
Russland tötet zehn Menschen bei Kiewer Rüstungsmesse – Selenskyj sagt, die Veranstaltung hätte nie stattfinden dürfen
Ein russischer ballistischer Raketenangriff auf eine Rüstungsindustriedrohnendemonstration nahe Kiew am Freitag tötete zehn Menschen und verletzte fast 100, was Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu veranlasste zu sagen, die Veranstaltung hätte in Kriegszeiten nie stattfinden dürfen.
Angriff auf Kiewer Drohnenausstellung
Eine russische ballistische Rakete traf am 25. Juli ein privat betriebenes militärisches Übungsgelände im Rajon Butscha, 20–30 Kilometer nördlich des Kiewer Zentrums, tötete zehn Menschen und verletzte rund 100. Auf dem Gelände fand eine Rüstungsindustrie-Veranstaltung statt, die von einem Drohnenherstellerverband organisiert wurde. Der ukrainische Rettungsdienst schloss die Bergungsarbeiten am Ort ab; Bilder zeigten Teams, die Schutt neben Wohnhäusern durchsiebten. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko nannte den Angriff ein Kriegsverbrechen.
Wir haben jedoch tausendmal gesagt, dass es unter diesen Kriegsbedingungen, mit einem solchen Feind, absolut inakzeptabel ist, Waffenausstellungen mit großen Menschenmengen abzuhalten, insbesondere in der Nähe von Wohngebäuden.
Der amtierende Gouverneur der Region Kiew, Ruslan Olinyk, kündigte an, dass am Samstag eine Trauer begangen werde. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Angriff und erklärte, es habe „hochpräzise Langstreckenwaffen“ eingesetzt, um eine Demonstration von Drohnen zu treffen, die „zum Angriff auf zivile Ziele in Russland“ verwendet würden, und behauptete, führende Verteidigungsbeamte und Militärangehörige seien anwesend gewesen.
Weitere Angriffe und Störungen
Ein separater russischer Luftangriff mit Gleitbomben auf Slowjansk in der Ostukraine tötete am Freitag fünf Menschen und verletzte neun, wie Regionalgouverneur Wadym Filaschkin mitteilte. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, der Angriff habe das lettische Honorarkonsulat in der Stadt getroffen. Die Stromversorgung wurde in fünf ukrainischen Regionen infolge der Angriffe des Tages unterbrochen. Über Rumänien schossen NATO-Jets am Freitagmorgen eine herrenlose Drohne ab; es gab keine Berichte über Verletzte oder Schäden.
- Russische Rakete tötet zehn bei Kiewer Drohnenausstellung, verletzt fast 100; separater Angriff auf Slowjansk tötet fünf; Ukraine greift Wildberries-Lagerhäuser in St. Petersburg an.
- Ukraine begeht einen Trauertag in der Region Kiew.
- Präsident Trump und Präsident Selenskyj sollen in Washington Gespräche führen.
Ukraine greift Wildberries erneut an
Die Ukraine startete am Freitag einen Drohnenangriff auf Wildberries-Lagerhäuser in St. Petersburg, Russland, den fünften solcher Angriffe seit dem 18. Juli. Kiew erklärte, die Infrastruktur des Online-Händlers unterstütze das russische Militär. Wildberries bestätigte, dass es den Betrieb an zwei regionalen Logistikstandorten eingestellt und Personal aus seinem Lager auf der Krim evakuiert habe; rund zehn Prozent seiner Logistikkapazität seien betroffen. Ein Reuters-Video zeigte zwei riesige schwarze Rauchwolken, die über dem Gebiet aufstiegen.
Diplomatische Schritte und bevorstehende Gespräche
In Kiew interviewte die rechte US-Influencerin Laura Loomer Präsident Selenskyj im Garten des Präsidentenpalastes. Selenskyj sagte, er erwarte, an der Beerdigung von Senator Lindsey Graham teilzunehmen und nächste Woche in Washington Gespräche mit Präsident Donald Trump zu führen. Das Weiße Haus bestätigte, dass Trump und Selenskyj sich am Dienstag nächster Woche treffen würden, fast viereinhalb Jahre nach Russlands groß angelegter Invasion. Selenskyj betonte auch: „Abfangraketen für Patriot-Systeme sind die oberste Priorität“, nach einem Besuch einer Raytheon-Delegation am Donnerstag.
Opferzahlen und internationale Besorgnis
US-Außenminister Marco Rubio sagte, Russland verliere eine erschreckende Anzahl von Soldaten, bis zu 5.000 bis 6.000 pro Woche, im Krieg. Der Kreml hat sich zu dieser Zahl nicht öffentlich geäußert. In ganz Europa verurteilte Kaja Kallas den Angriff auf Slowjansk, der ein diplomatisches Gebäude traf, während das russische Verteidigungsministerium die Kiewer Ausstellung weiterhin als Planungszentrum für Angriffe auf sein Territorium darstellte.


