Schleswig-Holsteins Ministerpräsident nennt AfD unpatriotisch und will Partei aus Landtag fernhalten
Daniel Günther, CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, sagte, er sei zuversichtlich, dass die rechtsextreme AfD nach der Wahl am 18. April 2026 aus dem Landtag ferngehalten werden könne, und bezeichnete die Partei als „unpatriotisch“ und schädlich für Deutschland.
Wahlkontext
Schleswig-Holstein wählt am 18. April 2026. Die AfD saß von 2017 bis 2022 im Kieler Landtag, scheiterte aber bei der letzten Wahl an der Fünf-Prozent-Hürde und erzielte nur 4,4 % der Stimmen. Eine Infratest-dimap-Umfrage vom April 2026 im Auftrag des NDR sah die Partei bei 15 %, was die Aussicht auf ihre Rückkehr erhöht.
Günthers Zuversicht
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte der dpa, er glaube weiterhin, dass ein Parlament ohne radikale Kräfte erreichbar sei. „Das bleibt das Ziel. Ich bin stolz, in einem Land zu leben, in dem wir keine radikalen Kräfte im Landtag haben“, so Günther. Er argumentierte, dass die respektvolle politische Kultur in Schleswig-Holstein, einschließlich der Zusammenarbeit in der früheren Jamaika-Koalition und der aktuellen schwarz-grünen Koalition, Vertrauen schaffe und dazu beigetragen habe, die AfD beim letzten Mal fernzuhalten.
Angriff auf die AfD
Günther verschärfte seine Rhetorik und nannte die AfD unpatriotisch.
Er warnte, dass ihre Politik die Wirtschaft verlangsamen, Arbeitsplätze gefährden und das Leben verteuern würde. Alle Parteien hätten bei den jüngsten Wahlen Wähler an die AfD verloren, stellte er fest, und sie könne nicht länger einfach ignoriert werden.Die AfD beweist jeden Tag aufs Neue, dass sie alles im Sinn hat, aber nichts Gutes für Deutschland. Diese Partei redet ständig unser Land schlecht und will unsere Gesellschaft spalten.
Brandmauer-Terminologie
Der CDU-Landesvorsitzende distanzierte sich von der „Brandmauer“-Debatte innerhalb seiner Partei.
Stattdessen plädierte er für eine kategorische Ablehnung: Wer sich als christdemokratisch oder liberal-konservativ verstehe, dürfe niemals mit einer rechtsextremen Partei zusammenarbeiten – nicht nur aus historischen Gründen, sondern weil es keine Gemeinsamkeiten mit einer Partei gebe, die sich gegen Europa, die NATO und alles stelle, was Adenauer, Kohl und Merkel aufgebaut hätten.Mit dem Begriff konnte ich nie viel anfangen. Er ist irreführend und macht es der AfD leicht, das Märchen zu erzählen, sie werde ausgegrenzt.

