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Diplomatie·vor 14 m

Israel bricht Kontakt zu EU-Außenbeauftragter wegen Apartheid-Vergleich ab

Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar hat am Donnerstag die gesamte Kommunikation mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas eingestellt. Er wirft ihr vor, Israel mit dem südafrikanischen Apartheid-Regime verglichen zu haben, und fordert eine Rücknahme. Kallas erklärte daraufhin, sie stehe für einen Dialog weiter offen.

Die Ankündigung

Gideon Sa’ar gab auf X bekannt, dass er sämtliche Kontakte zu Kaja Kallas, der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, abbreche. Der israelische Minister erklärte, Kallas verhalte sich gegenüber Israel ‚besessen und mit krasser Ungerechtigkeit‘.

Kürzlich wurde bekannt, dass sie Israel während ihres Besuchs in Mexiko mit dem rassistischen Apartheid-Regime verglichen hat, das in Südafrika herrschte. Als Außenminister des Staates Israel bleibt mir keine andere Wahl, als sämtliche Kontakte zu Frau Kallas abzubrechen, bis sie die Blutverleumdung zurücknimmt, die sie gegen den einzigen jüdischen Staat der Welt und die einzige Demokratie im Nahen Osten gerichtet hat.

Gideon Sa’ar

Sa’ar dankte europäischen Abgeordneten, die die angebliche Äußerung verurteilt hatten. Der Schritt vertieft die Spannungen zwischen Brüssel und Jerusalem, die seit dem Ausbruch des Gaza-Krieges im Oktober 2023 ohnehin angespannt sind.

Die umstrittene Äußerung

Der angebliche Vergleich tauchte am 12. Juni auf, als Euractiv einen Bericht veröffentlichte, der sich auf Beamte und Diplomaten stützte, die bei Hintergrundgesprächen während Kallas’ Mexiko-Reise vom 20. bis 22. Mai anwesend waren. Dem Bericht zufolge schilderte Kallas, wie sehr sie ein Besuch im vergangenen Jahr in Südafrika und dessen Apartheid-Museum in Johannesburg bewegt habe, und zog dann einen Parallele zu israelischen Politiken. Kallas hat die Aussage weder bestätigt noch dementiert; auf Nachfrage von Journalisten lehnte sie eine Stellungnahme ab.

Schlüsseldaten im diplomatischen Zerwürfnis zwischen Israel und Kallas
  1. Kallas reist nach Mexiko; zieht angeblich bei Hintergrundgesprächen einen Apartheid-Vergleich.
  2. Euractiv veröffentlicht einen Artikel, der sich auf bei den Mexiko-Gesprächen anwesende Beamte stützt.
  3. Gideon Sa’ar gibt auf X bekannt, dass er sämtliche Kontakte zu Kallas abbricht.
  4. Kaja Kallas postet eine Antwort, in der sie erklärt, sie bleibe für einen konstruktiven Dialog offen.

EU-interne Spaltungen

Die Äußerung fand keine einhellige Unterstützung in der EU. Während Irland und Spanien Verständnis zeigten, distanzierten sich Deutschland und Frankreich laut Euractiv kategorisch. Ein von dem Portal zitierter EU-Diplomat nannte den Vergleich inakzeptabel und nicht mit der EU-Politik vereinbar.

Der Vergleich mit der Apartheid ist unzulässig und entspricht nicht der EU-Politik. Es ist ein ernstes Problem, wenn sie solche Aussagen macht, während sie die EU offiziell international vertritt.

ein von Euractiv zitierten EU-Diplomat

Kallas reagiert

Stunden nach Sa’ars Ankündigung postete Kallas auf X eine an den israelischen Minister gerichtete Botschaft. Sie bekräftigte das Bekenntnis der EU zu einer Zwei-Staaten-Lösung und zu einem konstruktiven Verhältnis mit Israel.

Ich schätze unseren Dialog und unsere Zusammenarbeit und bin weiterhin offen dafür, diese im Geiste gegenseitigen Respekts und eines konstruktiven Ansatzes fortzusetzen.

Kallas unterstrich zudem, dass sie wiederholt israelische Siedlungen im besetzten Westjordanland verurteilt habe, wo mehr als 500.000 Israelis neben rund drei Millionen Palästinensern in Siedlungen leben, die nach internationalem Recht illegal sind.

Jerusalem · Brüssel · Mexiko-Stadt

8 Quellen

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