
Iran bestellt französischen Botschafter Pierre Cochard ein, nachdem zwei Diplomaten festgenommen und einer in Teheran körperlich angegriffen wurde
Das iranische Außenministerium bestellte am 26. Juli den französischen Botschafter Pierre Cochard ein, um gegen das zu protestieren, was es als Einmischung in seine inneren Angelegenheiten bezeichnete, eine Woche nachdem zwei französische Diplomaten stundenlang festgehalten und einer geschlagen worden war.
Die Einbestellung
Das iranische Außenministerium bestellte am Sonntag, den 26. Juli, den französischen Botschafter Pierre Cochard ein, um gegen das Verhalten zweier französischer Diplomaten zu protestieren, die eine Woche zuvor kurzzeitig festgenommen worden waren. Das Ministerium beschuldigte sie der "Einmischung in die inneren Angelegenheiten Irans unter irreführenden Bezeichnungen" und forderte die französische Regierung auf, "solche Handlungen zu unterlassen". Der Sprecher Esmaeil Baghaei erklärte in einer wöchentlichen Pressekonferenz, die Aktivitäten der Diplomaten seien "in keiner Weise durch das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen von 1961 gerechtfertigt" gewesen.
Gestern wurde der französische Botschafter in Teheran ins Außenministerium einbestellt, wo betont wurde, dass die französische Regierung solche Handlungen und solche Einmischung in die inneren Angelegenheiten Irans unter irreführenden Bezeichnungen unterlassen muss.
Die Festnahmen am 19. Juli
Am Sonntag, den 19. Juli, wurden zwei Mitarbeiter der französischen Botschaft von iranischen Sicherheitskräften in Teheran festgehalten. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete den Vorfall am folgenden Tag als "einen äußerst schwerwiegenden Akt der Einschüchterung". Die Diplomaten seien "an einem privaten Ort brutal verhaftet", fast vier Stunden festgehalten und verhört worden. Einer sei eingeschüchtert, der andere "geschlagen" und "körperlich misshandelt" worden. Der Iran bestritt jeglichen Angriff und bestand darauf, dass die beiden lediglich "kurz verhört" worden seien, nachdem sie an einem Treffen mit Personen teilgenommen hätten, die die Behörden suchten.
Dieser äußerst schwerwiegende und inakzeptable Verstoß gegen die Integrität unserer Mitarbeiter wird nicht ohne Folgen bleiben.
Frankreichs Reaktion und diplomatischer Austausch
Frankreich reagierte, indem es am 22. Juli den iranischen Geschäftsträger in Paris einbestellte. Barrots Ministerium hat sich zu der Einbestellung vom 26. Juli noch nicht geäußert. Die französische Seite besteht darauf, dass die Diplomaten eine Mission der Kontaktaufnahme mit der iranischen Zivilgesellschaft durchführten und die Sicherheitskräfte "absolut nichts gegen sie in der Hand hatten". Die beiden Männer konnten erst nach mehrstündiger Festnahme in die Botschaft zurückkehren.
- Zwei französische Diplomaten in Teheran fast vier Stunden festgehalten; einer körperlich misshandelt.
- Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot verurteilt den 'äußerst schwerwiegenden Akt der Einschüchterung'.
- Frankreich bestellt den iranischen Geschäftsträger in Paris ein.
- Iran bestellt den französischen Botschafter Pierre Cochard ein und fordert ein Ende der 'Einmischung'.
Was der Iran behauptet
Iranische Beamte erklärten, die Diplomaten hätten sich "unter dem Vorwand der Kontaktaufnahme mit der Zivilgesellschaft in die inneren Angelegenheiten Irans eingemischt". Das Außenministerium beschuldigte Paris, unter "irreführenden Bezeichnungen" zu handeln, und forderte ein Ende solcher Aktionen. Die Regierung in Teheran hat die Vorwürfe nicht zurückgezogen und keine Beweise vorgelegt, die über die Behauptung hinausgehen, die Botschaftsmitarbeiter hätten sich mit gesuchten Personen getroffen.
Was als Nächstes passiert
Weder das französische Außenministerium noch die Botschaft in Teheran haben bis Montag, den 27. Juli, auf die Einbestellung reagiert. Der Konflikt stellt eine deutliche Eskalation in einem bereits angespannten diplomatischen Verhältnis dar, wobei Paris auf Konsequenzen besteht und Teheran sich weigert, nachzugeben. Es wurden keine weiteren bilateralen Gespräche angekündigt.


