
Taylor Knibb gewinnt Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza, Julie Derron und Alanis Siffert holen Silber und Bronze
Die US-amerikanische Triathletin Taylor Knibb sicherte sich bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza den Sieg nach einer Solo-Ausreißfahrt auf dem Rad, während ihre Schweizer Teamkolleginnen Julie Derron und Alanis Siffert den zweiten und dritten Platz belegten.
Knibb bricht auf dem Col de Vence aus
Die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft 2026 fand am Samstag in Nizza statt und umfasste das standardmäßige Half-Distance-Format mit 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Halbmarathon. Die US-amerikanische Triathletin Taylor Knibb baute während der 90 km langen Radetappe im Hinterland der Alpes-Maritimes eine entscheidende Führung auf. Beim Anstieg auf den 963 Meter hohen Col de Vence erreichte Knibb auf ihrem Radcomputer eine durchschnittliche Leistung von 303 Watt. Auf dem Passkamm baute ihr aggressiver Solovorstoß den Vorsprung auf sechs Minuten vor allen Verfolgerinnen aus. Knibb fuhr allein in den zweiten Wechsel, gefolgt von der Französin Marjolaine Pierré und der Schweizerin Alanis Siffert als nächste Verfolgerinnen.
- Alanis Siffert verlässt das Wasser unter den führenden Schwimmerinnen
- Taylor Knibb drückt 303 Watt auf dem Rad und baut einen Sechs-Minuten-Vorsprung auf
- Knibb beginnt den Halbmarathon vor Marjolaine Pierré und Siffert
- Julie Derron überholt Trainingspartnerin Siffert und erobert Platz zwei
- Knibb feiert Sieg auf der Promenade des Anglais, 4:06 vor Derron
Schweizer Teamkolleginnen liefern sich Laufduell
Julie Derron, die 30‑jährige Olympia-Silbermedaillengewinnerin aus Zürich, die in Paris 2024 Zweite geworden war, fiel auf der Radstrecke zurück, nachdem sie den Anschluss an Knibb verloren hatte. Beim Wechsel auf den Halbmarathon entlang der Promenade des Anglais begann Derron, sich durch das Feld zu kämpfen, und verbesserte sich um sieben Positionen, während sie den Abstand zu den Führenden verringerte. Bei etwa sieben verbleibenden Kilometern auf der Laufstrecke überholte Derron ihre Schweizer Landsfrau Siffert und eroberte den zweiten Platz. Siffert versuchte unmittelbar nach dem Überholvorgang, sich in Derrons Windschatten zu hängen, doch Derron zog davon. Die frühere Weltmeisterin Daniela Ryf, die im Live‑Kommentar tätig war, bemerkte die Vertrautheit zwischen den beiden Schweizer Teamkolleginnen, die unter der gleichen Trainingsstruktur trainieren und zum ersten Mal bei einer Meisterschaft gegeneinander antraten:
Alanis kennt dieses Bild.
Derron beendete den Kurs in einer offiziellen Zeit von 4:23:30, überquerte die Ziellinie 4 Minuten und 6 Sekunden hinter Knibb und sicherte sich damit die Silbermedaille sowie ihren zweiten Podiumsplatz bei einer Einzel‑Weltmeisterschaft.
Siffert etabliert sich in der Elite
Für die 24‑jährige Alanis Siffert aus Freiburg bedeutete die Bronzemedaille ihre erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft der Elite. Siffert war bis 2021 Leistungsschwimmerin, bis öffentliche und Hallenbäder während der Coronavirus‑Pandemie geschlossen wurden, was sie dazu veranlasste, mit Radfahren und Laufen zu beginnen. Anschließend schloss sie sich der Trainingsgruppe von Trainer Brett Sutton an, wo sie mit etablierten Champions wie Nicola Spirig, Daniela Ryf und Derron trainierte. Sutton bemerkte, dass Sifferts Arbeitsethik und Entschlossenheit, eine professionelle Karriere aufzubauen, bereits früh in ihrer Umstellung auffielen. Siffert ging nach ihrem Sieg beim Challenge Roth Anfang Juli als Anwärterin in das Rennen. In den Sommermonaten trainierte sie in Leysin in den Waadtländer Alpen, verließ das Wasser unter den führenden Schwimmerinnen und behielt ihre dritte Position durch den Wechsel, bevor sie 5 Minuten und 46 Sekunden hinter Knibb ins Ziel kam.
Starke Schweizer Mannschaftsleistung
Der Wettkampf in Nizza zeigte die Tiefe des Schweizer Aufgebots. Neben Derron und Siffert, die sich zwei Podiumsplätze hinter Knibb sicherten, belegte Imogen Simmonds den siebten Platz, sodass die Schweiz drei Athletinnen in den globalen Top Sieben stellte. Eine vierte Schweizerin, Cathia Schär, absolvierte die Halb‑Ironman‑Distanz auf dem 13. Platz. Die Französin Marjolaine Pierré, die den 21,1‑Kilometer‑Lauf auf dem zweiten Platz vor Siffert begonnen hatte, fiel zurück und beendete das Rennen auf dem fünften Platz.
- Julie Derron
- 2 Platz
- Alanis Siffert
- 3 Platz
- Imogen Simmonds
- 7 Platz
- Cathia Schär
- 13 Platz

