
JP Kraemer kehrt Unternehmensschließung um: Drei Dortmunder Betriebe sollen wiedereröffnen
Das Management von JP Performance wird nächste Woche drei Dortmunder Standorte wiedereröffnen und damit eine frühere Schließungsankündigung nach den Vorwürfen häuslicher Gewalt gegen Jean Pierre Kraemer rückgängig machen.
Betriebliche Kehrtwende
Das Management und die Mitarbeiter von JP Performance haben am 8. September 2026 angekündigt, dass drei der gewerblichen Standorte von Jean Pierre Kraemer in Dortmund nächste Woche wiedereröffnet werden. Die Entscheidung kehrt die Ankündigung des 45-jährigen Gründers vom früheren September um, als er in einem tränenreichen Video erklärte, seinen gesamten Unternehmenskonzern dauerhaft zu schließen und sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Nach dem überarbeiteten Plan wird das Restaurant Big Boost Burger am Montag, den 14. September 2026, wieder seinen Betrieb aufnehmen. Das Automuseum Pace und das Café Carffee sollen zwei Tage später, am Mittwoch, den 16. September 2026, wiedereröffnet werden.
Das Unternehmen nannte die unternehmerische Verantwortung gegenüber seinen rund 80 Mitarbeitern, Lieferanten, Dienstleistern und Geschäftspartnern als Hauptgrund für die Wiederaufnahme des Betriebs. Die Entscheidung wurde nach intensiven Gesprächen zwischen Management, Belegschaft und Kraemer getroffen. Während die Standorte unter Aufsicht der Mitarbeiter betrieben werden, wird Kraemer nicht in das aktive Management zurückkehren und plant, eine Therapie zu beginnen.
Hinter diesen Unternehmen stehen Menschen, Arbeitsplätze, Familien, Geschäftspartner und Verpflichtungen. Wir tragen Verantwortung gegenüber ihnen und wollen dieser auch in einer schwierigen Situation gerecht werden. JP wird, wie von ihm angekündigt, weiterhin eine Auszeit nehmen und seine Therapie beginnen. Wir respektieren diesen Schritt und geben ihm den nötigen Raum und die Zeit, sich darauf zu konzentrieren.
- Angriffsvideo taucht auf, führt zu Partnerkündigungen und polizeilichen Ermittlungen
- Kraemer kündigt öffentlichen Rückzug und dauerhafte Schließung aller Unternehmen an
- Management kündigt Entscheidung zur Wiedereröffnung von drei Dortmunder Standorten an
- Restaurant Big Boost Burger nimmt Betrieb wieder auf
- Café Carffee und Automuseum Pace öffnen wieder für die Öffentlichkeit
Vorwürfe häuslicher Gewalt und rechtliche Ermittlungen
Die Betriebsschließung war durch Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen Kraemer Ende August 2026 ausgelöst worden. Die Vorwürfe kamen ans Licht, nachdem ein Video veröffentlicht wurde, das körperliche Gewalt zwischen Kraemer und seiner 25-jährigen Ehefrau Julia Meck zeigt. Kraemer gab in späteren Videoaussagen öffentlich Teile des Vorfalls zu und räumte ein, ihr eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen zu haben.
Man schlägt keine Frauen, das kann man nicht wieder gutmachen.
Kraemer behauptete zunächst, seine Frau habe ihn während des Streits geschlagen. Meck sagte der deutschen Zeitung Bild, sie habe ihn zur Selbstverteidigung gegen die Brust geschlagen. Das Paar hat sich inzwischen getrennt und befindet sich im Scheidungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Dortmund leitete zunächst ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ein und stellte es später ein, weil Meck zunächst am Tatort keine Anzeige erstattet hatte und die Staatsanwaltschaft kein überwiegendes öffentliches Interesse sah. Die Ermittlungen wurden wieder aufgenommen, nachdem ein Anwalt von Meck eine formelle Strafanzeige mit Strafantrag eingereicht hatte.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Markenabgänge
Die öffentliche Enthüllung des Angriffs führte zu schnellen unternehmerischen Konsequenzen in Kraemers Medien- und Geschäftsnetzwerk. Der Energy-Drink-Hersteller Goenrgy kündigte sein Sponsoring mit Kraemer fristlos. Der deutsche Fußballverein Borussia Dortmund entfernte eine gemeinsame Co-Branding-Merchandise-Kollektion aus seinem offiziellen Fanshop. Fernsehsender und mehrere Werbepartner sagten ebenfalls laufende Produktionen und Werbeverträge ab.
Kraemer wurde durch die Fernsehserie Die PS-Profis und seinen YouTube-Kanal JP Performance bekannt. In einem Podcast-Auftritt vor der Kontroverse gab Kraemer an, dass seine Unternehmensgruppe einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro erzielte. Die Unternehmensleitung erklärte, dass die Mitarbeiter die Dortmunder Standorte nun eigenständig betreiben werden, während Kraemer weiterhin beurlaubt ist.


