
WHO meldet über 1.300 hitzebedingte Todesfälle in Europa, während Rekordtemperaturen den Kontinent im Griff haben
Die Weltgesundheitsorganisation gibt bekannt, dass seit dem 21. Juni mehr als 1.300 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit extremer Hitze registriert wurden, während eine außergewöhnliche Hitzeglocke die Temperaturen in ganz Europa auf Rekordhöhen treibt.
Rekordtemperaturen
Eine außergewöhnliche Hitzeglocke hat sich über Europa gelegt und treibt die Temperaturen weit über die saisonalen Normen. In Deutschland erreichte die Stadt Coschen in Brandenburg 41,7 °C, während Kubschutz in Sachsen einen nächtlichen Tiefstwert von 29,4 °C verzeichnete. Tschechien verzeichnete mit 41,1 °C in Doksany die höchste jemals gemessene Temperatur, und Polen stellte mit 40,5 °C in Slubice einen neuen nationalen Rekord auf. Auch Dänemark brach seinen Allzeitrekord: Odense erreichte 36,6 °C, den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1874. In Italien verzeichneten Mailand und Turin nächtliche Tiefstwerte von 27 °C, ein Wert, der möglicherweise die höchste jemals in Turin gemessene Nachttemperatur seit 1753 ist.
- Coschen, Deutschland
- 41.7 °C
- Doksany, Tschechien
- 41.1 °C
- Slubice, Polen
- 40.5 °C
- Paris, Frankreich
- 40 °C
- Mailand, Italien
- 39 °C
- Odense, Dänemark
- 36.6 °C
Gesundheitliche Auswirkungen und WHO-Warnung
Am 28. Juni gab WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bekannt, dass seit dem 21. Juni mehr als 1.300 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit extremer Hitze in Europa registriert wurden. Er bezeichnete Hitzestress als einen „stillen Killer“ und stellte fest, dass europäische Häuser, Arbeitsplätze und Schulen nicht für solche Bedingungen gebaut seien. Etwa 150 Millionen Menschen leben derzeit unter extremen Hitzewarnungen, so Tedros.
Europa ist der Kontinent, der sich auf der Erde am schnellsten erwärmt, mit einer Erwärmung, die doppelt so hoch ist wie der globale Durchschnitt. Im Moment leben 150 Millionen Menschen unter extremen Hitzewellen, Hunderte sind gestorben, Schulen sind geschlossen, Stromnetze fallen aus.
In Italien hat das Gesundheitsministerium 18 Städte unter roten Alarm gesetzt, die höchste Warnstufe. Zwei Todesfälle wurden im Land gemeldet: ein 56-jähriger Landarbeiter, der tot auf einem Feld bei Lodi aufgefunden wurde, und ein 57-jähriger Obdachloser, der auf einer Bank im Raum Monza entdeckt wurde.
Klimawandel treibt Häufigkeit an
Der Meteorologe Mattia Gussoni von iLMeteo.it erklärte, dass die derzeitige Temperaturanomalie mit Werten bis zu 10 °C über dem Durchschnitt und Spitzenwerten von 15–20 °C über dem Normalwert in Frankreich und Deutschland vor zwei Jahrzehnten physikalisch nicht möglich gewesen wäre. Er führte die Rekorde nicht nur auf die Ausdehnung des afrikanischen subtropischen Antizyklons zurück, sondern in erster Linie auf den zugrunde liegenden Klimawandel durch steigende CO₂-Konzentrationen.
Eine ähnliche Phase anomaler Hitze wäre vor zwanzig Jahren physisch nicht möglich gewesen. Die Verantwortung für diese Rekorde liegt vor allem im zugrunde liegenden Klimawandel.
Tedros bekräftigte, dass Hitzewellen, die einst als einmalige Ereignisse galten, jetzt aufgrund des Klimawandels und der globalen Erwärmung fast jährlich auftreten. Die WHO arbeitet mit den Mitgliedsstaaten an Hitze-Gesundheitsaktionsplänen und ermutigt die Länder, Maßnahmen zur Vorbereitung und Prävention umzusetzen.
Vorhersage und Sturmrisiko
Ab Dienstag oder Mittwoch wird eine Veränderung erwartet, wenn eine Störung Gewitter und weit verbreitete Regenschauer nach Norditalien, in den Apennin und die Adriaregionen bringt. Die enorme angesammelte Wärmeenergie erhöht jedoch das Risiko von schweren Hagelstürmen und heftigen Windböen. Die Hitze verlagert sich auch nach Osten, wobei Deutschland, Dänemark, Polen und Tschechien bereits ihre höchsten jemals gemessenen Temperaturen melden.
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- Vorhersage: Ab Dienstag werden Gewitter erwartet, mit Gefahr schwerer Hagelstürme


