Jürgen Klopp zum Bundestrainer bis 2030 ernannt, verspricht Pressing-Stil und WM-Ambition
Der 59-jährige ehemalige Trainer von Liverpool und Dortmund ersetzt Julian Nagelsmann nach Deutschlands Achtelfinal-Elfmeter-Niederlage gegen Paraguay bei der WM 2026. Sein Vertrag läuft bis zum Turnier 2030.
Ernennung und Vertrag
Jürgen Klopp wurde am Freitag im DFB-Hauptquartier in Frankfurt offiziell als neuer Cheftrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft vorgestellt. Der 59-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zur WM 2030 und ist der 13. Trainer in der knapp 100-jährigen Verbandsgeschichte. Er tritt die Nachfolge von Julian Nagelsmann an, der nach dem Achtelfinal-Aus Deutschlands bei der WM 2026 in Nordamerika zurücktrat, wo die Mannschaft gegen Paraguay im Elfmeterschießen verlor (1:1, 4:3 im Elfmeterschießen).
Es ist eine große Ehre, heute hier zu sein. Ich hatte bereits eine Vorstellung davon, wie wichtig die Rolle des Bundestrainers ist. Aber wenn dein Name mit dieser Rolle in Verbindung gebracht wird, spürst du ihre Tragweite und Verantwortung noch mehr. Da ich weiß, wo ich herkomme, hätte ich mir nie vorstellen können, eine solche Position zu erreichen.
Der Weg zum Job
Die Verhandlungen zwischen dem DFB und Klopp begannen bereits während der WM, als Klopp in New York als TV-Experte für Magenta Sport arbeitete. Zu dieser Zeit stand er noch bei Red Bull als Head of Global Soccer unter Vertrag, eine Rolle, die er seit seinem Abschied von Liverpool im Jahr 2024 innehatte. Der Deal erforderte eine Ausstiegsklausel: Der DFB erklärte sich bereit, eine Million Euro an die Wings for Life-Stiftung zu spenden, und die Stadt Leipzig wird drei zukünftige Länderspiele Deutschlands ausrichten. Die Einigung wurde vor mehreren Wochen erzielt, die offizielle Vorstellung fand jedoch erst am 24. Juli 2026 statt.
- Deutschland verliert gegen Paraguay im Elfmeterschießen; Julian Nagelsmann tritt zurück.
- Der DFB nimmt während der WM in New York Gespräche mit Klopp auf, wo er als TV-Experte arbeitet.
- Eine Einigung wurde vor Wochen erzielt, inklusive einer Spende von 1 Mio. € und drei Spielen in Leipzig.
- Klopp wird am 24. Juli 2026 in der DFB-Zentrale in Frankfurt als Cheftrainer vorgestellt.
Klopps taktische Vision
Auf seiner ersten Pressekonferenz skizzierte Klopp eine klare Spielphilosophie. Er betonte, dass Pressing ein zentrales Element sein werde, neben einer stabilen Struktur und einem definierten Spielplan. Er schloss Manndeckung aus und bestätigte, dass Deutschland mit einer Viererkette spielen werde, und wies darauf hin, dass die jüngsten Weltmeister dieses System verwendet hätten. Außenstürmer werden entscheidend sein, denn „im heutigen Fußball sind die Spielmacher die Außenstürmer.“ Klopp richtete auch eine deutliche Warnung an die Medien mit Blick auf die Behandlung seiner Vorgänger.
Ich übernehme diesen Job, obwohl ich gesehen habe, wie ihr mit Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel umgegangen seid. Wenn ihr auf meine Familie losgeht, gehe ich!
Er versprach, unerwarteten Spielern Chancen zu geben, und sagte, er wolle, dass die Fans das Stadion mit „Wow!“ verlassen, selbst wenn der Erfolg nicht sofort eintritt. Klopp erklärte, dass jeder, der das Recht habe, für Deutschland zu spielen, eine Chance bekomme, und nannte es einen Neuanfang, bei dem niemand ausgeschlossen sei.
Ambitionen und Herausforderungen
Klopp machte kein Geheimnis aus seinem ultimativen Ziel: den Gewinn der WM 2030. Er räumte ein, dass Deutschland derzeit in der individuellen Qualität hinter Mannschaften wie Frankreich zurückliegt, betonte jedoch, dass dies sie nicht unschlagbar mache. „Ich habe darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn wir in vier Jahren Weltmeister werden. Es ist ein außergewöhnliches Gefühl“, sagte er. Die Aufgabe ist beträchtlich: Deutschland ist seit dem Halbfinaleinzug bei der EM 2016 nicht mehr über ein Viertelfinale bei einer Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft hinausgekommen. Klopps Ernennung markiert eine Rückkehr auf die deutsche Bank nach seinen früheren Stationen in Mainz (2001–2008) und Borussia Dortmund (2008–2015) sowie seiner titelreichen Zeit in Liverpool (2015–2024).
Reaktion aus dem Verband
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagte, Klopp sei von Anfang an die erste Wahl des Verbandes gewesen. „Er ist voller Energie und hochmotiviert“, erklärte Neuendorf und bestätigte, dass der Vertrag bis zum Ende des Turniers 2030 laufe. Der Deal beendet wochenlange Spekulationen und läutet eine neue Ära im deutschen Fußball ein.