
Deutsche Versicherer aktualisieren Regionalklassen mit besseren Kfz-Versicherungseinstufungen für 5,2 Millionen Fahrer
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die regionalen Risikoeinstufungen für 413 Zulassungsbezirke neu berechnet. Für 5,2 Millionen Autofahrer sinken die Haftpflichtstufen, für 4,8 Millionen steigen sie.
Änderungen bei den Kfz-Haftpflichtklassen
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat seine jährliche Neuberechnung der regionalen Schadenstatistiken für alle 413 Kfz-Zulassungsbezirke in Deutschland abgeschlossen. Die resultierenden Regionalklassen bestimmen die Risikostufen für die Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung. In der Kfz-Haftpflichtversicherung ändert sich die Einstufung für 23,5 % der Versicherungsnehmer. Rund 5,2 Millionen Autofahrer in 63 Zulassungsbezirken werden in niedrigere, günstigere Regionalklassen eingestuft, während 4,8 Millionen Fahrer in 46 Bezirken mit höheren Einstufungen rechnen müssen. Für mehr als 32 Millionen Fahrzeughalter in 304 Bezirken bleibt die bisherige Einstufung bestehen.
GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen beschrieb die breite Streuung der Neuberechnungen im ganzen Land.
Für 5,2 Millionen Autofahrer aus 63 Zulassungsbezirken verbessert sich die Regionalklasse, für 4,8 Millionen aus 46 Bezirken steigt sie.
- Verbesserte Klasse
- 5.2 Millionen Fahrer
- Verschlechterte Klasse
- 4.8 Millionen Fahrer
- Unveränderte Klasse
- 32 Millionen Fahrer
Schadenunterschiede zwischen Stadt und Land
Die Regionalklassen spiegeln den Wohnort der Fahrzeughalter wider, nicht den Ort einzelner Unfälle. Der Index umfasst zwölf verschiedene Risikokategorien für die Haftpflicht, wobei höhere Klassen auf höhere Schadenkosten hinweisen. Die Stadt Offenbach in Hessen behält die schlechteste Schadenbilanz in Deutschland und bleibt in der höchsten Regionalklasse 12, wobei die Haftpflichtschadenaufwendungen bis zu 39 % über dem Bundesdurchschnitt liegen. Gelsenkirchen und Berlin folgen auf den Plätzen zwei und drei, Wiesbaden liegt bundesweit auf Platz fünf.
Umgekehrt meldeten ländliche Gebiete durchweg niedrigere Schadenhäufigkeiten. Der Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg verzeichnet die beste Schadenbilanz in ganz Deutschland, mit Haftpflichtschäden rund 33 % unter dem Bundesdurchschnitt. Niedrige Schadendurchschnitte gab es auch in Prignitz (Brandenburg), Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Cochem-Zell (Rheinland-Pfalz) und Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen).
Asmussen verwies auf die geografische Lage als Hauptfaktor für Schadenunterschiede.
Insbesondere Großstädte schneiden oft schlechter ab als ländliche Regionen.
Regionale Entwicklungen in den Bundesländern
Bayern mit 97 Zulassungsbezirken verzeichnete Nettoverbesserungen: 1,5 Millionen Autofahrer wechselten in bessere Haftpflichtkategorien, rund 350.000 in schlechtere. In Sachsen erhielten rund 270.000 Fahrer in Meißen und im Landkreis Leipzig niedrigere Haftpflichtklassen, wobei Mittelsachsen die beste Schadenbilanz im Land und Dresden die schlechteste aufwies. In Brandenburg wechselten über 260.000 Fahrer in Dahme-Spreewald, Potsdam und Barnim in niedrigere Klassen, während Cottbus um eine Klasse anstieg.
In Niedersachsen stiegen die Haftpflichtklassen für 450.000 Fahrer in sechs Bezirken, darunter Hannover, Delmenhorst und Oldenburg, während 600.000 Versicherungsnehmer in sieben Bezirken wie Aurich und Cuxhaven in niedrigere Klassen wechselten. Alle 250.000 in Bremen und Bremerhaven gemeldeten Autofahrer wurden in höhere Haftpflichtstufen eingestuft. In Thüringen profitierten 30 % der Fahrer in sieben Bezirken, darunter Jena und Sonneberg, von niedrigeren Haftpflichteinstufungen, während Suhl und Weimar Anstiege verzeichneten.
Anpassungen bei der Vollkaskoversicherung
Der GDV hat auch die Regionalklassen für die freiwillige Teil- und Vollkaskoversicherung aktualisiert. In der Kaskoversicherung wechseln 2,4 Millionen Versicherungsnehmer in niedrigere Klassen und rund 2,4 Millionen in höhere Kategorien. Für rund 33 Millionen der insgesamt 38 Millionen Kaskoversicherten, knapp 87 %, bleiben die Einstufungen unverändert. Die Versicherer nutzen diese unverbindlichen Empfehlungen zusammen mit individuellen Parametern wie Fahrzeugtypklasse, Jahresfahrleistung und Reparaturkostenentwicklung zur Berechnung der endgültigen Versicherungsprämien.
- Niedrigere Klasse
- 2.4 Millionen Versicherungsnehmer
- Höhere Klasse
- 2.4 Millionen Versicherungsnehmer
- Unveränderte Klasse
- 33 Millionen Versicherungsnehmer


