Rekordhitzewelle legt polnische Bahn lahm: Massenevakuierungen, Oberleitungsschäden und 200-minütige Verspätungen
Bis zum Mittag des Sonntags wurden über 300 Netzstörungen registriert, als extreme Temperaturen Schienen verformten und Oberleitungen rissen. Mehrere Züge blieben liegen, Passagiere wurden aus einem überhitzten Intercity-Zug bei Modlin evakuiert.
Rekordhitzewelle trifft ein
Polen wurde am Sonntag, dem 28. Juni, von rekordhohen Temperaturen heimgesucht, die weitreichende Störungen im Bahnverkehr auslösten. Die PKP meldete vor Mittag über 300 Oberleitungsschäden, als die Leitungen unter der extremen Hitze rissen und sich die Schienen verzogen. PKP-PLK-Sprecher Bartosz Pietrzykowski erklärte, dass die Hitze Störungen im Fahrleitungsnetz verursachte, die zu einer Kaskade von Stillständen im ganzen Land führten.
Kritischer Ausfall bei Modlin
Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich auf der Linie 9 zwischen Legionowo und Modlin, einer wichtigen Verkehrsader nördlich von Warschau. Um 11:12 Uhr legte ein Fehler auf dem ersten Gleis die Züge lahm; weniger als eine Stunde später, um 11:59 Uhr, fiel auch das zweite Gleis aus, wodurch der Zugverkehr vollständig unterbrochen wurde.
Zwei Reparaturzüge wurden entsandt, aber der Schaden erzwang die Evakuierung der Fahrgäste aus den liegengebliebenen Zügen.Zwischen Legionowo und Modlin liegt eine Fahrleitungsstörung auf beiden Gleisen vor. Der Zugverkehr ist vollständig eingestellt.
Evakuierung unter glühenden Bedingungen
Ohne Strom und Klimaanlage in den stehenden Zügen stiegen die Temperaturen in den Waggons. Die Feuerwehr evakuierte rund 400 Menschen aus einem Intercity-Zug (Olsztyn–Krakau) und einem Zug der Koleje Mazowieckie. Niemand benötigte medizinische Hilfe, obwohl die Passagiere die Bedingungen als unerträglich beschrieben.
Busse brachten die Evakuierten nach Warschau, während die Einsatzkräfte daran arbeiteten, die Stromversorgung wiederherzustellen.Ich reise von Warschau nach Breslau. Statt eines Großraumwagens ist es ein Achterabteil ohne Klimaanlage. Ich hoffe, ich werde nicht ohnmächtig.
- Erster Oberleitungsschaden auf Linie 9, eingleisiger Betrieb gestoppt.
- Zweiter Gleisausfall, vollständige Einstellung des Verkehrs zwischen Legionowo und Modlin.
- Gegenseitige Ticketanerkennung zwischen PKP Intercity und Koleje Mazowieckie beginnt.
- Teilweise Wiederaufnahme des Verkehrs auf einem Gleis.
- PKP meldet reibungslosen Durchfluss durch den Bahnhof Modlin.
Landesweite Verspätungen und gestrandete Fahrgäste
Die Betriebsstörungen breiteten sich in ganz Polen aus. PKP-Intercity-Sprecher Michał Wrzosek berichtete, dass einige Züge bis zu 200 Minuten Verspätung hatten und nur etwas mehr als die Hälfte der Verbindungen pünktlich ankam. Die am stärksten betroffenen Korridore waren Warschau–Danzig, Breslau–Kattowitz und Łódź–Warschau, wo die Züge oft nur eingleisig verkehrten. Am Bahnhof Warschau Ost warteten die Fahrgäste stundenlang; eine gestrandete Reisende nach Łódź erzählte, dass ihr Zug um 16:53 Uhr nie auf der Anzeigetafel erschien und sie schließlich einen Zug bestieg, der fast drei Stunden früher geplant gewesen war.
Reaktion und Wiederherstellungsmaßnahmen
Die PKP setzte Diesellokomotiven ein, um feststeckende Züge zu bergen, und ab 12:30 Uhr begann die gegenseitige Ticketanerkennung zwischen Intercity und Koleje Mazowieckie. Der Verkehr auf der Linie 9 wurde gegen 14:00 Uhr auf einem Gleis wieder aufgenommen, und nach 17:00 Uhr meldete die PKP einen reibungslosen Durchfluss durch Modlin. Weitere Störungen auf anderen Strecken – Linie 25, Linie 216 und Linie 274 – hielten bis zum späten Nachmittag an. Die PKP forderte die Fahrgäste auf, sich auf dem Fahrgastportal über Aktualisierungen zu informieren, Wasser mitzuführen, Kopfbedeckungen zu tragen und längere Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Die Überwachung der Bahninfrastruktur sollte für den Rest der Hitzewelle verstärkt werden.


