
Rettungshund Tsunami findet 12 Überlebende in den Trümmern des Erdbebens in Venezuela
Ein Border Collie, der einst ausgesetzt und misshandelt wurde, ist nach verheerenden Erdbeben in Venezuela zu einem Symbol der Hoffnung geworden und half dabei, mindestens ein Dutzend Menschen lebend unter eingestürzten Gebäuden zu lokalisieren.
Vor Ort nach dem Beben
Tsunami, ein neunjähriger Border Collie, arbeitet seit Freitag, dem 26. Juni, unermüdlich in den Trümmern, als die Erdbeben Venezuela erschütterten. Die Katastrophe forderte Hunderte Tote und Zehntausende Vermisste, wobei La Guaira und Teile von Caracas zu den am schwersten betroffenen Gebieten zählen. Tsunami und sein Hundeführer Jorge Beens gehören zur K-SAR ECID-Hundeeinsatzeinheit für Katastrophen. Laut lokaler Presse hat der Hund bereits 12 Menschen lebend in den Trümmern geortet.
Ein Überlebender wird zum Retter
Tsunami wurde 2017 von der venezolanischen Tierschutzorganisation APROA aus einer Situation der Verwahrlosung und schweren Misshandlung gerettet. Die Organisation erkannte sein Potenzial und vertraute ihn Jorge Beens an, der ihn für die Katastrophensuche und -rettung ausbildete. Der Hund war bereits nach den Erdbeben 2023 in der Türkei und Syrien sowie in Erdrutschgebieten in Las Tejerías und El Castaño im Einsatz. Heute ist er einer der erfahrensten Suchhunde Venezuelas und hat über 21.000 Follower auf Instagram.
Ein entscheidender Fund in Caracas
Bei Einsätzen am Komplex Residencias Rita im Bezirk San Bernardino in Caracas signalisierte Tsunami die Anwesenheit einer eingeschlossenen Person. Dieser Hinweis führte die Retter zu einem etwa 60-jährigen Mann, der unter Beton und verbogenem Metall begraben war. Die auf Video festgehaltene Rettung erforderte absolute Stille am Einsatzort, damit der Hund schwache Geräusche oder Gerüche von Überlebenden wahrnehmen konnte.
Arbeitsweise
Tsunamis Erkennungsprotokoll beruht auf seinem ausgeprägten Geruchssinn. Er bewegt sich durch die Trümmer, während sein Hundeführer und das Team vollkommene Ruhe bewahren. Nimmt er einen Geruch wahr, der mit einer lebenden Person vereinbar ist, bleibt er stehen und zeigt den Fund durch ein antrainiertes Verhalten an, sodass die Einsatzkräfte die Grabungen auf die angezeigte Stelle konzentrieren können. Für den Hund ist die Arbeit ein Spiel, das auf Vertrauen, Kommunikation und Belohnung basiert.
- Von APROA aus Verwahrlosung und Misshandlung gerettet; später von Jorge Beens ausgebildet.
- Unterstützung bei Rettungsmissionen nach den Erdbeben in der Türkei und Syrien.
- Beginn der Ortung von Überlebenden in La Guaira, einem der am schwersten betroffenen Gebiete.
- Insgesamt 12 Überlebende geortet; Rettung eines etwa 60-jährigen Mannes an der Residencias Rita in Caracas.


