KI-generiert·Mehr erfahren
© JN
Gesundheit & Bildung·vor 2 Std.

Grundschullehrer in Portugal streiken: Über 100 Schulen wegen ungleicher Arbeitsbelastung geschlossen

Vorschul- und Grundschullehrkräfte sind am Montag in ganz Portugal in den Ausstand getreten und haben mehr als 100 Schulen geschlossen. Sie fordern gleiche Arbeitszeiten, Rentenbedingungen und einen einheitlichen Schulkalender wie ihre Kollegen an weiterführenden Schulen.

Streik schließt landesweit Schulen

Ein landesweiter Streik von Vorschul- und Grundschullehrkräften führte am Montag zur Schließung oder Beeinträchtigung von mindestens 138 Schulen in 62 Gemeinden. Die stärksten Auswirkungen wurden entlang der Küste verzeichnet, von Lissabon bis hinauf nach Figueira da Foz. Die von der Initiative metaPROF betriebene Live-Tracking-Plattform „Greve ao Minuto“ startete den Morgen mit acht Meldungen und verzeichnete bis 10:30 Uhr über 300. Die beteiligten Gewerkschaften – Fenprof, STOP, SPLIU und SINAPE – bezeichneten die Aktion als Reaktion auf jahrelange Ungleichbehandlung. Unterdessen blockierte eine öffentliche Versammlung von mehr als 100 Pädagogen mit Trommeln, Trillerpfeifen und Bannern mit der Aufschrift „Gleiche Arbeit, gleiche Rechte“ die Straße vor dem Bildungsministerium in Lissabon.

Kernforderungen: Arbeitszeit, Kalender, Rente

Der Hauptkritikpunkt ist, dass das „Estatuto da Carreira Docente“ Lehrkräften, die das Modell der „Monodocência“ praktizieren – bei dem eine Lehrkraft alle Fächer einer Klasse unterrichtet –, eine höhere Arbeitsbelastung auferlegt. Grundschullehrkräfte haben derzeit ein höheres Unterrichtspensum als ihre Kollegen an weiterführenden Schulen und erhalten ab dem 60. Lebensjahr eine geringere Reduzierung der Kontaktstunden: fünf Stunden weniger pro Woche, während Lehrkräfte ab der zweiten Stufe acht Stunden erhalten. Die Streikenden fordern eine maximale Unterrichtszeit von 22 Perioden pro Woche, wie in anderen Stufen auch, sowie die Schaffung eines einheitlichen Schulkalenders für alle Klassenstufen.

Die Diskrepanz im Kalender ist eklatant. Schüler der 9., 11. und 12. Klasse beendeten den Unterricht am 5. Juni, die der Klassen 5 bis 8 sowie 10 am 13. Juni. Vorschul- und Grundschulklassen laufen jedoch bis zum 30. Juni, was für diese Lehrkräfte jedes Jahr 15 zusätzliche Arbeitstage bedeutet. Die Gewerkschaften argumentieren, dass diese Regelung nicht nur die Lehrkräfte ermüdet, sondern auch die Sommerferien für die jüngsten Schüler verkürzt.

In Bezug auf die Rente fordert die Bewegung die Möglichkeit, mit 60 Jahren oder alternativ nach 36 Dienstjahren ohne Rentenabschläge in den Ruhestand zu gehen.

Stimmen der Lehrkräfte

Was wir wollen, ist, dass gleiche Arbeit auch gleiche Rechte bedeutet – für alle, unabhängig von der Stufe oder dem Zyklus, in dem sie unterrichten.

Wir erhalten mit 60 eine Reduzierung um fünf Stunden. Unsere Kollegen ab der zweiten Stufe erhalten acht. Das ist eine der Ungerechtigkeiten, die wir hier beheben wollen.

Cristina Assunção, eine Grundschullehrerin mit fast 30 Jahren Erfahrung, sagte, chronischer Personalmangel sei die tägliche Realität: „Wir haben nur wenige Leute, die mit uns arbeiten, und brauchen wirklich mehr Lehrkräfte.“ Auch die Kindergärtnerin Liliana Maduro betonte den Mangel an Ressourcen und die Notwendigkeit, „für Gleichheit im Lehrerberuf“ zu kämpfen.

Gewerkschaftsstrategie und politischer Kontext

Der Streik und das öffentliche Tribunal waren zeitlich auf die laufende Überarbeitung des „Estatuto da Carreira Docente“ abgestimmt. José Feliciano Costa, Generalsekretär der Fenprof, argumentierte, dass der gestaffelte Kalender keinen Sinn ergebe, und verknüpfte die heutige Aktion mit der längerfristigen Kampagne zur Aufwertung des Berufsstandes. Daniel Martins von der Gewerkschaft STOP fügte hinzu, dass Sondereinheiten für sonderpädagogischen Förderbedarf unterbesetzt seien, und forderte die Integration von mehr Fachpersonal. Am Ende der Versammlung sollte über einen Antrag abgestimmt werden, der eine Gleichbehandlung über alle Unterrichtsstufen hinweg fordert und dem Bildungsministerium übergeben werden soll.

Kalender-Disparität

Die unterschiedlichen Enddaten des Schuljahres für die verschiedenen Schulstufen verdeutlichen das Ungleichgewicht, das die Lehrkräfte beseitigen wollen.

Enddaten des Schuljahres nach Stufe (Juni 2026) · Juni-Tag
9., 11. & 12. Klasse
5 Juni-Tag
5. bis 8. & 10. Klasse
13 Juni-Tag
Vorschule & Grundschule
30 Juni-Tag
Lissabon

5 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Gesellschaft & Wissenschaft