Regierung · Istanbul
Türkisches Gericht verurteilt abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu zu 25 Monaten Haft
Ein türkisches Gericht verurteilte den abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu wegen Beleidigung eines Amtsträgers zu 25 Monaten Haft und verhängte ein politisches Betätigungsverbot, das ihn formell seines Bürgermeisteramtes entheben könnte.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, N-tv und ZEIT ONLINE. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Ein türkisches Gericht verurteilte den abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu am 11. September 2026 zu 25 Monaten Haft und verhängte ein politisches Betätigungsverbot wegen Beleidigung eines Bezirksbürgermeisters vor vier Jahren.
Imamoglu nahm per Videoverbindung aus einem Hochsicherheitsgefängnis an der Gerichtssitzung teil; er war seit einer landesweiten Verhaftungswelle im März 2025 inhaftiert.
Die Verurteilung erfolgte nach zwei vorherigen Freisprüchen in derselben Sache, bevor ein Berufungsgericht unter Berufung auf angebliche Verfahrensfehler eine Wiederaufnahme anordnete.
Sollte das Urteil in der Berufung bestätigt werden, verliert Imamoglu formell sein Amt und der Stadtrat von Istanbul erhält die Befugnis, einen Ersatzbürgermeister zu wählen.
- 2019Oppositionspartei CHP gewinnt die Istanbuler Stadtverwaltung bei Kommunalwahlen
- 2024Ekrem Imamoglu verteidigt sein Amt als Istanbuler Bürgermeister bei den Kommunalwahlen
- März 2025Türkische Behörden verhaften Imamoglu und Mitarbeiter der Stadtverwaltung bei landesweiter Verhaftungswelle
- 11.09.Türkisches Gericht verurteilt Imamoglu zu 25 Monaten Haft mit politischem Betätigungsverbot
Urteil und politisches Betätigungsverbot
Ein türkisches Gericht verurteilte den abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu am Freitagabend zu 25 Monaten Haft und schloss damit ein umstrittenes Gerichtsverfahren ab. Das Gericht befand Imamoglu der Beleidigung eines Amtsträgers für schuldig, wie türkische Medien berichteten. Zusätzlich zur Haftstrafe verhängten die Richter ein formelles politisches Betätigungsverbot gegen den Politiker, der bereits vor dem Urteil inhaftiert war. Imamoglu nahm per Videoübertragung aus einer Hochsicherheitshaftanstalt an der Gerichtssitzung teil. Sollte das Urteil nach Berufungen rechtskräftig werden, verliert Imamoglu formell sein Bürgermeisteramt. Nach türkischem Recht würde dies dem Stadtrat von Istanbul ermöglichen, zusammenzutreten und einen Nachfolgebürgermeister für die Millionenmetropole zu wählen.
Rechtshintergrund und Wiederaufnahmen
Die Verurteilung geht auf einen Vorfall vor vier Jahren zurück, bei dem die Staatsanwaltschaft Imamoglu beschuldigte, einen Bezirksbürgermeister in Istanbul beleidigt zu haben. Der Fall durchlief zuvor zwei separate Gerichtsverfahren, die beide mit vollständigen Freisprüchen für Imamoglu endeten. Ein Berufungsgericht griff daraufhin ein und ordnete die Wiederaufnahme und erneute Verhandlung des Falles an, angeblich aufgrund formeller Verfahrensfehler. Während der Anhörung am Freitag verurteilte Imamoglu das Urteil als Skandal und bezeichnete die zugrundeliegenden Anschuldigungen als unbegründet, wie der staatliche Sender TRT berichtete. Oppositionsgruppen erklärten den Prozess für politisch motiviert und argumentierten, das Verfahren habe ausschließlich dem Zweck gedient, Präsident Recep Tayyip Erdogan größten Rivalen aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen.
Kommunale Verwaltung und Festnahmen 2025
Die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) kontrolliert die Istanbuler Stadtverwaltung seit dem Gewinn der Kommunalwahlen 2019. Imamoglu verteidigte sein Bürgermeisteramt bei den Kommunalwahlen 2024 und festigte seinen Ruf als wichtigster Gegner des langjährigen islamisch-konservativen Präsidenten der Türkei. Im März 2025 führten die türkischen Behörden eine landesweite Verhaftungswelle durch, bei der Imamoglu und zahlreiche Mitarbeiter der Istanbuler Stadtverwaltung in Polizeigewahrsam genommen wurden. Die Aktion erstreckte sich auf mehrere andere Regionen der Türkei, was zur Festnahme weiterer CHP-Bürgermeister führte.
Weitere Verfahren und internationale Reaktionen
Nach der Verhaftungswelle im März 2025 leiteten die türkischen Staatsanwälte eine Reihe von Ermittlungen und Gerichtsverfahren gegen Imamoglu ein. Die Behörden erhoben eine Reihe weiterer Vorwürfe gegen den abgesetzten Bürgermeister, darunter formelle Anklagen wegen Korruption, Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Die deutsche Bundesregierung, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission verurteilten Imamoglus Absetzung und bezeichneten den Schritt als schweren Rückschlag für die Demokratie in der Türkei. Erdogans Regierung wies jede Kritik an behördlichem Druck zurück und bestritt, dass die Regierung Einfluss auf die Justiz ausübe. Angesichts der fortlaufenden Serie von Ermittlungen, Prozessen und Verurteilungen bleibt fraglich, wie effektiv Imamoglu den islamisch-konservativen Staatschef in einer künftigen Wahlherausforderung angreifen kann.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Ekrem Imamoglu
- Abgesetzter Bürgermeister von Istanbul und Politiker der Oppositionspartei CHP
- Recep Tayyip Erdogan
- Präsident der Türkei
- Orte
- Istanbul
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