
Waldbrand auf Chalkidiki zwingt Hunderte Touristen zur Evakuierung auf dem Meer, während Flammen griechische Ferienhotels erreichen
Ein sich schnell ausbreitender Waldbrach brach am Donnerstagnachmittag auf der Halbinsel Kassandra in Nordgriechenland aus, breitete sich auf einer 3 Kilometer langen Front durch Kiefernwälder aus und führte zur Evakuierung von über 300 Touristen von Stränden, wobei 20 Hotels geräumt und zwei Feuerwehrleute ins Krankenhaus eingeliefert wurden.
Ausbruch und Ausbreitung
Ein Waldbrach brach am Donnerstagnachmittag, dem 13. August, auf der bewaldeten Halbinsel Kassandra auf Chalkidiki in Nordgriechenland aus, einer bei rumänischen Touristen beliebten Region. Das Feuer begann zwischen Kasandria und Siviri und breitete sich, angetrieben von Winden mit bis zu 100 km/h, schnell in Richtung der Küstendörfer Siviri und Fourka aus. Die Feuerfront erstreckte sich auf etwa 3 Kilometer, die Flammen erreichten eine Höhe von 20 bis 30 Metern in dichten, leicht entzündlichen Kiefernwäldern. Der griechische öffentlich-rechtliche Rundfunk ERT berichtete, dass der Brand möglicherweise durch starke Winde ausgelöst wurde, die einen Strommast umstürzten und einen Funken erzeugten, der trockene Vegetation entzündete, obwohl die Behörden die Ursache offiziell nicht bestätigt hatten. Das Feuer breitete sich so schnell aus, dass es innerhalb von etwa zweieinhalb Stunden auf einer drei Kilometer breiten Front brannte.
Evakuierungen auf dem See- und Landweg
Die Behörden gaben drei Evakuierungswarnungen über das griechische 112-Notrufsystem heraus. Die erste, kurz nach 15:00 Uhr verschickt, wies die Menschen in Siviri an, sich in Richtung Mola Kaliva zu bewegen. Eine zweite Warnung um etwa 16:00 Uhr ordnete die Evakuierung der Bewohner und Besucher von Fourka in Richtung Skioni an. Als die Flammen sich der Küste näherten, begann die griechische Küstenwache kurz nach 17:00 Uhr mit der Evakuierung von Menschen von den Stränden auf dem Seeweg, unter Einsatz von zwei Küstenwachschiffen, neun Privatbooten und einer Schnellfähre. Über 250 bis 300 Touristen und Einheimische wurden vom Strand Siviri evakuiert, die Evakuierten fanden Unterkunft am Sani Beach. Zwanzig Hotels wurden geräumt, und eine spezielle Plattform wurde eingerichtet, damit Hotels in Echtzeit verfügbare Zimmer melden konnten. Der freiwillige Feuerwehrmann Themis Ierissiotis teilte ERT mit, dass etwa 70 % der Menschen das Gebiet evakuiert hätten.
- Erste 112-Evakuierungswarnung für Siviri, die Menschen in Richtung Mola Kaliva weist
- Zweite 112-Warnung für Fourka, die Menschen in Richtung Skioni weist
- Flammen erreichen die ersten Häuser in Siviri
- Küstenwache beginnt mit der Evakuierung von Strandbesuchern aus Siviri auf dem Seeweg
- Brandintensität beginnt nachzulassen
- Waldzugangsbeschränkungen in Kassandra und Sithonia treten in Kraft (8:00 bis 20:00 Uhr)
Feuerwehreinsatz
Die Feuerwehr mobilisierte 142 Feuerwehrleute und 51 Fahrzeuge, unterstützt von neun Flugzeugen und sieben Hubschraubern, so eine Erklärung auf der Plattform X. Zwölf Feuerwehrleute aus Moldau mit drei Fahrzeugen beteiligten sich im Rahmen eines europäischen Vorpositionierungsprogramms. Zwei Feuerwehrleute wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Anwohner Bogdan Donici sagte ProTV, dass innerhalb von etwa einer Stunde 10 Canadair-Flugzeuge und 9 Hubschrauber eingesetzt wurden. Zu den Sachschäden gehörten 2 bis 3 betroffene Häuser und 2 bis 3 zerstörte Autos. Feuerwehrsprecher Yannis Artopios sagte ERT, dass die Menschen an den Stränden von Siviri und Fourka auf dem Seeweg evakuiert werden müssten, da sich das Feuer gefährlich nahe an die Küste heranbewegte.
- Feuerwehrleute
- 142
- Fahrzeuge
- 51
- Flugzeuge
- 9
- Hubschrauber
- 7
Weitere Brände und anhaltende Gefahr
Griechenland hatte innerhalb von 24 Stunden 40 Vegetationsbrände, von denen am Donnerstagabend noch neun aktiv waren. Separate Brände wurden in Vartholomio (Ilia, Peloponnes), Makyneia (Nafpaktos), Potamoula und Akontio (Böotien) gemeldet. Die Behörden warnten vor starken Winden mit Böen von über 100 km/h in den folgenden 48 Stunden. Stratos Gitsoudis, Präsident des griechischen Waldbrandverbandes, sagte ERT, die Bedingungen seien extrem und ließen nur sehr wenig Reaktionszeit. Vize-Gouverneur Giannis Koufidis kündigte Beschränkungen für den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr in Waldgebieten der Gemeinden Kassandra, Sithonia und Aristotelis an, die ab Freitag, dem 14. August, von 8:00 bis 20:00 Uhr in Kassandra und Sithonia und bis Samstag 8:00 Uhr in Aristotelis gelten. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 300 Euro.
Beratung des rumänischen Konsulats
Das rumänische Generalkonsulat in Thessaloniki forderte rumänische Staatsbürger auf Chalkidiki auf, die 112-Warnungen zu befolgen und den Anweisungen der griechischen Behörden nachzukommen, und riet von nicht notwendigen Reisen ab. Das Konsulat stellte fest, dass sich in dieser Zeit viele rumänische Staatsbürger auf Chalkidiki im Urlaub befinden, und bat sie, wachsam zu bleiben und Sicherheitsinformationen mit anderen in der Gegend zu teilen.


