. Die erste deutet auf einen historischen Ursprung hin: In den nördlichen Vororten von Poznań kam es Anfang 1945 zu schweren Kämpfen, als sowjetische Truppen auf die Stadt vorrückten. Polizeisprecherin Anna Klój wies darauf hin, dass es nicht der erste derartige Fund in der Gegend sei. Derselbe Anthropologe erkannte die Stelle von vor 15 Jahren wieder, als bei Wegebau ein weiteres menschliches Skelett gefunden wurde.
Eine kriminelle Spur wurde nicht verworfen, obwohl keine Verdächtigen genannt wurden. Das Alter der Knochen wird durch forensische Analyse bestimmt.
- Polizei alarmiert, nachdem Knochen auf einer Gehwegbaustelle in der Siedlung Wilczy Młyn gesichtet wurden.
- Anthropologe, forensischer Techniker und Staatsanwalt zum Ort gerufen.
- Anthropologe bestätigt, dass die Überreste menschlich sind und seit vielen Jahren begraben sind.
- Knochen gesichert und zur weiteren Untersuchung an die Rechtsmedizin übergeben.
Was als Nächstes passiert
Das am Fundort gesicherte Material befindet sich nun beim Institut für Rechtsmedizin. Der Staatsanwalt, der den Fall betreut, wird über weitere Schritte entscheiden, sobald die Laborergebnisse vorliegen. Bis dahin bleibt das Gehwegprojekt ausgesetzt.


