
Apotheker aus Athen nach Dopingring-Festnahme gegen 50.000 Euro Kaution auf freiem Fuß – alle Verdächtigen entlassen
Ein 51-jähriger Apotheker, der beschuldigt wird, im Keller seiner Apotheke in Chalandri ein voll ausgestattetes Dopinglabor betrieben zu haben, wurde am Montag nach einer Gerichtsanhörung gegen Kaution freigelassen – ebenso wie alle anderen Angeklagten.
Haftentlassungsbedingungen
Nach seiner Aussage wurde der 51-jährige Apotheker mit Zustimmung des Ermittlungsrichters und der Staatsanwaltschaft freigelassen. Er muss sich auf der örtlichen Polizeidienststelle melden und hinterlegte eine Kaution in Höhe von 50.000 Euro. Das Gericht ordnete keine Untersuchungshaft an.
Die Vorwürfe
Die Ermittler werfen dem Apotheker vor, im Keller seiner Apotheke im nördlichen Athener Vorort Chalandri ein vollständig organisiertes Labor zur Herstellung und zum Vertrieb von Dopingmitteln und pharmazeutischen Präparaten eingerichtet zu haben. Die Anklage umfasst die Gründung und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Urkundenfälschung, Herstellung gesundheitsschädlicher Arzneimittel sowie Verstöße gegen das Anti-Doping-Gesetz. Die übrigen Angeklagten – je nach Quelle acht oder dreizehn weitere – sehen sich ähnlichen Anklagepunkten gegenüber. Laut iefimerida.gr wurden insgesamt 14 Personen festgenommen; zwei andere Medien nennen die Zahl neun. Alle wurden mit Meldepflichten entlassen, einige mussten geringere Geldbeträge als Kaution hinterlegen, teilweise nur 1.000 Euro.
Die Verteidigung des Apothekers
In seiner Einlassung beteuerte der Apotheker, dass der gesamte Arzneimittelherstellungsprozess vollkommen legal gewesen sei und er keine Straftat begangen habe. Berichten zufolge argumentierte er, dass seine Aktivitäten den Vorschriften entsprochen hätten. Die Entscheidung des Gerichts, ihn trotz einer hohen finanziellen Auflage freizulassen, deutet darauf hin, dass der Ermittlungsrichter ihn weder als unmittelbare Fluchtgefahr noch als Gefahr für die Allgemeinheit ansah.
Weitergehende Ermittlungen
Der Fall geht auf einen Polizeieinsatz zurück, bei dem ein organisiertes Labor entdeckt wurde, das zur Herstellung von gefälschten und leistungssteigernden Medikamenten geeignet war. Die Behörden haben weder das Ausmaß des Vertriebsnetzes offengelegt noch bekannt gegeben, ob Sportler oder andere Kunden identifiziert wurden. Die Freilassung aller Verdächtigen, einschließlich des mutmaßlichen Drahtziehers, könnte darauf hindeuten, dass die bisherigen Beweise nicht ausreichen, um eine Untersuchungshaft zu rechtfertigen, oder dass die Ermittlungen noch laufen und weiteres Material gesammelt wird.


