Rheinland-Pfalz erweitert Jugendberufsagenturen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit
Rheinland-Pfalz plant, sein Netzwerk der Jugendberufsagenturen von derzeit 11 auszubauen, mit Schwerpunkt auf ländlichen Gebieten, während das Land 7 % weniger Ausbildungsplätze als vor einem Jahr meldet.
Ausbau der Jugendberufsagenturen
In Mainz kündigten Ulrike Mohrs, die neue Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Bundesagentur für Arbeit, und Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), die neue Arbeits-, Sozial- und Jugendministerin von Rheinland-Pfalz, Pläne zum Ausbau des Netzwerks der Jugendberufsagenturen im ganzen Land an. Beide Amtsträger sind neu in ihren Positionen. Die Ankündigung erfolgte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Agenturen bündeln die Arbeitsagentur, das Jobcenter und die Kinder- und Jugendhilfe unter einem Dach, um die Integration junger Menschen in Ausbildung und Arbeitsmarkt zu verbessern und die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss zu senken. Die erste derartige Agentur in Rheinland-Pfalz wurde 2007 in Mainz gegründet und war bundesweit die erste ihrer Art. Nach eigenen Angaben des Landes finanziert es derzeit 11 Agenturen, und beide Amtsträger wollen diese Zahl erhöhen.
- Erste Jugendberufsagentur in Rheinland-Pfalz in Mainz gegründet, bundesweit die erste ihrer Art
- Land finanziert 11 Agenturen; Mohrs und Bätzing-Lichtenthäler kündigen Ausbau mit Schwerpunkt auf ländlichen Gebieten an
Erreichen junger Menschen in schwierigen Lebenslagen
Die Agenturen gelten als besonders hilfreich für junge Erwachsene in prekären sozialen Situationen, darunter solche, die mit familiärer Gewalt, Schulden, Drogenproblemen oder Obdachlosigkeit zu kämpfen haben. Die kurzen Wege zwischen den Diensten unter einem Dach werden von Experten als entscheidender Vorteil angesehen, da junge Menschen nicht mehrere Institutionen separat aufsuchen müssen. Mohrs, die zuvor als Oberbürgermeisterin von Koblenz für Jugend und Soziales zuständig war, betonte die Bedeutung einer schrittweisen Begleitung im Berufswahlprozess.
Ich bin eine absolute Befürworterin der Jugendberufsagentur, denn wenn junge Menschen von Pontius zu Pilatus laufen müssen, verlieren wir sie irgendwann.
Es ist wichtig, dass junge Menschen im Berufswahlprozess wirklich begleitet werden und dass man Schritt für Schritt mit ihnen geht, damit sie dann den richtigen Weg einschlagen können.
Mohrs fügte hinzu, dass manche jungen Menschen mehr Schritte benötigen, während andere den Prozess schnell und direkt durchlaufen. Es liegen keine Statistiken darüber vor, wie viele junge Menschen durch die Agenturen vermittelt wurden.
Fokus auf ländliche Gebiete
Bätzing-Lichtenthäler betonte, dass viele junge Menschen im Land noch nicht ausreichend beruflich orientiert sind oder besondere persönliche Herausforderungen haben, was oft dazu führt, dass sie nicht direkt einen Ausbildungsplatz finden. Sie möchte die Agenturen besonders in ländlichen Gebieten fördern. Das Besondere für ländliche Gebiete sei der proaktive Ansatz, bei dem die Mitarbeiter direkt ins Feld gehen und die jungen Menschen vor Ort begleiten. Die Finanzierung der Agenturen kann auch auf den Europäischen Sozialfonds Plus zurückgreifen. Die Ministerin sagte, das Land wolle über die derzeitigen 11 Agenturen hinaus weitere schaffen, mit besonderem Fokus auf ländliche Regionen.
Hier sollen die Jugendberufsagenturen gefördert werden, insbesondere in ländlichen Gebieten, denn sie bieten koordinierte Unterstützung aus einer Hand.
Weniger Ausbildungsplätze gemeldet
Bätzing-Lichtenthäler appellierte auch an die Unternehmen, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Derzeit wurden etwa 7 % weniger Ausbildungsplätze gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies sei angesichts der wirtschaftlichen Lage teilweise nachvollziehbar, betonte sie jedoch, dass Fachkräfte benötigt würden und nicht von allein kämen. Die Ministerin sagte, sie werde sich auch dafür einsetzen, Menschen beruflich Fuß fassen zu lassen, sei es in der Ausbildung oder auf dem Arbeitsmarkt.


