
KI-bedingte Entlassungen erreichen fast eine halbe Million – ILO warnt, jeder vierte Arbeitsplatz sei gefährdet
Ein globaler Job-Tracker meldet 425.000 Entlassungen aufgrund von KI in drei Jahren, während die Internationale Arbeitsorganisation prognostiziert, dass ein Viertel aller Arbeitsplätze automatisiert werden könnte, was Länder mit hohem Einkommen am härtesten trifft.
Daten zu Arbeitsplatzverlusten
Die weltweite Belegschaft hat in drei Jahren fast eine halbe Million Stellen durch KI verloren. Der Tracker ailayoffs.live verzeichnet 425.000 Entlassungen, die direkt oder indirekt auf KI zurückgeführt werden, darunter 142.000 in Europa. Diese vom Consumers' Forum zitierten Daten unterstreichen eine sich beschleunigende Verschiebung.
- Weltweit
- 425000 Arbeitsplätze
- Europa
- 142000 Arbeitsplätze
Gefährdete Berufe
Laut Internationaler Arbeitsorganisation fallen 25 % der weltweiten Beschäftigung in Berufe, die stark der KI-Automatisierung ausgesetzt sind. In Volkswirtschaften mit hohem Einkommen steigt dieser Anteil auf 34 %. Am stärksten bedroht sind repetitive und digitale Tätigkeiten: Verwaltungsassistenz, Kundendienst, Callcenter-Arbeit, Bank- und Postangestellte, Kassierer und Übersetzer.
Unterschiedliche Perspektiven
Amazon-Gründer Jeff Bezos widerspricht der Alarmstimmung.
Die Leute ziehen voreilig den Schluss, dass Arbeitsplätze verschwinden werden. Aber ich denke, sie liegen falsch.
Gegenüber der Financial Times äußerte er die Erwartung eines „goldenen Zeitalters“ durch KI. Institutionelle Stimmen bleiben jedoch vorsichtig: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Papst Leo XIV. und der Gouverneur der Bank von Italien, Fabio Panetta, haben alle Bedenken geäußert, wie Gesellschaften diesen Wandel bewältigen werden.
Italiens KI-Boom
Der italienische KI-Markt ist auf 1,8 Milliarden Euro gewachsen – ein Anstieg von 50 % gegenüber 2024, so das Consumers' Forum. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach KI-Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt sprunghaft an: Eine Studie des Politecnico di Milano ergab, dass die Zahl der Stellenanzeigen mit KI-Anforderungen in Italien im Jahr 2025 um 93 % gestiegen ist.
Ökologischer Fußabdruck
Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 verdoppeln wird, von 415 Terawattstunden im Jahr 2024 auf 945 TWh (3 % des gesamten globalen Stroms). KI-Rechenzentren verursachen bereits zwischen 2,5 % und 3,7 % der weltweiten Treibhausgasemissionen, und dieser Wert wird voraussichtlich steigen. Das Consumers' Forum plant, diese Herausforderungen nächste Woche in Brüssel mit dem EU-Abgeordneten Brando Benifei, Berichterstatter für das KI-Gesetz der EU, zu diskutieren.
- 2024
- 415 TWh
- 2030 (Prognose)
- 945 TWh


