
Iran droht Schiffen mit ‚entschlossener Antwort‘, die seine Routen in der Straße von Hormus ignorieren
Das iranische Militärkommando hat gewarnt, dass jeder Öltanker oder jedes Handelsschiff, das von seinen festgelegten Routen in der Straße von Hormus abweicht, mit einer ‚sofortigen und entschlossenen Antwort‘ rechnen müsse, was die Spannungen um den kritischen Energie-Engpass verschärft.
Die Warnung
Das iranische Militärkommando Khatam al-Anbiya gab am Donnerstag eine Erklärung ab, die im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, und forderte alle Öltanker und Handelsschiffe auf, seine festgelegten Navigationsrouten in der Straße von Hormus zu nutzen. Jede Abweichung würde eine ‚sofortige und entschlossene Antwort‘ auslösen, die die Sicherheit der betreffenden Schiffe gefährde. In der Erklärung hieß es auch, die Anwesenheit von US-Kampfjets über der Meerenge verursache ‚Unsicherheit‘.
Jede Nichteinhaltung, Abweichung von der festgelegten Route oder Missachtung der Navigationsprotokolle der Islamischen Republik Iran in der Straße von Hormus wird mit einer sofortigen und entschlossenen Antwort der Streitkräfte beantwortet, die die Sicherheit der betreffenden Schiffe gefährdet.
Hintergrund der Drohung
Die Warnung erfolgte einen Tag, nachdem das US-Zentralkommando (CENTCOM) in Bahrain einen Sicherheitsdialog ausgerichtet hatte, bei dem regionale Führer versprachen, den freien Handelsverkehr durch die Meerenge zu gewährleisten. Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi wies das Treffen zurück und erklärte auf X, dass ‚Hormus unter dem Kommando Irans definiert ist, nicht unter Centcom‘ und dass regionale Sicherheit einen US-Abzug erfordere. Die Drohung folgt auch auf indirekte US-Iran-Verhandlungen in Katar, die von Vermittlern als ‚positive Fortschritte‘ auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden beschrieben wurden.
Die Sicherheit der Region wird durch die Beendigung von Interventionen und den Abzug der USA aus dem Gebiet, die Achtung der Souveränität der Länder und die Akzeptanz neuer geopolitischer Realitäten gewährleistet – nicht unter dem militärischen Schirm Amerikas.
Der Streit um Gebühren
Hinter der Routenforderung steht ein breiterer Kampf um Kontrolle und Einnahmen. Die USA und Oman versuchen, Irans Beharren auf der Erhebung von Durchfahrtsgebühren zu beenden, indem sie Zugang zu eingefrorenen Geldern anbieten, aber Iran besteht auf Kontrolle. Einige europäische Regierungen akzeptieren inzwischen, dass eine Art Servicegebühr an Iran und Oman unvermeidlich ist, so Bloomberg. Das Wall Street Journal berichtete, dass die USA ‚Belohnungen in Aussicht stellen‘, um die Meerenge zu öffnen, aber Iran gibt nicht nach.
Jüngste Gewalt und fragiler Waffenstillstand
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar wurden laut MarineTraffic mindestens 49 Angriffe auf Handelsschiffe in der Meerenge verzeichnet. Am Donnerstag trafen Drohnenangriffe ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff und ein unter panamaischer Flagge fahrendes Handelsschiff. Zuvor hatte ein iranischer Angriff auf ein Schiff, das eine nicht genehmigte Route nutzte, den ersten Schusswechsel zwischen US- und iranischen Streitkräften seit dem Waffenstillstand vom 17. Juni ausgelöst. Der Iran griff auch US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain an, nachdem die USA seine Südküste bombardiert hatten. Trotz der Aufflammen erklärte US-Präsident Donald Trump gegenüber Reportern, dass die ‚Denuklearisierung des Iran gut voranschreitet‘ und dass in Katar ‚sehr gute Gespräche‘ geführt wurden.
Die Denuklearisierung des Iran schreitet gut voran.
Verkehr und Risiken
Obwohl nach der Wiedereröffnung mehr als 60 Schiffe die Meerenge innerhalb von 24 Stunden passierten, stellen Marktbeobachter fest, dass sich der Verkehr noch nicht vollständig normalisiert hat. Sicherheitsrisiken durch mögliche Minen und militärische Zwischenfälle bestehen fort. Die Meerenge, die vor dem Krieg etwa ein Fünftel des globalen Öl- und LNG-Handels abwickelte, bleibt ein Engpass, an dem jede Störung die Energiemärkte erschüttern könnte.
- Der US-israelische Krieg gegen den Iran beginnt.
- Absichtserklärung zum Waffenstillstand unterzeichnet; Iran erklärt sich bereit, sich nach besten Kräften für eine sichere Durchfahrt einzusetzen.
- Indirekte US-Iran-Gespräche in Katar; Vermittler berichten von positiven Fortschritten.
- Iran warnt Schiffe, seine Routen zu nutzen; CENTCOM hält Dialog in Bahrain ab; Drohnenangriffe auf zwei Schiffe.

