
Ex-Nationalspieler fordern Kimmich zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft auf und verlangen eine Führungsreform des DFB nach WM-Debakel
Nach dem Achtelfinal-Aus Deutschlands gegen Paraguay bei der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten haben die ehemaligen Nationalspieler Thomas Strunz und Dietmar Hamann weitreichende Veränderungen gefordert, darunter den Rücktritt von Joshua Kimmich aus der Nationalmannschaft und die Einsetzung von Ex-Spielern in führende DFB-Positionen.
WM-Aus löst Umbruch aus
Die Kampagne Deutschlands bei der WM 2026 in den Vereinigten Staaten endete im Achtelfinale mit einer Niederlage gegen Paraguay, ein Ergebnis, das von deutschen Medien als „Debakel“ bezeichnet wurde. Das frühe Aus hat bereits Trainer Julian Nagelsmann den Job gekostet, und die internationale Karriere von Torwart-Routinier Manuel Neuer ist beendet. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Kader und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) selbst.
Strunz fordert Ex-Stars in der DFB-Führung
Der ehemalige Europameister Thomas Strunz argumentierte in seiner Kolumne im Kicker, dass ein bloßer Trainerwechsel nicht ausreiche. Er forderte, ehemalige Spieler mit Vereinsführungserfahrung in die DFB-Hierarchie zu holen.
Wir brauchen ehemalige Spieler, die erlebt haben und wissen, was Erfolg auf dem Platz bedeutet, die in Vereinen gearbeitet haben, Strukturen kennen und aufbauen können.
Strunz nannte Fredi Bobic, der Eintracht Frankfurt umgekrempelt hatte, als potenziellen DFB-Geschäftsführer und deutete an, dass Oliver Kahn ebenfalls interessiert sein könnte. Er sieht Philipp Lahm, der die EM 2024 organisiert hatte, als sofortigen Kandidaten für das Amt des DFB-Präsidenten. Lahm selbst sagte, er strebe derzeit keine Rolle an, schloss sie aber nicht aus.
Hamann: Kimmich soll zurücktreten
TV-Experte Dietmar Hamann ging noch weiter und sagte im Podcast TOMorrow Business, dass Kapitän Joshua Kimmich aus der Nationalmannschaft zurücktreten sollte. Der 31-Jährige ist seit 2016 eine feste Größe, aber Hamann merkte an, dass Kimmich in fünf Turnieren als Führungsfigur nie über das Viertelfinale hinausgekommen sei.
Er hatte nun fünf Turniere in einer verantwortungsvollen Position. Und er ist fünfmal nicht erfolgreich gewesen.
Hamann wies die Idee zurück, dass ein Rücktritt eine Flucht wäre, und stellte es stattdessen als Übernahme von Verantwortung dar. Er stellte auch Kimmichs Weltklasse-Status infrage und nannte ihn einen „sehr, sehr guten Spieler“, aber weder im zentralen Mittelfeld noch als Rechtsverteidiger zur Elite gehörend. Hamann forderte ähnliche Rücktritte für Leroy Sané und Leon Goretzka und wies auf jüngere Talente wie Felix Nmecha, Angelo Stiller, Tom Bischof und Yann Aurel Bisseck als Zukunft hin.
Kimmich weigert sich aufzugeben
Kimmich machte nach der Niederlage gegen Paraguay gegenüber MagentaTV klar, dass er nicht die Absicht habe, aufzuhören.
Ich werde immer die Kraft für einen neuen Versuch haben. Was ich niemals tun werde, ist: aufgeben.
Hamann würdigte Kimmichs Bereitschaft, sich schwierigen Situationen zu stellen, bestand aber darauf, dass ein freiwilliger Rückzug ein starkes Signal wäre und den notwendigen Neuaufbau unterstützen würde.
Strukturreform nötig
Strunz bezeichnete den DFB als „bürokratischen Stall“ und sagte, die gesamte Organisation brauche eine Welle des Wandels. Er argumentierte, dass eine Person allein den „schwerfälligen Tanker DFB“ nicht bewegen könne und der Verband endlich ehemalige Nationalspieler in seine Strukturen integrieren müsse. Die Personaldebatte wird sich voraussichtlich verschärfen, während der Verband nach einem Nachfolger für Nagelsmann sucht und sich mit den Folgen eines weiteren enttäuschenden Turniers auseinandersetzt.


