Verkehr · Berlin und München
EVG warnt: Italos Einstieg in Deutschland könnte Fernverkehr in mindestens 16 Städten streichen
Italiens Italo plant ab 2028 Hochgeschwindigkeitsverkehr auf zwei deutschen Korridoren. Eine Analyse der Eisenbahngewerkschaft zeigt, dass mindestens 16 Städte ihre ICE- und IC-Halte verlieren könnten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Focus und DIE WELT. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der italienische Betreiber plant Hochgeschwindigkeitszüge auf den Strecken München–Dortmund und München–Hamburg, investiert in neues Rollmaterial und strebt garantierten Zugang zu den besten Trassen an.
Eine EVG-Studie warnt, dass Aachen, Augsburg, Freiburg, Ingolstadt, Rostock und andere vom Fernverkehrsnetz abgehängt würden, wenn profitable Strecken an einen Konkurrenten vergeben werden.
EVG-Chef Martin Burkert argumentiert, dass die Beschränkung von Italo auf ertragreiche Hauptstrecken das System zerstören würde, das unrentable Regionalverbindungen finanziert.
Burkert fordert Patrick Schnieder auf, vorzuschreiben, dass jeder Betreiber einer Premiumstrecke auch kleinere Städte wie Schwerin, Augsburg oder Jena bedienen muss.
Italos Einstiegsplan für 2028
Italiens Italo beabsichtigt, ab 2028 auf zwei deutschen Korridoren Fernverkehrsleistungen anzubieten: München–Frankfurt–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg. Der Betreiber plant erhebliche Investitionen in Fahrzeuge, strebt aber gesicherten Zugang zu den profitabelsten Trassen an. Diese Trassen werden von der DB-Tochter InfraGo unter Aufsicht der Bundesnetzagentur vergeben.
Die EVG-Studie und 16 bedrohte Städte
Eine interne Analyse der Eisenbahngewerkschaft EVG, über die die Bild am Sonntag berichtete, identifiziert mindestens 16 Städte, die ihre ICE- oder IC-Halte verlieren würden, wenn Italo die ertragreichen Strecken erhält. Die Liste umfasst Aachen, Augsburg, Bamberg, Chemnitz, Cottbus, Freiburg, Ingolstadt, Jena, Magdeburg, Münster, Norddeich Mole, Osnabrück, Rostock, Saarbrücken, Schwerin und Singen. Eine weitere geplante IC-Verbindung nach Trier würde ebenfalls entfallen.
„Wenn Italo die Rosinen herauspicken darf und die Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, zerreißt das unseren Fernverkehr. Städte werden abgehängt, Fahrten werden länger.“
Fahrgäste in den betroffenen Städten müssten langsamere Regionalzüge nutzen, um einen verbleibenden Fernbahnhof zu erreichen, warnt die Gewerkschaft.
- Aachen
- 16 Züge/Tag
- Augsburg
- 44 Züge/Tag
- Bamberg
- 35 Züge/Tag
- Chemnitz
- 4 Züge/Tag
- Cottbus
- 2 Züge/Tag
- Freiburg
- 45 Züge/Tag
- Ingolstadt
- 50 Züge/Tag
- Jena
- 4 Züge/Tag
- Magdeburg
- 30 Züge/Tag
- Münster
- 40 Züge/Tag
- Norddeich Mole
- 10 Züge/Tag
- Osnabrück
- 40 Züge/Tag
- Rostock
- 20 Züge/Tag
- Saarbrücken
- 8 Züge/Tag
- Schwerin
- 10 Züge/Tag
- Singen
- 20 Züge/Tag
Daten aus dem Artikeltext
Die Quersubventionslogik
Die EVG und die Deutsche Bahn argumentieren, dass das derzeitige Netz auf internen Quersubventionen beruht. Gewinne aus stark frequentierten Intercity-Strecken helfen, die Kosten für die Bedienung kleinerer Bahnhöfe zu decken, die allein nicht wirtschaftlich sind. Wenn die lukrativen Trassen an einen Wettbewerber vergeben werden, könnte die DB diese Zubringerverbindungen nicht mehr aufrechterhalten oder wäre nicht mehr bereit dazu.
DB-Fernverkehrschef Michael Peterson sagte kürzlich dem Tagesspiegel, dass das Netz derzeit 120 Bahnhöfe bedient. Das Unternehmen betont seit Wochen, dass es Wettbewerb nicht grundsätzlich ablehne, aber Fernverkehrsleistungen in der Fläche verschwinden könnten, wenn profitable Strecken an Konkurrenten gingen.
Politischer Druck für eine Paketlösung
EVG-Vorsitzender Martin Burkert fordert Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder auf, bei der Trassenvergabe „Paketlösungen“ durchzusetzen. Nach diesem Modell müsste ein Betreiber, der eine Premium-Hauptstrecke erhält, auch kleinere Städte bedienen.
„Wer auf den Hauptstrecken gutes Geld verdienen will, sollte sich nicht zu schade sein, auch in Städten wie Schwerin, Augsburg oder Jena zu halten.“
Burkert sagte der Bild am Sonntag, der Verkehrsminister dürfe „nicht die Hände in den Schoß legen“, sondern müsse einen fairen Wettbewerb gestalten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Martin Burkert
- EVG-Vorsitzender
- Michael Peterson
- DB-Fernverkehrschef
- Evelyn Pall
- DB-Bahnchefin
- Patrick Schnieder
- Bundesverkehrsminister (CDU)
- Orte
- München, Chemnitz, Cottbus, Freiburg im Breisgau, Ingolstadt, Jena
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