
Kahn dämpft Klopp-Euphorie: ‚Probleme gehen tiefer‘ für den neuen Bundestrainer
Oliver Kahn sagt, dass Jürgen Klopps neue Rolle als Bundestrainer durch systemische Probleme in der Spielerentwicklung erschwert wird, während der ehemalige Liverpool-Trainer sich auf sein Nations-League-Debüt im September vorbereitet.
Kahn dämpft Euphorie
Oliver Kahn hat angesichts der Welle der Begeisterung, die die Ernennung von Jürgen Klopp zum Bundestrainer begleitet, zur Vorsicht gemahnt. Der 57-jährige ehemalige Torwart, der 2002 Vizeweltmeister wurde und später Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München war, sprach am 25. Juli 2026 beim Bastian-Schweinsteiger-Cup. Das Wohltätigkeits-Golfturnier bot dem Fußball-Legende eine Plattform, um die Erwartungen an Klopps neue Rolle zu dämpfen.
Ich persönlich glaube, dass es nicht so einfach ist, wie viele sich das vorstellen. Ich glaube, dass die Probleme definitiv tiefer gehen.
Kahn erläuterte die strukturellen Fragen, die Klopp seiner Ansicht nach beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) angehen muss.
Was für Spieler will man in den nächsten Jahren entwickeln? Was für Spieler will man überhaupt? Wie will man Fußball spielen?
Trotz seiner Vorbehalte bezeichnete Kahn Klopp als einen „sehr erfahrenen Mann, der sicher etwas erreichen kann.“
Schweinsteiger sieht hohe Erwartungen
Bastian Schweinsteiger, der Weltmeister von 2014 und ehemalige deutsche Nationalspieler, gab ebenfalls seine Einschätzung zum Druck auf den neuen Trainer ab. Schweinsteiger räumte die hohen Erwartungen an Klopp ein, zeigte sich aber zuversichtlich in Bezug auf dessen Fähigkeiten.
Die Erwartungen sind natürlich sehr hoch. Man muss bei Null anfangen. Das wird eine Aufgabe für ihn sein, aber er ist ein ausgezeichneter Trainer.
Schweinsteiger fügte hinzu, dass Klopp „der richtige Trainer für die aktuelle Situation“ sei. Er hoffe, dass die anfängliche Welle des Optimismus lange genug anhalte, damit Deutschland den Abstand zu den besten Teams der Welt schließen könne.
Klopps Vorgänger und Vertrag
Der 59-jährige Jürgen Klopp übernahm von Julian Nagelsmann, der wenige Tage nach dem peinlichen Achtelfinal-Aus Deutschlands gegen Paraguay bei der Weltmeisterschaft zurücktrat. Der neue Trainer hat einen Vertrag mit dem DFB bis 2030. Zu Klopps früheren Stationen gehören Borussia Dortmund und der FC Liverpool, zuletzt war er als Head of Global Soccer bei Red Bull tätig.
Seine ersten Pflichtspiele als verantwortlicher Trainer werden vier Nations-League-Partien in diesem Herbst sein. Der Auftakt ist ein Auswärtsspiel gegen die Niederlande in Amsterdam am 24. September, gefolgt von einem Heimspiel gegen Griechenland in Augsburg am 27. September. Danach empfängt Deutschland Serbien am 1. Oktober in München, bevor es zum Rückspiel gegen Griechenland nach Thessaloniki reist (4. Oktober).
- Auswärtsspiel gegen die Niederlande in Amsterdam
- Heimspiel gegen Griechenland in Augsburg
- Heimspiel gegen Serbien in München
- Auswärtsspiel gegen Griechenland in Thessaloniki


