
Griechische Inflation sinkt im Juli auf 3,4 %, während Wohn- und Brennstoffkosten weiter steigen
Die jährliche Inflation in Griechenland fiel laut ELSTAT-Daten im Juli 2026 von 4,4 % im Juni auf 3,4 %, aber die Wohnkosten stiegen um 8,8 % und Heizöl stieg um 53,2 % im Jahresvergleich.
Inflation verlangsamt sich den dritten Monat in Folge
Die jährliche Inflationsrate in Griechenland verlangsamte sich im Juli 2026 auf 3,4 %, nach 4,4 % im Juni und 5,2 % im Mai, was den dritten Monat der Verlangsamung in Folge darstellt, wie aus Daten des Griechischen Statistischen Amtes (ELSTAT) hervorgeht. Der Juli-Wert lag bei 3,1 % im Juli 2025. Auf Monatsbasis fiel der Verbraucherpreisindex um 1,4 % gegenüber Juni 2026, teilweise bedingt durch Sommerschlussverkäufe, verglichen mit einem monatlichen Rückgang von 0,4 % im Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche Inflation über 12 Monate von August 2025 bis Juli 2026 stieg auf 3,3 %, gegenüber 2,6 % im vorangegangenen Vergleichszeitraum.
- 2026-05
- 5.2 %
- 2026-06
- 4.4 %
- 2026-07
- 3.4 %
Wohnen und Energie treiben die Lebenshaltungskosten
Wohnen verzeichnete mit 8,8 % den größten Jahresanstieg und trug 1,33 Prozentpunkte zum Gesamtindex bei, der größte Einfluss aller Kategorien. Die Mieten stiegen um 6,8 % im Jahresvergleich, die Kosten für Hausreparaturen und -instandhaltung um 4,8 % und die haushaltsbezogenen Dienstleistungen um 5,5 %. Die Energiepreise im Wohnbereich zeigten starke Unterschiede: Heizöl stieg um 53,2 %, Erdgas um 16,7 % und feste Brennstoffe um 4,1 %, während die Strompreise um 2,2 % fielen. Die Transportkosten stiegen um 7,4 % im Jahresvergleich, wobei Diesel um 22,1 %, Benzin um 13,3 %, Flugpassagierbeförderung um 17,5 % und Fahrzeugwartung und -reparatur um 3,7 % zulegten.
- Wohnen
- 8.8 %
- Verkehr
- 7.4 %
- Hotels/Restaurants
- 5.8 %
- Bekleidung/Schuhe
- 3.3 %
- Bildung
- 2.8 %
- Gesundheit
- 1.1 %
- Lebensmittel
- 0.4 %
Lebensmittelpreise zeigen starke Abweichungen
Die Gesamtkategorie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stieg im Jahresvergleich nur um 0,4 %, verbarg jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Produkten. Rindfleischpreise stiegen um 14,3 %, Lamm- und Ziegenfleisch um 12,4 %, gepökelter Fisch um 9,6 %, Margarine und pflanzliche Fette um 8,6 %, Schweinefleisch um 3,4 %, Milchprodukte und Eier um 2,9 %, Geflügel um 2,2 % und Brot und Backwaren um 1,2 %. Olivenölpreise fielen um 21,7 %, Obst um 9,4 %, Speiseeis um 8,8 %, frischer oder gefrorener Fisch um 2,6 %, Gemüse um 1,5 % und Salz, Saucen und Gewürze um 5,8 %. Auf Monatsbasis fielen Obst um 13,1 %, Erdgas um 3,7 %, Joghurt um 2,9 %, Lamm- und Ziegenfleisch um 2,4 % und Gemüse um 1,7 %, während Schweinefleisch um 2,0 %, Eier um 3,5 % und Käse um 1,0 % stiegen.
- Heizöl
- 53.2 %
- Diesel
- 22.1 %
- Flugverkehr
- 17.5 %
- Erdgas
- 16.7 %
- Benzin
- 13.3 %
- Festbrennstoffe
- 4.1 %
- Strom
- -2.2 %
Dienstleistungen und andere Kategorien
Hotels, Cafés und Restaurants verzeichneten einen jährlichen Preisanstieg von 5,8 %, wobei Restaurants, Konditoreien, Fast Food und Kantinen speziell um 6,4 % zulegten. Pauschalreisen stiegen um 6,2 %, Krankenversicherungsprämien um 7 %, Kfz-Versicherung um 1,9 % und Friseur- und Körperpflegedienstleistungen um 4,2 %. Bekleidung und Schuhe stiegen jährlich um 3,3 %, fielen jedoch aufgrund von Sommerschlussverkäufen monatlich um 19,2 %. Die Bildungskosten stiegen jährlich um 2,8 %, wobei die Studiengebühren um 3,2 % zulegten. Die Gesundheitskosten stiegen um 1,1 %. Auf Monatsbasis stiegen Diesel um 12,1 %, Flugpreise um 13,7 %, Strom um 0,6 % und Mieten um 0,3 % im Vergleich zum Juni.
Reaktion der Regierung und Ausblick
Die griechische Regierung legt den Schwerpunkt auf die zweite Phase ihres "Gentlemen's Agreement" mit dem Markt, die am 31. August 2026 beginnen soll und Preissenkungen von mindestens 5 % bei grundlegenden Supermarktartikeln vorsieht. Die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten im Nahen Osten nach einer kurzen Waffenruhe im Juni hält die Inflationssorgen und -erwartungen weiterhin aufrecht. Das Abkommen der Regierung mit Einzelhändlern zielt darauf ab, den Druck auf die Haushaltsbudgets zu verringern, obwohl der Umfang grundlegende Supermarktartikel abdeckt, nicht jedoch die Energie- und Wohnkosten, die den Großteil der Inflation im Juli ausmachten.

