Iran richtet Shahram Sadeghi wegen angeblicher Spionage für Israel und die USA im Zusammenhang mit Winterprotesten hin
Iran hat Shahram Sadeghi am 16. August 2026 hingerichtet, weil er während der Winterproteste angeblich einen operativen Einsatz für Israel und die USA durchgeführt habe, wie die der Justiz nahestehende Agentur Misan mitteilte.
Hinrichtung im Iran
Iran hat Shahram Sadeghi am Sonntagmorgen, dem 16. August 2026, hingerichtet, wie die der Justiz nahestehende Nachrichtenagentur Misan mitteilte. Sadeghi war verurteilt worden, am 8. Januar in Karaj westlich von Teheran während landesweiter Proteste mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von Polizisten gefahren zu sein, wobei sieben Beamte verletzt wurden. Anschließend habe er sein Auto angezündet und sei geflohen. Ein Revolutionsgericht verurteilte ihn zum Tode, und der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil. Die Hinrichtung ist die jüngste in einer Welle, die seit den Massenprotesten zu Jahresbeginn nicht abgeebbt ist. Sadeghi wurde für schuldig befunden, während der Demonstrationen einen operativen Einsatz für Israel und die Vereinigten Staaten durchgeführt zu haben, wie die Justiz erklärte.
Misan berichtete, die Hinrichtung sei mit der Begründung erfolgt, dass Sadeghi Israel und die Vereinigten Staaten unterstützt habe.
Er führte einen operativen Einsatz zur Unterstützung des zionistischen Regimes und der USA durch.
Geständnis und Prozess
Während der Vernehmung behauptete Sadeghi zunächst, sein Fahrzeug sei gestohlen und von jemand anderem angezündet worden. Eine Überprüfung der Mobiltelefondaten ergab, dass er den Diebstahl nicht bei der Polizei gemeldet hatte, was seiner Darstellung widersprach. Später gestand er die Tat. Misan berichtete, dass während des Verfahrens ein Verteidiger anwesend war. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil trotz des Schwankens des Verurteilten zwischen Leugnen und Geständnis. Das Gericht bestätigte das Urteil, obwohl Sadeghi zwischen dem Bestreiten der Anklage und dem Eingeständnis hin und her pendelte. Die Verurteilung stützte sich auf den Vorwurf, dass der Autofahrerangriff in Karaj einen operativen Einsatz für ausländische Geheimdienste darstellte.
Proteste und staatliche Rahmung
Die landesweiten Proteste brachen Ende Dezember 2025 aus, ausgelöst durch Wut über eine schwere Wirtschaftskrise. Die Massendemonstrationen konzentrierten sich zunächst auf wirtschaftliche Beschwerden, richteten ihren Zorn aber später gegen die politische Führung und erreichten am 8. und 9. Januar ihren Höhepunkt. Die iranischen Behörden haben die Proteste als von außen gesteuert charakterisiert, ein Narrativ, das das Regime wiederholt bemüht hat, um die Unruhen als eine von außen gelenkte Sicherheitskrise darzustellen. Menschenrechtsorganisationen lehnen diese Rahmung ab und entgegnen, dass es sich nicht um terroristische Akte, sondern um brutale Repression handelte, die Tausende Tote forderte. Die Hinrichtungen nahmen nach dem US-israelischen Krieg gegen den Iran Ende Februar deutlich zu, insbesondere im Zusammenhang mit Demonstrationen.
- Landesweite Proteste brechen im Iran wegen einer schweren Wirtschaftskrise aus
- Sadeghi fährt angeblich mit seinem Auto in Polizisten in Karaj und verletzt sieben
- Massenproteste erreichen im Iran ihren Höhepunkt
- US-israelischer Krieg gegen den Iran; Hinrichtungen nehmen deutlich zu
- Sadeghi von iranischen Behörden hingerichtet
Menschenrechtsbilanz
Amnesty International verzeichnete im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Hinrichtungen im Iran, die höchste Zahl seit 1981. Menschenrechtsorganisationen und Oppositionsgruppen werfen den iranischen Behörden seit langem vor, Anklagen wie Spionage, Handlungen gegen die nationale Sicherheit, bewaffneter Aufstand, "Feindschaft gegen Gott" und "Verderben auf Erden" zu nutzen, um Dissens zu unterdrücken und politische Gegner zu beseitigen. Diese Anschuldigungen werden routinemäßig gegen Demonstranten, Dissidenten und politische Gefangene erhoben, um sie als Sicherheitsbedrohungen darzustellen und einen rechtlichen Vorwand für Hinrichtungen zu schaffen. Der Fall Sadeghi fügt sich in dieses breitere Muster ein, wobei der Spionagevorwurf als Grundlage für ein Todesurteil dient, das mit protestbezogenen Handlungen verbunden ist.


