Ulf Kämpfer gewinnt 94,9 % der SPD-Stimmen, um Daniel Günther in Schleswig-Holstein herauszufordern
Die SPD-Delegierten in Schleswig-Holstein wählten Landesvorsitzenden Ulf Kämpfer zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im April 2027 und nehmen die Koalition aus CDU und Grünen unter Daniel Günther ins Visier.
Nominierung und Votum in Lübeck
Die SPD-Delegierten in Schleswig-Holstein wählten Ulf Kämpfer zu ihrem Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl. Auf dem Landesparteitag der Partei in Lübeck erhielt der 54-jährige Landesvorsitzende 94,9 % der Stimmen der knapp 200 Delegierten. Mit diesem Votum steht Kämpfer formell an der Spitze des sozialdemokratischen Wahlkampfs, der die derzeitige Koalitionsregierung aus Christlich-Demokratischer Union (CDU) und Grünen herausfordern soll. Die nächste Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist für den 18. April 2027 angesetzt. Nach der Abstimmung nahm Kämpfer die Nominierung an und rief die Parteimitglieder auf, im nördlichsten Bundesland den Wahlkampf zu mobilisieren.
Kämpfen wir, für die SPD, für Schleswig-Holstein.
Kritik an der CDU-geführten Regierung
In seiner Bewerbungsrede zielte Kämpfer auf den amtierenden Ministerpräsidenten Daniel Günther ab und argumentierte, dass allein persönliche Beliebtheit nicht ausreiche, um effektiv zu regieren. Er warf dem CDU-Chef vor, sich in seiner hohen Zustimmung zu sonnen, anstatt sich mit drängenden strukturellen Problemen zu befassen. Nach zehn Jahren in der Opposition müsse die SPD nun die Themen in die Hand nehmen, die unter der jetzigen Verwaltung vernachlässigt worden seien. Die Koalition betreibe eine nachsichtige Fortführung des Status quo, die den regionalen Herausforderungen nicht gerecht werde.
Ich will nicht der beliebteste Ministerpräsident sein, sondern der erfolgreichste Ministerpräsident.
Politischer Schwerpunkt und Wahlliste
Bei der Vorstellung seines politischen Programms betonte Kämpfer, dass echter Wandel politischen Wettstreit und entschlossenes Handeln erfordere. Bezahlbarer Wohnraum und niedrigere alltägliche Lebenshaltungskosten bezeichnete er als zentrale Prioritäten für eine von der SPD geführte Landesregierung. Die Bildungspolitik müsse wieder an die oberste Stelle der politischen Agenda rücken, ergänzt um Maßnahmen zur Überwindung von Verkehrsstaus auf Straße und Schiene. Über den Spitzenplatz hinaus stimmte der Parteitag im Block über die weitere Kandidatenliste ab. Serpil Midyatli, die SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag und stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei, belegte den zweiten Platz. Auf der Liste stehen auch die Landtagsabgeordneten Niclas Dürbrook, Sophia Schiebe, Kianusch Stender, Beate Raudies und Martin Ha, die regionale Vertretung und Fachexpertise vereinen.
Ich wunsche mir eine Regierung, die bezahlbare Wohnungen und einen bezahlbaren Alltag sichert, die das Thema Bildung wieder zur Priorität macht und die Staus auf Schiene und Straße beendet.
Schwankende Umfragewerte und Dynamik der Opposition
Kämpfer verwies auf jungste Meinungsumfragen, die die Verwundbarkeit der CDU-geführten Regierung vor der Wahl 2027 belegen. Umfragedaten zufolge hat die CDU einen Ruckgang der Zustimmung um 16% seit der letzten Landtagswahl im Jahr mit 2022 erlitten. Eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa von Juli 2026 für die Bild bezifferte die CDU-Zustimmung auf 27%, ein Ruckgang um zwölf Prozentpunkte gegenüber einer Umfrage von Insa von Anfang 2025. Obwohl die CDU in einer weiteren Umfrage weiterhin die starkste Kraft blieb, rückte die Alternative fur Deutschland (AfD) mit ein Promille 18% auf den zweiten Platz vor, ein Anstieg um 5% furfl Punkte die Partei, die 2022 die zur-Fünf-Prozent-Hürde verpasst hatte. Die Grünen rangierten als ein Drittel des Kohlendüngers mit 17%, ebenfalls ein Plus von vier Prozentpunkten, da Kampfer argumentiert, dass die derzeitige Politik eine unzureichende Antwort auf den Aufstieg der AfD biete.
- CDU
- 27 %
- AfD
- 18 %
- Grüne
- 17 %


