Erträge von Obst und Getreide in Deutschland sinken aufgrund von Dürre und Hitzewelle, die die Ernten schädigen
Extreme Temperaturen und Wasserknappheit in Rheinland-Pfalz lassen die Süßkirscherträge auf 80 % des Durchschnitts sinken und veranlassen Erzeuger, staatliche Hilfen zu beantragen.
Hitze- und Wasserstress in den Obstgärten von Rheinland
Langanhaltende hohe Temperaturen und anhaltender Niederschlagsmangel verursachen schwere Schäden an Obstkulturen in ganz Rheinland-Pfalz. Wichtige Anbaugebiete rund um Koblenz, Mülheim-Kärlich und die Grafschaft melden ausgedehnte Sonnenbrandschäden an Bäumen und heranreifenden Früchten. Apfelbäume, die unter akutem Wassermangel leiden, werfen Früchte vorzeitig ab oder produzieren kleinere Exemplare, um ihr eigenes Überleben zu sichern, und opfern so einen Teil der Ernte, um die Baumhydrierung zu erhalten. In südlichen Teilen des Bundeslandes berichten Erzeuger ebenfalls von versengten Früchten an den Zweigen, da die Umweltbedingungen die landwirtschaftlichen Ökosysteme an ihre Grenzen bringen. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau meldete, dass die Süßkirschernte abgeschlossen sei, wobei die Erträge in den betroffenen Gebieten nur etwa 80 % des langjährigen Durchschnitts erreichten. Während einige örtliche Landwirte im Volksmund davon sprachen, dass Süßkirschen auf den Zweigen kochten und Äpfel in den Obstgärten verbrannten, bestätigten Verbandsvertreter den weit verbreiteten Verlust marktfähiger Ware.
Umweltfaktoren und steigende Betriebskosten
Intensive Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeitsdefizite sind nicht die einzigen Herausforderungen, denen sich die Obstbauern in der Region gegenübersehen. Laut dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd werden auch erhöhte bodennahe Ozonkonzentrationen als Ursache für zusätzliche physiologische Schäden an Pflanzen und heranreifenden Früchten vermutet. Ein Sprecher des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau skizzierte die direkten Marktauswirkungen der aktuellen Wetterlage auf die Apfelplantagen.
Sonnenbrand bei Äpfeln hat stark zugenommen.
Sonnenverbrannte Äpfel bedeuten für Landwirte einen Totalverlust, da beschädigte Früchte nicht über die kommerziellen Vertriebswege verkauft werden können. Die landwirtschaftlichen Betriebe stehen vor einer Kombination aus geringeren Erträgen, höheren Ausfallraten und gestiegenen Ausgaben für die manuelle Ernte und Sortierung. Steigende Lohnkosten, insbesondere aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns, haben während des ohnehin anspruchsvollen Erntezyklus einen erheblichen zusätzlichen Druck auf die Betriebsbudgets ausgeübt.
Politische Lobbyarbeit und Streitigkeiten über Importe im Einzelhandel
Mit dem Abschluss der Kirschernte wenden sich die landwirtschaftlichen Erzeuger nun den bevorstehenden Ernten von Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Mirabellen zu. Regionale Erzeuger sind unsicher, wie viel Ertrag die Bäume nach Wochen schwerer Wasserknappheit noch erbringen können. Als Reaktion auf diese kommerziellen und klimatischen Belastungen schlossen sich sowohl der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd als auch der Rheinland-Nassau einem dringenden Appell der Bundesfachgruppe Obstbau an. Der gemeinsame Brief, der direkt an Abgeordnete des Deutschen Bundestages und der Landesparlamente gerichtet ist, konzentriert sich auf die finanziellen Belastungen durch Lohnkosten und Marktstörungen durch ausländische Importe. Die landwirtschaftlichen Verbände kritisierten die Supermarktketten dafür, dass sie auch in Zeiten, in denen hochwertiges deutsches Obst für die Verbraucher verfügbar ist, importierte Früchte aus dem Ausland anbieten.
- Die Süßkirschernte in Rheinland-Pfalz endet mit Erträgen von etwa 80 % des langjährigen Durchschnitts.
- Der Deutsche Bauernverband prognostiziert einen Rückgang der Getreideernte um 7 % auf 41,9 Millionen Tonnen.
- Obstbauern bereiten sich unter extremer Hitzebelastung auf die Ernte von Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Mirabellen vor.
Bundesweite Getreideernte und Notrufe um finanzielle Hilfe
Die in den südwestdeutschen Obstplantagen beobachteten Schwierigkeiten entsprechen den breiteren landwirtschaftlichen Kontraktionen, die in ganz Deutschland gemeldet wurden. Der Deutsche Bauernverband gab bekannt, dass Wochen anhaltender Hitze und unzureichender Niederschläge die gesamte Sommerernte im Land reduziert haben. Der Bundesverband prognostiziert eine leicht unterdurchschnittliche Getreideernte von 41,9 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unter Hinweis auf angespannte finanzielle Situationen in zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben fordern Agrariervertreter direkte finanzielle Unterstützung von den Behörden. Der Verband stellte fest, dass trotz des geringeren Erntevolumens keine akuten Störungen oder starken Anstiege der Verbraucherpreise für Lebensmittel zu erwarten seien.

