Kanada und Alberta kündigen neue Pazifik-Ölpipeline an, um Abhängigkeit von den USA zu verringern und Asien-Exporte auszubauen
Premierminister Mark Carney und Alberta-Premier Danielle Smith kündigten einen Plan zum Bau einer Ölpipeline mit einer Kapazität von 1 Million Barrel pro Tag von Albertas Ölsanden zur Pazifikküste an, um asiatische Märkte zu erschließen und die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern.
Die Ankündigung
Premierminister Mark Carney und Alberta-Premier Danielle Smith standen am Donnerstag in Calgary gemeinsam auf der Bühne, um ein großes neues Ölpipeline-Projekt zu starten und erklärten, es sei an der Zeit, über Monate des politischen Hickhacks und der Kompromisse hinauszugehen. Das Projekt wird 1 Million Barrel Rohöl pro Tag aus der Ölsandregion im Norden Albertas zur Pazifikküste von British Columbia transportieren und der kanadischen Energieindustrie direkten Zugang zu asiatischen Käufern verschaffen. Der Bau könnte bereits im September 2027 beginnen, obwohl noch keine endgültige Kostenschätzung vorliegt; die Regierung von Alberta hat eine mögliche Spanne von 35,2 bis 43,7 Mrd. C$ angegeben.
Wir sind uns einig, dass die Zeit zum Handeln jetzt ist.
Route und Partner
Die Pipeline wird dem bestehenden Trans-Mountain-Korridor folgen, bevor sie zu einem neuen Terminal an der Südküste von British Columbia abzweigt. Diese Route gibt einen zuvor bevorzugten nördlichen Pfad auf, der die Aufhebung eines bundesstaatlichen Tankerverbots erforderlich gemacht hätte, ein Schritt, den die First Nations und British Columbia als inakzeptabel erklärt hatten. Die bundeseigene Trans Mountain Corporation und die Alberta Petroleum Marketing Corporation werden die Mehrheitseigentümer sein, während das in Calgary ansässige Unternehmen Pembina Pipeline während der Bauphase einen Anteil von 10 % hält, mit der Option, seinen Anteil nach Inbetriebnahme der Leitung auf 20 % zu erhöhen.
Die Welt fordert Kanada auf, einzuspringen und eine stabile, demokratische und zuverlässige Energieversorgung zu bieten, nach der Länder auf der ganzen Welt suchen.
Politischer und ökologischer Kompromiss
Carney pendelte zwischen British Columbia und Alberta, um Nebeninvestitionen von über 150 Mrd. C$ abzuschließen, darunter einen Hafenausbau in Vancouver, Strominfrastruktur für ein neues LNG-Terminal und neue Schutzmaßnahmen für den gefährdeten Schwertwal (Southern Resident Killer Whale). Er bestätigte, dass das Tankerverbot an der Nordküste von British Columbia in Kraft bleibt, und versprach einen bedeutenden Eigentumsanteil für indigene Gemeinschaften. Der Premier von British Columbia, David Eby, der sich zuvor gegen die Pipeline gestellt hatte, sagte, er habe staatliche Garantien erhalten und werde nicht vor Gericht ziehen, um das Projekt zu bekämpfen.
- Alberta und die Bundesregierung unterzeichnen eine Absichtserklärung für den Bau einer neuen Pipeline.
- Premierminister Mark Carney und Premier Danielle Smith geben das Projekt offiziell in Calgary bekannt.
- Baubeginn voraussichtlich bereits im September 2027.
Handels- und Wirtschaftsfaktoren
Beide Führungspersönlichkeiten stellten die Pipeline als Reaktion auf die protektionistische Handelspolitik von Präsident Donald Trump und die Notwendigkeit dar, Kanadas Wirtschaft vor einer übermäßigen Abhängigkeit vom US-Markt zu schützen. Carney möchte die Nicht-US-Exporte innerhalb eines Jahrzehnts verdoppeln; Smith sieht einen Weg, Albertas Produktion auf 8 Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Alberta hält im Herbst eine öffentliche Abstimmung darüber ab, ob ein Referendum über den Austritt aus Kanada abgehalten werden soll, was dem Abkommen eine innenpolitische Dringlichkeit verleiht. Die Schätzungen der Provinz deuten darauf hin, dass die Pipeline das reale BIP Kanadas bis in die 2040er Jahre um mehr als 0,6 Prozent pro Jahr steigern könnte.
Die beste Route für eine neue Pipeline ist eine, die durch eine bereits bestehende führt, südlich durch den Trans-Mountain-Korridor, zu unserer Pazifikküste, dem Tor zu den am schnellsten wachsenden Märkten der Welt.


