
Italien setzt Sea Watch 5 für 45 Tage fest und verhängt 7.500 Euro Strafe gegen NGO in Neapel
Das italienische Innenministerium ordnete eine 45-tägige Festsetzung und eine Geldstrafe von 7.500 Euro für das deutsche Rettungsschiff Sea Watch 5 an, nachdem es sechs gerettete Minderjährige in Neapel von Bord gebracht hatte, ohne die libyschen Behörden zu kontaktieren.
Verwaltungshaft und Geldstrafe in Neapel
Die italienischen Behörden ordneten eine 45-tägige Verwaltungshaft und eine Geldstrafe von 7.500 Euro für das unter deutscher Flagge fahrende Rettungsschiff Sea Watch 5 an, nachdem es im Hafen von Neapel eingetroffen war. Das Schiff legte im süditalienischen Hafen an, um sechs gerettete Minderjährige von Bord zu bringen, nachdem es im zentralen Mittelmeer im Einsatz gewesen war. Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi gab die Sanktionen in den sozialen Medien bekannt und betonte, dass Such- und Rettungseinsätze den staatlich koordinierten Regeln folgen müssten.
Fünfundvierzig Tage Haft und eine Geldstrafe von 7.500 Euro für die Sea Watch 5. Das Schiff unter deutscher Flagge hat erneut nicht die gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt, die bei Einsätzen auf See erforderlich sind. Ein schwerwiegender Verstoß gegen die Vorschriften: Such- und Rettungseinsätze auf See müssen von den zuständigen Staaten geleitet und koordiniert werden, nicht von NGOs.
Reaktion von Sea Watch und Koordination mit Libyen
Die deutsche Nichtregierungsorganisation akzeptierte die Strafen und verteidigte ihre Entscheidung, die libyschen Seebehörden während des Einsatzes zu umgehen. Laut Sea Watch rettete das Schiff am Donnerstag, den 13. August 2026, sechs Personen in internationalen Gewässern. Die Besatzung alarmierte die Seebehörden Italiens und benachbarter europäischer Länder, vermied jedoch bewusst das libysche Gemeinsame Rettungskoordinationszentrum, das sie als illegitime Einrichtung beschrieb, die mit bewaffneten Schleppern verbunden sei.
Wir arbeiten nicht mit Kriminellen und Schleppern zusammen. Kann die italienische Regierung das Gleiche sagen?
Die Organisation erklärte, dass bewaffnete Personen kurz nach dem Einsatz ein Gewehr auf die Rettungsbesatzung richteten und sie aufforderten, das Gebiet zu verlassen. Sea Watch kritisierte die italienischen Abkommen mit den libyschen Behörden und stellte fest, dass Italien eine Milliarde Euro für Patrouillenschiffe, Finanzierung und Ausbildung bereitgestellt habe. Die Organisation berichtete zudem, dass zivilgesellschaftliche Beobachter nach einem separaten Schiffbruch am vorherigen Wochenende 14 Tote auf dem Meer treibend gesehen hätten.
- Sea Watch 5 rettet sechs Minderjährige in internationalen Gewässern, ohne die libyschen Behörden zu benachrichtigen
- Matteo Piantedosi kündigt eine 45-tägige Verwaltungshaft und eine Geldstrafe von 7.500 Euro an
- Sea Watch gibt eine Erklärung ab, in der sie eine Zusammenarbeit mit der libyschen maritimen Koordination ablehnt
Frühere Frontex-Ermittlungen
Die Strafe in Neapel folgt auf eine frühere Untersuchung der Sea Watch 5 während eines vorherigen Einsatzes im zentralen Mittelmeer. Die niederländische Kapitänin Anne Van Damme wurde von der italienischen Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Beihilfe zur unerlaubten Einwanderung untersucht. Diese Untersuchung beruhte auf Luftüberwachung durch Frontex, der Europäischen Grenz- und Küstenwache, die dokumentierte, wie Migranten von einem von bewaffneten Schleppern betriebenen Boot direkt auf das NGO-Schiff überstiegen.
Sea Watch bestritt das Frontex-Videomaterial der Überführung auf See nicht und erklärte, die Besatzung habe gehandelt, um die unmittelbare Sicherheit der Menschen an Bord zu gewährleisten. Kapitänin Van Damme kündigte an, sich während der laufenden rechtlichen Ermittlungen aus aktiven Rettungsmissionen zurückzuziehen.
Diplomatische Spannungen zwischen Rom und Berlin
Die Festsetzung des Schiffs fällt mit Auseinandersetzungen zwischen Rom und Berlin über Migrationspolitik und Asylüberstellungen zusammen. Die deutschen Behörden hatten zuvor angekündigt, Asylsuchende im Rahmen der Dublin-Verordnung zurückzuschicken, woraufhin italienische Beamte vorschlugen, diese Überstellungen gegen die Ankünfte aufzurechnen, die von unter deutscher Flagge fahrenden Rettungsschiffen in italienische Häfen gebracht werden. Der italienische Verkehrsminister Matteo Salvini kritisierte die deutschen Behörden im Hinblick auf die NGO-Finanzierung und die maritime Aufsicht.
Deutschland hat kein Recht, uns auch nur einen einzigen irregulären Migranten zurückzuschicken, solange deutsche NGO-Schiffe im Mittelmeer kreuzen und Tausende von Illegalen in Italien und Europa absetzen. Lösen Sie zuerst die Probleme der Schiffe, denen Sie die Flagge gegeben haben, und dann reden wir über alles andere.
Die italienische Regierung stellt weiterhin nichtstaatliche Rettungseinsätze in Frage und verlangt, dass private Schiffe den Anweisungen der zuständigen nationalen Rettungszentren folgen.


